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Es fing an mit der Frage, wie die Yogis es eigentlich machen,
wenn sie ohne zu Atmen überleben. Also machte ich mich im Internet auf die
Suche und fand bei Kriyayoga.com und yoga-vidya.de
Antworten. Und weil die alle etwas versträut waren, fasste ich sie auf dieser
Seite zusammen.
Hier ist die Lösung:
Nach der Hinduphilosophie besteht die Natur aus zwei Substanzen. Eine von
ihnen wird Akasa (Äther) genannt und die andere Prana (Energie). Sie
entsprechen den Begriffen Materie (Äther) und Kraft (Prana) der modernen
Wissenschaftler.
Alles in diesem Universum, das eine Gestalt besitzt oder eine materielle
Existenz aufweist, ist aus dieser allgegenwärtigen und alles durchdringenden
feinen Substanz Äther hervorgegangen. Gas, Flüssigkeit und Festkörper, das
gesamte Universum, bestehend aus unserem und Millionen riesiger Systeme und jede
Art von Existenz, die unter das Wort ‘erschaffen’ gebracht werden kann, sind
Produkte dieser einen subtilen und unsichtbaren alles durchdringenden Substanz
und kehren am Ende eines jeden Zyklus zu diesem Startpunkt zurück.
Alle Naturkräfte, die dem Menschen bekannt sind, sind Manifestationen des
kosmischen Pranas: Schwerkraft (Gravitation), Licht, Wärme, Elektrizität,
Magnetismus, all solche, die unter dem Oberbegriff von Energie zusammengefaßt
werden können, physische Erschaffung, Nervenströme, all solche, die als
animalische Kräfte bekannt sind, Gedanken und auch andere intellektuelle Kräfte.
Aus dem Prana entspringen sie in die Existenz und im Prana versiegen sie schließlich.
Jede Art von Kraft in diesem Universum, ob physisch oder geistig, kann auf diese
ursprüngliche Kraft zurückgeführt werden. Es gibt nichts anderes auf dieser
Welt als diese beiden Faktoren in einer ihrer Erscheinungsformen.
Darum ist es möglich, bei jedem EIN-Atemzug von Luft durch die Nase auch noch
bewusst der Strom von Prana (Lebensenergie) durch das Vishudda Chakra (Kehlkopfchakra)
in den menschlichen (Licht)-Körper einströmen zu lassen bzw. bewusst
aufzunehmen. Dann wird also Prana durch das
Vishudda Chakra aufgenommen und - keine Luft.
Während man Luft durch die Nase einatmet, sollte man also auch noch
Prana durch das Vishudda Chakra "einatmen". Dies ist eine rein
feinstoffliche Atmung, wird aber vom physischen Körper oft mit der Luftatmung
kombiniert. Aus diesem Grund ist es auch viel leichter in dieser Kombination zu
üben und sie zu vervollkommnen.
Pranaatmung kann jedoch auch vollkommen frei von der Luftatmung vollzogen werden
und die Luftatmung im vollkommenen Stadium auch ganz
ersetzen.
Dies geschieht im Stadium des Nirbikalpa Samadhi immer. Ohne "Prana-Atmung" erfolgt
IMMER der physische "TOD" !! Ohne physische Luft-Atmung kann ein
Mensch jedoch grundsätzlich beliebig lange im Körper weiterleben.
Es gibt also nicht nur Yogis die vollkommen ohne Essen, Trinken und
Schlafen auskommen (nachzulesen u.a. bei Yogananda),
sondern auch solche, die nicht Atmen. Die Atmung dient ja dazu, dass
sauerstoffarmes venöses Blut mittels des Sauerstoffs in arterielles Blut
umgewandelt wird, welches dann die Zellen des Körpers mit Sauerstoff versorgt.
Ist aber kein venöses Blut vorhanden, weil der Yogi seine gesamte Lebensenergie
aus dem Prana bezieht, dann ist die Atmung und auch das Essen und Trinken
überflüssig. Am Ende führt das dazu, dass auch das Herz vollkommen
stillsteht, da kein Blut mehr durch die Adern transportiert werden muss. Ich
weiss zwar nicht, ob das alles unbedingt erstrebenswert ist, aber die Tatsache,
dass so etwas möglich ist, finde ich sehr bemerkenswert.
Nicht nur Therese Neuman von Konnersreuth, sondern auch Giri Bala aus Biur/Indien,
die Heilige Lidwina von Schidam, die Selige Elisabeth von Rent, die Heilige
Katharina von Sienna, Dominica Lazarri und die Selige Angela von Foligno, um nur
mal einige zu nennen, lebten jahrelang ohne Nahrung und nur vom Prana.
| Yogagnanda schreibt darüber:
Matthäus 4, 4. Die Körperbatterie
des Menschen wird nicht nur von grobstofflicher Nahrung (Brot) erhalten,
sondern auch von der vibrierenden kosmischen Energie (dem Wort, OM),
jener unsichtbaren Kraft, die durch das Tor des verlängerten Marks in
den menschlichen Körper einströmt. Das verlängerte Mark ist das
sechste Zentrum im Körper und liegt im Nacken oberhalb der fünf
Chakras in der Wirbelsäule.
Das verlängerte Mark - eines der
wichtigsten Organe, weil es die kosmische Lebensenergie (OM) in den Körper
einströmen läßt - steht in polarer Beziehung zum Zentrum des
Christusbewußtseins (Stirnchakra), das sich im »einfältigen« Auge
zwischen den Augenbrauen, dem Sitz der menschlichen Willenskraft,
befindet. Diese kosmische Energie wird im siebenten Zentrum dem Gehirn,
aufgespeichert, wo sie ein Reservoir unerschöpflicher Möglichkeiten
bildet (in den Veden »tausendblättriger Lotos des Lichts« genannt).
In der Bibel wird OM als Heiliger Geist bezeichnet; es ist die
unsichtbare Lebenskraft, welche die ganze göttliche Schöpfung
aufrechterhält. »Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des
Heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und
seid nicht euer selbst?« 1. Korinther 6, 19
Laut Yogananda findet die Aufnahme des
Prana also durch das 6. Chakra, das Stirnchakra statt, und das Prana
wird im Gehirn gespeichert.
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Kriyayoga.com
besagt, dass das Prana durch das 5. Chakra (Kehlkopfchakra) aufgenommen wird.
Yogananda dagegen behauptet, dass das Prana durch das 6. Chakra (Stirnchakra)
aufgenommen wird. Besteht hier ein Widerspruch? Vielleicht sind beide Möglichkeiten
richtig? Kriyayoga, ist ja eigentlich eine Technik, die durch Yogananda
verbreitet wurde.
Die
Schnellatmung (Kapalabhati)
Zum
Inhaltsverzeichnis
Durch die Beschäftigung mit Pranayama bin ich auf die
Schnellatmung (Kapalabhati) gestossen. Nachdem ich sie ausprobiert habe,
habe ich bemerkt, welch ein grosses Heilungspotential diese Atemübung besitzt. Die
Schnellatmung, ihre gesundheitsfördernden Aspekte und die Fehler,
die man bei der Übung machen kann, sollen einmal dargestellt werden. Laut Swami
Krishnananda legt die
Hatha-Yoga-Pradipika, die bedeutendste Hatha-Yoga-Beschreibung, mehr Wert auf Pranayama (Yogaatmung) als auf die
Asana-Praxis (Yogaübungen).
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| Ausgangslage: Setze Dich gerade hin,
halte die Hände auf den Knien und die Augen geschlossen.
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3-4 Sekunden lang durch die
Nase einatmen dabei Bauch hinaus. Dann 3-4 Sekunden lang durch die Nase ausatmen, dabei Bauch hinein. Atme so etwa 3-8 Atemzüge lang.
(Das Foto zeigt den eingeatmeten Zustand: Bauch ist draußen)
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Dann beginne mit dem eigentlichen Kapalabhati: Atme sehr
schnell aus und 2 Mal so langsam entspannt ein. (meist reicht es
aus, den Atem von selbst einströmen zu lassen - also forciertes Ausatmen und
langsameres Einatmen) Wiederhole es etwa 20-100 Mal...
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Dann atme 1-2 Mal normal ein und aus. Dann atme bequem ein, und fülle
die Lungen zu 3/4. Halte die Luft an. Konzentriere Dich auf den Bauch, die
Wirbelsäule, den Punkt zwischen den Augenbrauchen oder die Schädeldecke.
Halte die Luft so lange an, wie es Dir angenehm ist (20-120 Sekunden).
Dann atme 2-4 Mal normal ein und aus und fahre dann fort mit der nächsten
Runde. Übe 1-5 Runden, klassisch sind 3 Runden.
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Gesundheitsfördernde Aspekte: Das Zwerchfell
und die Atemhilfsmuskeln werden gestärkt, die Lungen werden gereinigt, Herz,
Leber und Magen werden massiert, Stoffwechsel- und Entschlackungsvorgänge,
Kreislauf und Herztätigkeit werden verbessert, Bronchien, Alveolen, Luftröhre
und Nasendurchgänge werden gereinigt, der Sauerstoffgehalt im Blut wird erhöht.
Herzkrankheiten und alle Krankheiten, die aus
mangelhafter Einatmung von Sauerstoff entstehen, werden geheilt.
Das Gewebe und die Zellen absorbieren eine große Menge von Sauerstoff.
Die Übung ist eine gute Vorbeugung gegen Heuschnupfen, Asthma und Erkältungskrankheiten. Asthma und Schwindsucht
(Tuberkulose) können durch diese
Übung im Laufe der Zeit auch geheilt werden. Die Lungenspitzen werden gründlich mit Sauerstoff
versorgt, die Verkrampfungen der Bronchien beseitigt und die Unreinheiten des Blutes
ausgesondert. Ausserdem wird das Sonnengeflecht aktiviert, geistige und emotionelle
Spannungen beseitigt, Müdigkeit und Depressionen abgebaut und die innerer
Kraft und Freude verstärkt.
Mache Morgens und Abends 3
Runden mit 20, 40 und 60 Ausatmungen und halte die Luft 45, 60 und 90 Sekunden
lang an. Fortgeschrittenere Schüler sollten 60, 80 und 100 Ausatmungen
machen und die Luft 60, 90 und 120 Sekunden lang anhalten. Steigere Dich jede Woche allmählich und vorsichtig
um jeweils 10 Ausatmungen pro Runde, bis Du 120 Ausatmungen pro Runde erreichst.
Auf die Frage ob es gefährlich ist Atemübungen ohne die Hilfe eines
Gurus zu praktizieren antwortet yogayidya.de:
Viele Leute sind unnötig besorgt. Du kannst einfache Atemübungen ohne die
Hilfe eines Gurus ausführen. Ein Guru ist nötig, wenn Du sehr langes Kumbhaka
(Atemanhalten) praktizieren willst und Apana *
mit
Prana vereinigen willst. Die von verwirklichten Yogis geschriebenen Bücher können
Dich leiten, wenn Du keinen Guru finden kannst. Es ist jedoch besser, einen Guru
an Deiner Seite zu haben.
Typische Fehler: der Schüler sitzt nicht gerade, der Rücken ist
gebogen, der Kopf ist nicht gerade, der Körper zur Seite gebeugt. Falsche
Atmung: Der Bauch geht beim Ausatmen hinaus anstatt hinein. Der Schüler hebt
die Schultern, atmet forciert ein, spannt das Gesicht und die Schultern während
des Schnell-Atmens an. Der Schüler atmet durch den Mund anstatt durch die Nase
oder hält die Luft zu lange an. Korrekturen und Hilfestellungen findet ihr auf
der Fehlerseite.
*Apana ist der Nervenstrom, der die
Bauchregion steuert und sein Zentrum im Anus (Wurzelchakra) hat. Apana bewirkt
die Ausscheidung von Fäkalien, Gasen, Urin sowie den Samenerguß und die
Menstruation. Apana ist der nach
unten gehende Atem.
Eine andere Yoga-Atemtechnik ist die Wechselatmung. Die Beschreibung der
Wechselatmung findest Du HIER
Die feinstoffliche Physiologie des Kriya
Pranayama
Kriya Pranayama ist die wichtigste der
verschiedenen Übungen, die Bestandteil der heiligen Technik des Kriya Yoga
sind. Kriya Yoga wird oft als "wissenschaftliche Methode der
Selbstverwirklichung" bezeichnet. Das Wort wissenschaftlich wird deswegen
benutzt, weil das Ziel der Selbstverwirklichung nach sehr genauen und von allen
Menschen nachvollziehbaren Methoden erreicht werden kann. Kriya Yoga kann von
allen Menschen gemacht werden und ebenso kann das Ziel der Selbstverwirklichung
und Gottvereinigung von allen erreicht werden, die Kriya Yoga genau, mit der
richtigen inneren Einstellung und in ausreichendem Masse durchführen.
Die vielen Tausend Stunden des Praktizierens
des Kriya Yoga und der zusätzlich einzuhaltenden Lebensregeln über viele Jahre
hinweg, verhindern ein Missbrauch der damit verbundenen besonderen Fähigkeiten.
Diese sind für den wahren Gottsucher ohne Bedeutung solange er einen physischen
Körper hat und sich von GOTT getrennt fühlt. Alles was er anstrebt ist, in den
Ozean göttlicher Liebe einzutauchen - die ewige Liebesromanze zwischen seiner
Seele und seinem kosmischen Geliebten durch die kosmische Heirat, das Einswerden
mit GOTT, zu krönen. Nur wer sowohl über die seelische, als auch über die
persönliche Reife verfügt, wird auch Erfolg haben. Die erlangte
Gottverbundenheit und damit einhergehende Fähigkeit alle Menschen zu lieben schützt
jeden Menschen vor möglichem Missbrauch der besonderen Fähigkeiten die er
automatisch erlangt.
Dies hier soll keine "Einweihung"
sein, denn Einweihungen werden traditionsgemäss seit Tausenden von Jahren nur
persönlich von Guru an seine Chelas (Chela = spiritueller Schüler)
weitergegeben. Eine solche Einweihung beinhaltet weit mehr als nur das verbale
weitergeben der Technik. Aus diesem Grunde, erfolgen auch keinerlei Erklärungen
über die Art der Übung und ihrer Ausführung.
Dieser Beitrag hier soll jedoch jedem
Eingeweihten oder Interessierten die Wirkung des Kriya Pranayama
veranschaulichen. An anderer Stelle werden wir ebenso als Vergleich eine Grafik
über die Wirkungsweise von Bhakti Yoga finden.
Ein Kriyaban (Kriyayogi) hat den Wunsch und
das Lebensziel, alle Menschen lieben zu lernen. Alle Konflikte in Liebe
aufzulösen. Und er hat gleichzeitig den Wunsch erlangt, wieder zur Quelle
seines Seins zurückzukehren. Daraus ergeben sich eine überdurchschnittlich
entwickelte Friedensbereitschaft in allen Situationen. Sich ganz und gar vom Göttlichen
erfüllen zu lassen. Die freie Manifestation des Göttlichen in seinem innersten
Wesen bewusst in seiner Entfaltung zu fördern und zu beschleunigen.
Also kann er:
- Sich an GOTT wenden, um alle möglichen
Lektionen und Konflikte mit GOTTES Hilfe und Liebe aufzulösen.
- Sich von jeder Form des kämpferischen
Problem-Lösens zurückziehen und von jeglicher Tätigkeit lösen, die auch
nur im geringsten Masse gegen das Erste Gebot GOTTES verstösst.
- Einem Lebenswandel zuwenden, der keinerlei
neues Karma verursacht
Nun zur obigen Grafik:
Die weisse Kreisfläche im Zentrum
symbolisiert wiederum unseren göttlichen Funken - die ewige GOTT-Verankerung
unserer Seele.
Der gelbe Ring zeigt unsere
Seele in unmittelbarem Kontakt zu GOTT.
Die weissen Linien in den
gelben Ring hinein zeigen das stetig wachsende Öffnen für GOTT. Göttliche
Liebe und Göttlicher Segen strömt in zunehmendem Masse in die betroffene Seele
und alle mit ihr verbundenen Aspekte der Persönlichkeit.
Die 6 verschiedenen Farbringe
symbolisieren die verschiedenen Aspekte des Kausalkörpers und der Persönlichkeit.
Jeweils verbunden untereinander über die multi-dimensionale Funktion der 6
unteren Haupt-Chakren. Damit in Bezug auf die Chakren vollkommene Eindeutigkeit
besteht, sind diese auch in der einzig dafür geeigneten irdischen Sprache
bezeichnet - in Sanskrit. Es sei hier darauf hingewiesen, dass das "Milz-Chakra",
wie es oft bezeichnet wird, auf jeden Fall etwas anderes ist als das Manipura
Chakra!!
Durch die Hingabe an GOTT, verbunden mit dem
gleichzeitigen, richtigen Praktizierens des Kriya Pranayama fliesst bei jedem
Zyklus des Kriya Pranayama göttliches Licht in alle Teilaspekte unseres Egos.
Alle in unseren Hüllen aus dieser und / oder früheren Inkarnationen
eingelagerten Blockaden und Karma werden durch die hohe Schwingung des göttlichen
Lichtes aufgelöst.
Bei anhaltender Praxis des Kriya Yoga in
seiner Gesamtheit, werden so Hülle um Hülle gereinigt und aufgelöst. Der
Schleier der Unwissenheit, der uns sowohl von GOTT als auch von allen
Mitmenschen trennt, wird stetig transparenter, bis er endlich vollkommen dem göttlichen
Licht gewichen ist.
Als "End-Produkt" des Kriya Yoga
bleibt somit eine liebende, Heilige Seele übrig. Eine heilige Seele ist eine
geheilte Seele !!! Das, was immer schon war, wird wieder sein. Vergleichbar wie
das reinigen von Metall-Erz durch Erhitzung, die zum Ziele hat, reines Metall
von der Schlacke zu trennen. Durch Erhöhung unserer eigenen Schwingung wird
alles andere im "Feuer" Göttlicher Liebe aufgelöst.
Eine Heilige Seele, selbst
wenn sie in einen physischen Körper eintaucht, um auf einem physischen Planeten
eine Aufgabe zu vollbringen, hat ihre gesamte Persönlichkeit durchstrahlt und
erfüllt von reinem Göttlichem Licht und strahlt dieses auch in ihre gesamte
Umwelt aus.
Jeder Mensch, also auch DU bist
eine schlummernde Heilige Seele !!!
Erwache aus deinem Schlaf der
Gottgetrenntheit.
Fühle dich wie ein Engel, ein
Göttliches Lichtwesen der Liebe und lerne,
dich in allen Situationen wie
ein Engel der Liebe zu verhalten .
Ewige Freiheit und Liebe wird
dein Lohn sein dafür.
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Kriya Pranayama ist die Schlüssel-Technik des
Kriya Yoga und der Schlüssel zur Gottesverwirklichung während einer physischen
Inkarnation auf Erden - in Kombination mit reinster, göttlicher Liebe.
In der folgenden Grafik siehst du den genauen
Ablauf des Kriya Pranayama - auch in zeitlicher Hinsicht genau, so dein Computer
die genauen Zeitschritte wiedergibt. Die ganze Animation zeigt einen ganzen
Zyklus von EINEM Kriya Pranayama. Die Animation läuft weiter und wird
wiederholt.
Kriya Pranayama beginnt im Muladhara Chakra (Basischakra)
und endet im Ajna Chakra (Stirnchakra) und wieder hinunter zum Muladhara Chakra. EIN OM in
jedes Chakra auf dem Weg nach oben - EIN OM je Chakra auf dem Weg nach unten.
Sahasrara
Ajna
Vishuddha
Anahata
Manipura
Svadhisthana
Muladhara |
Scheitelchakra
Stirnchakra
Kehlkopfchakra
Herzchakra
Solarplexus
Sakralchakra
Wurzelchakra |
EIN kompletter Zyklus besteht somit aus 12 OM - 2 pro Chakra. Zwölf Zyklen -
per Definition - werden EIN Kriya genannt. Der Kriyaban - auch Kriya Yogi /
Kriya Yogini genannt - beginnt mit EINEM Kriya, also 12 Zyklen Kriya Pranayama,
pro Tag im direkten Zusammenhang mit dem gesamten Programm aller Kriya Yoga
Techniken und ALLER weiteren Bestandteile des Kriya Yoga wie ausführlich
beschrieben
Für einen Zyklus Kriya Pranayama gibt es
einen festen vorgegebenen Zeitrahmen - minimum 30 bis maximal 60 Sekunden pro
Zyklus, also 6 bis 12 Minuten pro Kriya. Die Geschwindigkeit der animierten
Grafik sollte innerhalb dieses Zeitrahmens sein und somit eine Hilfe für dich
darstellen
Mache bitte alle Übungen 1. bis 4. gemäss
Diksha immer nur zusammen an einem Stück, d. h. OHNE jegliche Pause. Alle 4 Übungen
bilden im Kriya Yoga eine technische Einheit und ergänzen sich gegenseitig.
Diese Techniken bilden zusammen mit den weiteren Bestandteilen des ganzen Textes
"Auf den Flügeln der Liebe -
Auf dem Weg zu Gott" eine grosse Einheit
und sollten nur und ausschliesslich als ganzes praktiziert werden, um ihre
heilende und befreiende Wirkung auf harmonische, sanfte und göttliche Weise
entfalten zu können.
Diese 4 Übungen sind:
1. maha
mudra
2. navi
kriya
3. kriya pranayama
4. yoni mudra |
Yogaübung im Sitzen
Yogaübung für das Navi Chakra
Yoga Atmung - Thema dieser Seite
Energetischer Yogaverschluss |
Den genauen Ort eines jeden Chakras erkennst
du auf dem Bild links. Die Genauigkeit
dieser Skelett-Grafik ist ausreichend, um jedes Chakra wirklich zu finden. Kriya
Pranayama wird immer entlang der Wirbelsäule am Rücken gemacht. Vom Muladhara
Chakra zu Ajna Chakra und wieder zum Muladhara Chakra.
Mache Kriya Yoga und ganz besonders auch Kriya
Pranayama nur wenn du es vollkommen richtig machen willst und wenn du dich
ausschliesslich aus tiefstem und reinstem Herzen immer nur an Gott direkt
wendest. Mache es richtig oder lass es ganz. Kriya Yoga ist eine mächtige
Technik - mächtig genug dich nach intensivsten Jahren des Praktikums in seiner
absoluten und heiligen Ganzheit bewusst mit Gott zu einen - aber auch mächtig
genug bei falscher Einstellung und / oder falscher Ausführung dein gesamtes
Nervensystem zerstören zu können. Um die ganze heilige, göttliche Macht
dieser Technik voll entfalten zu lassen, solltest du dich vollkommen in Gott
sinken lassen können und dich ganz und gar auf Gott und Gottes allmächtige,
alllesheilende Liebe konzentrieren können. Dadurch ermöglichst du zum einen
ein vollkommenes Öffnen des Sahasrara Chakra und zum anderen öffnest du dich
durch deine vollkommene Hingabe und Zuwendung an Gott für Gottes Führung. Für
Gottes Führung sowohl während des direkten Kriya Yoga Praktikums aller
genannten Techniken, als auch beim Praktikum aller weiteren festen Bestandteile
des Kriya Yoga, wie zum Beispiel Yama und Niyama
(Yama: Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit,
Enthaltsamkeit, auflösen von Besitz- und Habgier und die vollkommene heilige
Entfaltung göttlicher Liebe - Niyama: Reinheit, Disziplin, Zufriedenheit,
Studium - das zur Erkenntnis des Selbst führt. Hingabe an Gott)
Gott hat diese Technik geschaffen und vor
vielen Tausend Jahren den Erdenmenschen geschenkt - Gott ist der Guru aller
Gurus und ist auch der Guru eines jeden seiner geliebten Kinder das nach Hause
strebt. Rufe ihn und du wirst erhört - bitte und all deine Bitten werden erfüllt
- ALLE. Bitte um Liebe und Liebe wirst du erhalten. Bitte um Gnade und Gnade
wirst du erfahren. Bitte um Erlösung und erlöst sollst du sein - In Liebe -
mit Liebe - aus Liebe. Gott ist Liebe - göttliche Liebe kann nur heilen. Sei
weise mit all deinen Bitten und lerne dich Gottes liebender Führung hinzugeben
Die weiteren wichtigen Einzelheiten erhältst
du durch Diksha - Einweihung. !!!
Folge allen Links auf der
Einweihungs-Seite und du wirst alle Details erhalten.
Nun wird es Zeit noch
spiritueller zu werden in der Ausführung des Kriya Pranayama und uns auf die
endgültige und mächtigste Form - das wahre Kriya Pranayama vorzubereiten. Aber
sei beruhigt, bereits alle bisherigen Vorstufen sind sind so mächtig, dass
viele Gottsucher plötzlich Angst haben zu schnell zu Gott zu kommen. Aber sich
freuen darauf wäre sicherlich die einzig richtige Reaktion. Schliesslich wirst
du eintauchen in ein Meer ewiger Glückseligkeit aus dem du entstanden und in
das du jederzeit zurückdarfst.
Als Vorbereitung auf diese nun folgende Stufe
des Kriya Pranayama hast du ausführlich gelernt in einem Rhythmus von 1 bis 2
Grundzyklen pro Minute Kriya Pranayama zusammen mit deiner physischen Atmung zu
praktizieren. Du bist dabei bei mehr als 12 Kriyas pro Tag angelangt und bereit
noch weiter zu steigern - in vollkommener Liebe zu Gott und zu allen.
Jetzt achtest du darauf, dass bei jedem
EIN-Atemzug von Luft durch die Nase auch noch bewusst der Strom von Prana durch
dein Vishudda Chakra (Kehlkopfchakra) in deinen Lichtkörper strömt bzw bewusst eingeatmet wird
- Prana durch das Vishudda Chakra - keine Luft !!
Du erinnerst dich, dass Pranayama die
Zusammensetzung der beiden Sanskrit-Begriffe Prana und Ayama (feinstoffliche
Lebenskraft und vollkommene Beherrschung) ist. Also vollkommene Beherrschung der
Lebenskraft bedeutet. Dies ist das Ziel des Kriya Yoga und bewirkt natürlich
auch vollkommene Kontrolle und Beherrschung aller deiner Gedanken, Gefühle und
Handlungen.
Während du Luft durch die Nase einatmest,
achtest du darauf, dass du auch noch Prana durch dein Vishudda Chakra
"einatmest". Dies ist eine rein feinstoffliche Atmung, wird aber vom
physischen Körper oft mit der Luftatmung kombiniert. Aus diesem Grund ist es
auch viel leichter in dieser Kombination zu üben und zu vervollkommnen.
Pranayama kann jedoch auch vollkommen frei von
der Luftatmung vollzogen werden und die Luftatmung im vollkommenen Stadium auch
ganz ersetzen. Dies geschieht im Stadium des Nirbikalpa Samadhi immer.
Jetzt bist du bereit, auch die "Prana-Atmung"
in deine Kriya Pranayama Praxis zu integrieren. Durch die vordere Öffnung des
Vishudda Chakra auf der Höhe des Kehlkopfes - wie in der Grafik unten gezeigt.
Bei jedem EIN-Atemzug von Luft durch die Nase erfolgt auch das EIN-atmen von
Prana durch das Vishudda Chakra. Das göttlich reine Prana reinigt deinen
physischen Körper verstärkt und beschleunigt von allen Unreinheiten,
Giftstoffen und physischen Manifestationen des Egos. Das "AUS-atmen"
von Prana geschieht von alleine. Du brauchst dich nur auf die "EIN-Atmung"
des Prana zu konzentrieren - bis auch dies vollkommen automatisch und immer stärker
wird.
Wenn du bereits die Vorstufen bis hierher
ausreichend, regelmässig und sehr gewissenhaft ausgeführt hast - zusammen mit
der steten Verfeinerung von Yama und Niyama - dann kann es durchaus sein, dass
die "Prana-Atmung" sich zu einem beliebigen früheren Zeitpunkt von
selbst für dich wahrnehmbar beginnt. Zu einem geringen Anteil ist sie grundsätzlich
bei jedem Lebewesen IMMER vorhanden !! Ohne "Prana-Atmung" erfolgt
IMMER der physische "TOD" !! Ohne physische Luft-Atmung kann ein
Mensch jedoch grundsätzlich beliebig lange im Körper weiterleben - siehe auch
die wiederholten "Scheintoten".
Wenn also für dich fühlbar oder wahrnehmbar
die Prana-Atmung bereits zu einem früheren Zeitpunkt automatisch beginnt, so
darfst du natürlich auch zu jedem früheren Zeitpunkt damit beginnen. Aber nur
wenn die "Prana-Atmung" von selbst beginnt. Ansonsten solltest du die
gewissenhafte und systematische Vorbereitung bis hierher Schritt für Schritt
durchgehen. Es lohnt sich !!
Wenn du nun die "Prana-Atmung"
beginnst - so kann es hilfreich sein, dass du zu Beginn eines jeweiligen Kriya
Yoga - Tagesprogrammes zuerst einige Kriyas wie bisher machst und sobald du
einen ruhigen und automatisierten Rhythmus gefunden hast, die "Prana-Atmung"
noch hinzufügst.
Nach einiger Zeit des regelmässigen und
intensiven Kriya Pranayama mit "Prana-Atmung" wirst du fühlen wie bei
jedem Einatemzug immer mehr Prana in deinen Lichtkörper fliesst und dieser
immer intensiver zu vibrieren beginnt. Zeitweise kannst oder wirst du Hitze oder
Kälte in deinem Körper fühlen. Dabei solltest du dich noch mehr für Gott öffnen
und dich noch tiefer in Gottes Liebe sinken lassen - Gott wird dich immer in
Liebe auffangen !! Zeichen von Hitze, Kälte, aber auch kurzen Stechen oder vorübergehenden
geringen Schmerzen sind immer ein Zeichen, dass in dem Moment eine besondere
Blockade in Prana - in göttlicher Liebe aufgelöst wird. Vielleicht solltest du
auch vermehrt an deinem Yama und Niyama weiter arbeiten und die Verwirklichung
der Heiligen Regeln auf dem Weg zu Gott verwirklichen bzw. leben. Wenn du hierbei
zu nachlässig bist, kann es zu vermehrten Hindernissen beim Kriya Pranayama
kommen. Dein gesamtes Ego soll freiwillig in das Feuer göttlicher Liebe gelegt
werden.
Solltest du jedoch planen, dein
Ego und deine irdischen Wünsche, Ziele und Bestrebungen erst zu einem späteren
Zeitpunkt oder gar erst mit dem Tod aufzugeben, dann solltest du auch erst zu
diesem späteren Zeitpunkt mit Kriya Yoga BEGINNEN !!
Solltest du jedoch mit Leib und Seele von
ganzem Herzen zu Gott streben wollen und bereits bei der "Prana-Atmung"
vermehrt deine ganze Aura immer stärker vibrieren fühlen, dann sollte dich
dies motivieren weiter und immer intensiver Kriya Yoga zu praktizieren. Es ist
ein sicheres Anzeichen, dass dein Kriya Yoga erfolgreich und vollkommen richtig
ist. Gott wird dich auch beim Kriya Yoga in allen Einzelheiten führen -
schliesslich ist Gott dein geliebter Vater, Schöpfer und Guru - aber auch der
Erfinder des Kriya Yoga !!
Wann immer du zu einem beliebigen Zeitpunkt
irgendwelche Zweifel an der Richtigkeit deiner Ausführung hast, so bitte in
einem innigen und liebevollen Gebet um Gottesführung. Dies kann geschieht dann
zum Beispiel dadurch, dass Gott einige Male das gesamte Kriya Pranayama für
dich IN DEINEM KÖRPER ausführt - du nur als aufmerksamer Beobachter - um dir
zu helfen die Ausführung in jeder Hinsicht vollkommen genau machen zu können.
Im Laufe einer solchen Hilfe wirst du dann wissen, wann du selbst aktiv
mitmachst - während Gott sich mit seiner Hilfe langsam zurücknimmt - um dir
nach und nach die volle Kontrolle über Übung zu überlassen. Gott jedoch
ist und bleibt zu jeder Sekunde IMMER dein ständiger Begleiter und liebender
Beobachter / Helfer - jederzeit bereit aktiv zu helfen - so du ihn darum bittest
und dich auch für die Hilfe aktiv öffnest.
Das gleiche wie eben zuvor beschrieben gilt
natürlich für alle weiteren spirituellen Übungen und alle weiteren
Situationen des Seins und Lebens - auf Erden wie jenseits des Physischen.
Zu diesem Zeitpunkt deines Kriya Yoga wirst du
vermutlich schon mehrere Tausend Stunden Kriya Pranayama praktiziert haben. Im
ersten Jahr machst du ein Kriya pro Tag im ersten Monat und steigerst es um ein
weiteres Kriya pro Monat. Mit zunehmender Effizienz deiner "Prana-Atmung"
wird die physische Atmung immer flacher - Luft wird mehr und mehr durch eine
steigende Menge Prana ersetzt. Gleichzeitig wird dein allgemeines Wohlbefinden
und deine ganzheitliche Gesundheit stetig besser. Du wirst dabei immer wacher,
immer bewusster, deine gesamte Wahrnehmung immer intensiver und klarer. Ein
klarer Beweis dafür, dass du auf dem richtigen Weg bist und immer mehr und
schneller dein Kriya Pranayama steigern kannst.
Wenn du nach deinem ersten Anfangs-Jahr des
regelmässigen Kriya Yoga bei 12 Kriya Pranayama pro Tag in einer einzelnen
Sitzung angekommen bist, so kannst du im zweiten Jahr nun alle 2 bis 3 Wochen um
ein weiteres Kriya steigern bis du ca. 24 bis 30 Kriyas pro Tag pro Sitzung
erreicht hast.
Ungefähr zu diesem Zeitpunkt sollte auch
deine "Prana-Atmung" zusätzlich zur Luft-Atmung schon regelmässig
und gut wahrnehmbar sein. Eine gesunde, rein vegetarische Ernährung solltest du
zu diesem Zeitpunkt auch bereits als Folge deiner Fortschritte von Yama und
Niyama verwirklicht haben. Nun kannst dein Kriya Yoga intuitive mit einer stetig
steigenden Zahl Kriyas erweitern. Achte auf Gottes Führung und auf alle Zeichen
deines Körpers. Je mehr und je intensiver du dich der Liebe Gottes hingibst, je
leichter wird göttliche Liebe dich befreien dürfen und dir auf deinem Weg nach
Hause helfen dürfen.
Du wirst Kriya Pranayama stetig steigern bis
zu vielen Stunden täglich an einem Stück !! Im Laufe dieser weit
fortgeschrittenen Praxis deines Kriya Yoga wirst du stetig auf die letzte Stufe
des Kriya Pranayama zugehen bis diese automatisch erreicht ist.
Dein Vertrauen in die Liebe Gottes wird zu
diesem Zeitpunkt absolut sein. Stete Prüfungen - durch Übungen und Erlebnisse
des täglichen Lebens - bestätigen dir diesen Zustand des wahren Gottvertrauens
den du nun erlangst. Du hast die Fähigkeit, dich vollkommen in Gott sinken zu
lassen. In allen Situationen. Absolut ALLEN.
Gott ist Liebe
Dieses mächtige Mantram wird dir in allen
entscheidenden Momenten göttlich-magisch helfen. Sprich es aus - denke es oder
mach damit was immer dir am besten hilft. Es gibt sicherlich Momente wo du es
brauchen kannst oder wirst. Es wird immer dann da sein, wenn du es am
dringendsten brauchst. Wie eine helfende und heilende Hand Gottes, die dir
gereicht wird.
Nimm bitte jede Hilfe an die dir
auf dem Weg zu Gott gereicht wird. Jede Hilfe die dir angeboten wird auf dem Weg
ZU Gott ist immer ein liebender Bote und Helfer Gottes. Aus Liebe zu dir und zu
Gott. Das Mantram "Gott ist Liebe" ist eines der mächtigsten auf
diesem Planeten. Eines der mächtigsten überhaupt in der gesamten göttlichen
Schöpfung - es ist die innerste und absolute Wahrheit Gottes - deswegen seine göttliche,
befreiende und alles-heilende Macht.
Gott schickt JEDEM seiner Kinder alle Hilfe
die gebraucht wird. Auf Erden durch physische Menschen die dir Botschaften
bringen oder auf dem Weg der Liebe helfen, durch Heilige und Gurus die dich
lehren und Karma auflösen, sowie jenseits des Physischen durch Heilige und göttliche
Boten der Liebe, die dir den Weg der Liebe zeigen und dich auf dem Weg zu Gott
schützen und führen. Jeder der freiwillig und aus eigener Entscheidung zu Gott
will, wird auch dorthin dürfen und von Gott in Liebe aufgenommen- Liebe ist der
Weg - Liebe ist der Treibstoff - Kriya Yoga ist ein stark beschleunigendes
Fahrzeug auf diesem Weg der Liebe - so du dich ausschliesslich für die Liebe
entschieden hast.
Nun, wo du bei VIELEN Stunden des täglichen
Kriya Pranayama angekommen bist. Wirst du vielleicht plötzlich das Bedürfnis
haben, für MEHRERE Monate in die vollkommene Einsamkeit gehen zu dürfen. Du
solltest diesem Bedürfnis so schnell wie möglich nachkommen. Einsamkeit mag
bedeuten, dich in ein dafür geeignetes Ashram, Kloster oder ähnlichen -
ausschliesslich Gott gewidmeten - Platz zurückzuziehen.
Du solltest dort die Möglichkeit haben,
tagelang oder gar wochenlang alleine sein zu können, in deinem Zimmer oder wo
immer du willst und dich wohl fühlst - ohne je von irgend jemandem gesucht,
gerufen oder sonstwie unterbrochen oder gestört zu werden.
Im entscheidenden Moment wirst du wissen warum
!! Du brauchst vollkommene Ruhe und Geborgenheit - nur für Gott und dich
allein. Der Weg zu Gott ist ein Weg zu deinem kosmischen Geliebten - es ist das
Ende einer langen Reise und der Beginn einer ewigen glückseligen
Liebesbeziehung - der schönsten die du je erleben kannst. Denke daran - wenn du
auf Erden mit einer Geliebten oder einem Geliebten die erste Liebesnacht seit
langem verbringst, möchtest du dich in aller Ruhe darauf vorbereiten und auch
sicher sein die ganze Nacht in Ruhe die Liebe zu geniessen - zu lieben und dich
lieben zu lassen. Ebenso wird es dir mit deinem ersten Maha Samadhi oder
Nirbikalpa Samadhi gehen. Ob dein Herz in vollkommener Gottes-Vereinigung dann
noch schlägt oder ruht, ob deine Lungen mit Luft gefüllt werden oder von
Gottes Liebe durchflossen werden - dies wird dir im Zustand göttlicher Glückseligkeit
vollkommen egal sein !!! Du solltest aber sicher sein, dass nie ein unwissender
Arzt oder ähnliche Gott-getrennte Person in deine Nähe kommen kann und du in
absoluter Ruhe dein göttliches Recht wahrnehmen darfst.
Gegebenenfalls kannst du diese
entscheidenden Schritte in Indien oder ähnlichen Ländern mit Jahrtausende
alter Gottverwirklichungs-Tradition vollziehen. Aber auch in den meisten anderen
Ländern wirst du einen geeigneten Platz finden. Bitte Gott rechtzeitig um
Hilfe, erkenne seine Hilfe und nimm sie bitte an.
An diesem weit fortgeschrittenen
Punkt deiner spirituellen Entwicklung angekommen, wirst du bereits eine stetig
wachsende Sehnsucht nach dem einen ohne zweiten haben - nach Gott. Dein
kosmischer Geliebter ist dir immer näher und in in deiner Wahrnehmung immer
klarer. Natürlich war Gott immer nahe - aber deine Wahrnehmung zu sehr
abgestumpft - um seine Nähe und Allgegenwart auch wirklich und voll bewusst
WAHRNEHMEN zu können. Jetzt bist du an einem Punkt angelangt, wo dies nie mehr
eine Frage sein könnte - sondern nur zu einer absolute und vollkommen bestimmte
Gewissheit - Gott ist Liebe - ich bin Liebe !!
Natürlich wirst du nun Gottes Nähe auch
ausserhalb deiner immer tiefer werdenden täglichen Meditationen bewusst und
meist dauernd wahrnehmen. Seine Liebe ist dir bewusst und allgegenwärtig überall
für dich fühlbar bei allem was du tust.
Es wird Zeit dich auf die höchste Form des
Nirbikalpa Samadhi oder gar Maha Samadhi vorzubereiten. Es mag sicher Gründe
geben, nach einem Nirbikalpa Samadhi wieder in deinen Körper eintauchen zu
wollen - es gibt aber auch gute spirituelle Gründe bei Gott zu bleiben und
deinen Körper bewusst und endgültig loszulassen und Gott zu schenken. Die
Entscheidung liegt alleine bei dir. Jedoch solltest du wissen, dass ein
Nirbikalpa Samadhi intensiver wirkt je länger du in diesem Zustand verweilen
kannst und darfst. Dürfen aus göttlicher Sicht kannst du natürlich alle
Ewigkeit. Gemeint ist mit dürfen ausschliesslich die relative irdische Sicht.
Um die Entscheidung wirklich nur alleine dir, deiner Liebe und Gott zu überlassen,
solltest du dich jetzt auf jeden Fall in aller Ruhe zurückziehen können.
Vielleicht hast du mit Gottes Hilfe bereits rechtzeitig eine Möglichkeit
GESCHAFFEN, eine entsprechend geeignete eigene Wohnung, Blockhaus, Ashram oder
ähnliches dauernd zur Verfügung zu haben.
Deine "Prana-Atmung" ist jetzt sehr
regelmässig und intensiv, die physische Atmung ist nach einiger Praxis
innerhalb einer Kriya Yoga Sitzung so flach, dass dein Körper nahezu
ausschliesslich von Prana ernährt wird. Zu diesem Zeitpunkt machst du jetzt
vermutlich bereits mehr als 6 Stunden Kriya Pranayama pro Tag. Du kannst jetzt
auch mehrere Sitzungen täglich durchführen. Jedoch solltest du dich
ausschliesslich intuitiv von Gott führen lassen. Je länger eine einzelne
Sitzung Kriya Pranayama wird, je mächtiger und heiliger die Wirkung. Du wirst
öfters ein Bedürfnis haben immer weiter zu machen mit Kriya Pranayama und
solltest diesem Bedürfnis jedesmal folgen.
Der Ruf Gottes und die Anziehungskraft Gottes
für deine Seele sind wie Blüten-Nektar für Bienen. Von himmlischer
Anziehungskraft und voller heilender Liebe. Liebe die nun zunehmend auf alle
deine Mitmenschen eine transformierende und heilende Wirkung ausübt. Worte und
physische Anwesenheit werden immer nebensächlicher in deinem Sein. Dein göttliches
Wesen beginnt sich in den göttlichen Ozean zu ergiessen. Du magst bereits
Schwierigkeiten haben, zwischen dir und Gott zu unterscheiden, denn du wirst mehr
und mehr alle Dinge des Seins und Lebens durch die "Augen" Gottes
wahrnehmen - für alle und alles nur noch Liebe empfinden können.
Das Yoni Mudra wirst du nun kaum mehr brauchen
um in eine tiefe Meditation einzutauchen. Vielleicht ist auch schon zu einem früheren
Zeitpunkt dein Kriya Pranayama so göttlich geworden, dass du intuitiv bereits
gewusst hast was zu tun ist. Du wirst täglich geführt und solltest diese Führung
schon einige Zeit bewusst nutzen gelernt haben. Spirituelle Kommunikation auf höchster
Ebene und in reinster, göttlicher Form gehört zu deinem göttlichen Segen, den
du nun täglich geniesst. Statt Bücher zu lesen, beginnst du in Gott zu lesen
oder selbst Bücher zu schreiben um anderen Menschen zu helfen.
Eine vollkommen göttliche, ruhige
ausschliesslich spirituelle Umgebung ist, was du jetzt brauchst. Dein Kriya
Pranayama wird nach ca 20'000 bis 30'000 Stunden des Praktizierens so rein und
effizient, dass du nun nahezu dauernd wach bist. Mit 12 bis 18 Stunden Kriya
Pranayama pro Tag wird dein physischer Körper meist nur noch ca. 3 bis 6 Stunden
Ruhe brauchen, während dein Geist meist dauernd vollkommen wach bleibt. Das
heisst, du legst deinen Körper zur Ruhe - DU bist SEELE - ein göttliches
Lichtwesen - und dauernd wach. Auch dann, wenn dein physischer Körper Gott zur
"Wartung" überlassen wird.
Eines Tages - oft ohne besondere Ankündigung
- bei dem zuvor genannten täglichen Kriya Pranayama Pensum - wird deine "Prana-Atmung"
so rein und göttlich vollkommen, dass die physische Atmung immer langsamer
wird, danach ganz aufhört. All deine Lebenskraft und dein Bewusstsein hat sich
aus dem physischen Körper in den Astralkörper - vom Astralkörper in den
Kausalkörper und vom Kausalkörper in deine Seele zurückgezogen. Kein Samadhi
- sondern Normalzustand im weit fortgeschrittenen Zustand des Kriya Pranayama.
So wie nun dein gesamtes Bewusstsein als
direkte Folge des Kriya Pranayama in deiner Seele gesammelt ist - deine gesamte
Aufmerksamkeit in der Kutashta wirklich vollkommen eins mit deinem inneren Licht
wird, während du weiter mit ganzer Liebe und ganzer Kraft deines Herzens und
deiner Seele, deines gesamten Wesens immer nur zu Gott strebst. Von Gott und
allen erlösten Heiligen Kindern Gottes geführt und geschützt. So wird nun
auch dein Herzklopfen immer langsamer und langsamer und endet letztendlich ganz.
Diese wenigen letzten Minuten oder gar nur Sekunden vor dem Einsetzen
des Atemstillstandes und bis zum darauf folgenden Herzstillstand werden mit
einem vollkommen klaren und extrem wachen Bewusstsein erfüllt.
Du wirst dabei so wach und klar in deinem
Geiste sein, wie du auf Erden in deinem physischen Körper noch nie warst.
Ein immenser göttlicher Strom von Liebe durchfliesst dich. Deine Freude auf das
kommende wird stetig wachsen. Mit absoluter Gewissheit weisst du genau, was zu
tun ist, und wie es weitergeht. Du strebst nur nach dem einen - nur nach Gott.
"Gott ist Liebe"
Dieses Mantram wirst du jetzt wohl öfters
brauchen können. Es ist voller göttlichem Segen. Du weisst mit vollkommener
Bestimmtheit - Gott ist Liebe. Du weisst ebenso absolut sicher und gewiss -
Liebe kann nur heilen - in Liebe kannst du absolut alles auflösen - absolut
ALLES !!
Göttliche Liebe heilt ALLES !!!
Wenn du mit der Gewissheit - Gott ist Liebe -
die nun folgende "Reise" zur vollkommenen Verschmelzung mit Gott zu
Ende gehst bis du eins mit Gott - eins ohne zweites - dann lasse dich ganz und
vollkommen in Gott sinken. Solange bis du ganz und gar eins mit Gott bist.
Schenke Gott alles - absolut alles und du wirst vollkommen frei sein - in Liebe
und in alle Ewigkeit.
Gottes Liebe, Gnade und Barmherzigkeit ist
ewiglich und allmächtig. Gottes Liebe wird dich emporheben auf deiner letzten
Reise - Gottes Liebe wird dich befreien.
Alle können von Gottes Liebe befreit werden
Absolute ALLE. Jeder Mensch,
jedes Wesen auf Erden und jenseits von Erden ist ein heiliges Kind Gottes -
Jedes von Gott je geschaffene Wesen hat immer ein absolutes und heiliges Recht
jederzeit in die göttliche Heimat - in Gott zurückzukehren - mit Gott
vollkommen eins zu werden.
Auf den Flügeln der Liebe -
wirst du deinen letzen Weg zu Gott getragen. Öffne dich bitte für all seine
Liebe und seinen väterlichen Segen. Gottes Liebe ist wie ein allmächtiger
Magnet - deine bewusste Hingabe, dein aktives und ganzes JA zur Liebe und
zu Gott schalten deinen magnetischen Pol ein und lässt diesen göttlichen
Liebes-Magneten sanft und vollkommen wirken.
Gottes Liebe wird dich
"magnetisch" emporheben bis zur vollkommenen Einswerdung.
Die Wissenschaft des Pranayama -
von Swami Sivananda
Vorwort
des deutschen Herausgebers Zum
Inhaltsverzeichnis
Die Wissenschaft des Pranayama ist ein
faszinierendes Thema. Die alten Yogis haben herausgefunden, daß man mittels
bestimmter Atemübungen allerlei Krankheiten heilen, Vitalität wiedergewinnen
und die Ausstrahlung verbessern kann. Intensiv ausgeführte Übung von Pranayama
kann die Konzentrationsfähigkeit des Geistes erhöhen, das subtile
Wahrnehmungsvermögen und übernatürliche Kräfte (Siddhis) entwickeln. Die
erhabenste Wirkung von Atemübungen ist jedoch die Vorbereitung des Geistes auf
die Meditation. Mit Meditation kommt der Suchende zur Selbstverwirklichung, zur
vollkommenen Befreiung, Erlösung und Erkenntnis.
So viele Bücher es im Westen über Asanas
(Yogastellungen) und Yoga Entspannungstechniken gibt, so wenige Bücher gibt es
über Pranayama. Meist wird Hatha Yoga mit Körperstellungen und
Entspannungstechniken gleichgesetzt, obgleich Pranayama in allen klassischen
indischen Hatha Yoga Texten sehr viel mehr Raum einnimmt. Und wenn in den populären
westlichen Hatha Yoga Büchern Pranayama erwähnt wird, werden meist nur
einfache entspannende Atemübungen beschrieben.
Swami Sivananda ist besonders dazu berufen, über
Pranayama zu schreiben. Swami Sivananda wurde 1887 in einer orthodoxen südindischen
Brahmanenfamilie geboren. Er ging auf eine Missionsschule und studierte Medizin.
Gleichzeitig beschäftigte er sich mit Yoga und Ayurveda und gab eine
Gesundheits-Zeitschrift heraus. Später emigrierte er nach Malaysia und leitete
viele Jahre ein Krankenhaus. Im Alter von 36 Jahren kehrte er zurück nach
Indien und zog nach Rishikesh in den Himalaya. Dort fand er seinen Meister und
praktizierte 12 Jahre lang intensiv Yoga-Übungen, Pranayama, Askese-Übungen
und Meditation. Eine kleine medizinische Praxis hielt er auch während dieser
Zeit aufrecht, indem er andere Suchende und arme Dorfbewohner aus der Gegend
kostenlos behandelte. In dieser Zeit erreichte er Samadhi, das Ziel aller
Yoga-Praktiken, die Selbstverwirklichung. Angezogen von seiner starken
Ausstrahlung kamen viele Schüler zu ihm. So begann 1936 seine intensive Tätigkeit,
um den Menschen mit der Verbreitung des Yoga auf allen Ebenen zu helfen. Er gründete
einen Ashram, die Divine Life Society (ein gemeinnütziger Verein mit
Zweigstellen auf der ganzen Welt), ein Krankenhaus zur kostenlosen ärztlichen
Versorgung, eine Yoga Vedanta Akademy. Swami Sivananda schrieb über 200 Bücher,
die von verschiedenen indischen Verlagen sowie der ashrameigenen Druckerpresse
herausgegeben wurden. Viele seiner Bücher sind in andere Sprachen übersetzt
worden und sind auch heute noch sehr beliebt.
In diesem Buch “Die Wissenschaft des
Pranayama” schreibt Swami Sivananda über die verschiedensten Aspekte des
Pranayama, vom medizinischen, vom psychologischen, vom philosophischen, vom
metaphyschen und sogar vom esoterisch-mystischen Standpunkt aus. Zum einen
beschreibt er die Funktion der Lungen, dann beschriebt er den Aufbau des Astralkörpers
mit Prana (Lebensenergie), Kundalini (kosmische Energie im Individuum), den
Nadis (Energiekanälen) und den Chakras (Energiezentren). Schließlich
beschreibt er das Wesen des Universums, Gott und die Erfahrung der höchsten
Wirklichkeit. Teile des Buches könnten einem Anatomiebuch der fünfziger Jahre
entnommen sein, während andere Zusammenfassungen jahrhundertealter Schriften
sind. Swami Sivananda gibt Übungen für den Anfänger und Fortgeschrittenen, für
den “Freizeit-Yogi” wie auch den “Vollzeit-Yogi”. Einfache Atemübungen,
Pranayama im Gehen, Sonnengeflechtsaufladung etc. können von jedem mit sehr
viel Nutzen ausgeübt werden. Andere Übungen müssen regelmäßig zu einer
festen Zeit ausgeführt werden und verlangen vom Übenden schon etwas mehr
Engagement. Manche Übungen sind dem sehr Fortgeschrittenen vorbehalten und
muten zum Teil schon abenteuerlich bis märchenhaft an (wenn der Schüler zum
Beispiel dazu aufgefordert wird, drei Stunden lang die Luft anzuhalten...). Der
aufmerksame Schüler, der mit dem von Swami Sivananda immer so sehr betonten
gesunden Menschenverstand an die Übungen herangeht, wird sicherlich das für
ihn geeignete finden.
Dieses Buch ist nicht systematisch, logisch
aufgebaut. Der Leser wird einige Wiederholungen finden und einige Teile, die nur
in Indien anwendbar sind. Das Buch ist aber aufgeladen mit der Shakti (Kraft)
Swami Sivanandas. Es ist so aufgebaut, daß der Leser inspiriert wird, etwas zu
tun und in ihm eine innere Transformation geschieht, die es ihm erlaubt, Zugang
zur eigenen Intuition zu bekommen. Dies ist der oft beschriebene Zauber von
Swami Sivanandas Büchern: Nahezu jeder, der darin liest, spürt eine tiefe Veränderung
in sich und den Wunsch, weiter an sich zu arbeiten, anderen Menschen zu helfen
und dem spirituellen Ziel des Lebens näher zu kommen.
Ich wünsche allen Lesern, daß sie Übende
werden und allen Übenden, daß sie viel Spaß bei ihrer Praxis haben. Es sollte
jedoch bedacht werden, daß bei spezifischen Fragen immer ein kompetenter
Yogalehrer gefragt werden sollte. Auch an den deutschen Herausgeber dieses
Buches, den Bund der Yoga Vidya Lehrer, können Fragen gerichtet werden.
Sukadev Volker Bretz, 1. Vorsitzender des
Bundes der Yoga Vidya Lehrer
Es ist wohl kaum notwendig, die Bedeutung des
Themas und die Verdienste des Autors, Sri Swami Sivanandaji Maharaj
hervorzuheben. Sri Swamiji lebt in den Herzen der Menschen als ein großer Yogi,
Meister und Heiliger. Swamijis Methode, komplizierte Themen des Yogas in einem
unnachahmlichen, einfachen Stil mit überzeugender Sicherheit darzustellen, ist
einzigartig. Sie ist sehr kompetent, da Swamiji eine Kombination aus einem
erfahrenen Arzt, einem Vollblut-Yogi und einem Jivanmukta (Selbstverwirklichter,
Befreiter) ist.
In bestimmten Kreisen wurde das Üben von
Pranayama aufgrund bestimmter Einschränkungen (Notwendigkeit der Nähe zu einem
vollendeten Guru, Einhalten einer bestimmten Diät etc.) mit Besorgnis
betrachtet. Sri Swamiji hat in diesem Buch erläutert, daß derartige Sorgen völlig
unbegründet sind und vermittelt uns eine einfache und sichere Methode, um
Pranayama zu üben. Das Buch enthält geeignete Anweisungen für alle Arten von
Sadhakas (spirituelle Aspiranten). Diejenigen, die den Anleitungen des Buchs
folgen, können sich ihres Erfolgs gewiß sein.
Pranayama ist ein wichtiges Anga (Stufe,
Glied) des Ashtanga Yoga. Es ist gleichermaßen notwendig für das tägliche
Leben, für eine gute Gesundheit, Erfolg und Glück in allen Dingen des Lebens.
Wie und was Pranayama ist, wird auf den folgenden Seiten erklärt. Die Erläuterungen
und Informationen über Entspannung dürfte für alle Leser von besonderem
Interesse und Nutzen sein.
Wir sind besonders ermutigt durch den
positiven Anklang, den die vorhergehenden Auflagen bei unseren geschätzten
Lesern gefunden haben und hoffen, daß mehr und mehr Aspiranten diesen
besonderen Aspekt des Sadhana (spirituelle Übung) in ihre tägliche spirituelle
Praxis aufnehmen werden. Das Glück und die Freude, die man dabei fühlen kann,
verhelfen zu einem wahrhaft wonnevollen “Göttlichen Leben”.
Divine Life Society
Einführung
des Verfassers Zum
Inhaltsverzeichnis
Für schnelles Reisen stehen uns Eisenbahnen,
Schiffe, Flugzeuge usw. zur Verfügung. Yogis behaupten, daß durch Yogaübungen
das Gewicht des Körpers soweit reduziert werden kann, daß er alle räumlichen
Distanzen in einem Augenblick durchfliegen kann. Sie können eine magische Salbe
zubereiten, die einem, auf die Fußsohlen aufgetragen, die Macht verleiht, jede
Entfernung auf der Erde in einer sehr kurzen Zeit zurückzulegen. Durch das Üben
von Khechari Mudra (die gestreckte Zunge wird dabei auf die hinteren nasalen Öffnungen
gelegt), können sie in der Luft fliegen. Indem sie eine magische Tablette im
Mund halten, können sie sich an jeden beliebigen Ort innerhalb eines
Augenzwinkerns bewegen. Wenn wir uns um Freunde in einem entfernten Land Sorgen
machen, schreiben wir Briefe oder schicken Telegramme. Die Yogis erklären
jedoch, daß sie durch Dhyana (Konzentration, Meditation) alles, was in anderen
Teilen der Welt passiert, wissen. Dies geschieht durch eine Projektion ihres
Geistes oder durch mentales Durchreisen der Entfernungen. Beides ist für Yogis
eine Sache von wenigen Sekunden. Yogi Lahiri reiste auf diese Art nach London,
um nach dem Gesundheitszustand der Frau seines Vorgesetzten zu sehen, während
er im Samadhi (überbewußter Zustand) noch in Varanasi/Indien war. Um einen
entfernt lebenden Freund zu hören, stehen uns Telefone zur Verfügung. Yogis
behaupten, daß sie durch ihre yogische Kraft, alles, aus jeder Entfernung hören
können, sogar die Stimmen von Gott und anderer unsichtbarer Wesen am Himmel.
Wenn heute ein Mensch an einer Krankheit
leidet, stehen ihm Ärzte, Medikamente und Spritzen etc. zur Verfügung. Yogis
berichten, daß durch einen flüchtigen Blick, durch einfache Berührung oder
durch Wiederholung eines Mantras, nicht nur Krankheiten geheilt werden können,
sondern auch ein Toter wieder zum Leben erweckt werden kann.
Die Yogis erhalten durch ständige
Konzentrationsübungen verschiedene yogische Kräfte, die als Siddhis bekannt
sind. Jene, die diese Siddhis erlangen werden Siddhas genannt. Die Praktiken,
durch die sie die Siddhis erhalten, werden als Sadhana bezeichnet. Pranayama ist
eines der wichtigsten Sadhanas. Durch das Üben der Stellungen (Asanas) kannst
Du den physischen Körper und durch Pranayama den feinstofflichen astralen Körper
(Linga Sharira) kontrollieren. Da es zwischen der Atmung und den Nervenströmen
eine enge Beziehung gibt, führt die Kontrolle der Atmung zur Kontrolle vitaler
innerer Ströme.
Pranayama nimmt in der indischen Religion
einen wichtigen Platz ein. Jeder, der die Schriften studiert und sexuelle
Enthaltsamkeit übt, und auch jeder Grihastha (Mensch im Berufs- und
Familienleben), soll morgens, mittags und abends bei seinem täglichen Gebet, während
der Sandhyas (Morgen- und Abenddämmerung) Pranayamaübungen praktizieren.
Pranayama geht jeder religiösen Verrichtung der Hindus voraus. Bevor ein
Hindu ißt, trinkt oder sich entschließt, irgend etwas zu tun, sollte er zunächst
Pranayama ausführen. Anschließend sollte er sich Ziel und Zweck seines Lebens
deutlich vergegenwärtigen und vor seinem Geist aufbauen. Wenn das Pranayama
jeder Anstrengung des Willens vorausgeht, ist dies eine Gewähr dafür, daß die
Mühe mit Erfolg gekrönt sein wird und der Geist wird darauf ausgerichtet sein,
das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Hier möchte ich auf eine erstaunliche Gedächtnisleistung
hinweisen, die von Hindu-Yogis unter dem Namen “Konzentration auf einhundert
Dinge” ausgeübt wird. Beim Satavadhana werden dem Satavadhani (dem sich
Konzentrierenden) in rascher Folge von verschiedenen Personen einhundert Fragen
gestellt, wobei einige das Wortgedächtnis des Ausführenden testen, andere die
Leistungsfähigkeit seiner geistigen Berechnung, andere wiederum versuchen seine
künstlerische Fertigkeit zu testen, ohne ihm Zeit zu geben, bei den gestellten
Fragen zu verweilen. Der Satavadhani beginnt durch Wiederholung der Fragen in
beliebiger Reihenfolge, diese zu beantworten. Im allgemeinen geschieht dies in
drei oder mehr Runden, wobei in jeder Runde nur eine Teilantwort zu jeder Frage
gegeben und in der nächsten Runde an der abgebrochenen Stelle weitergemacht
wird. Wenn die Fragen ihrer Natur nach mathematische Lösungen fordern, liefert
er die Antworten zusammen mit Fragen, die eine geistige Lösung verlangen.
Diese Fähigkeit zur Konzentration des Geistes
wird oft nicht nur in Bezug auf den Intellekt sondern auch in Bezug auf die fünf
Sinne demonstriert. Es werden z.B. eine Reihe von Glocken verschieden
gekennzeichnet. Es ist gestattet, die verschiedenen Klänge zu studieren und
geistig die Kennzeichnungen zu vermerken. Eine Reihe von Glocken ähnlicher Form
und Farbe, die wahrscheinlich im Auge eines gewöhnlichen Menschen zu einer
Verwechslung führen würden, werden dem Avadhani (der Konzentrierte) mit ihren
Kennzeichnungen gezeigt. Während er nun seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge
richtet, wird er, wenn eine der Glocken geschlagen oder ihm gezeigt wird, sofort
die Kennzeichnung der Glocke oder die Nummer nennen können.
In ähnlicher Art wird auch die Fähigkeit
seines Tastsinns einem Test unterzogen. Solche Gedächtnisleistungen beruhen auf
dem Training, das sie aus der täglichen Übung von Pranayama beziehen.
Das Prana kann als die feinste vitale Kraft in
allem definiert werden, das auf der physischen Ebene als Bewegung und auf der
geistigen Ebene als Gedanke sichtbar wird. Das Wort “Pranayama” bedeutet
also “Beherrschung der vitalen Energien”. Es ist die Kontrolle der
Lebensenergie, die durch die Nerven pulsiert. Prana bewegt unsere Muskeln, läßt
uns die äußere Welt wahrnehmen und uns unsere inneren Gedanken denken. Diese
Energie wird aufgrund ihrer Natur als die vis viva des tierischen Organismus
bezeichnet. Die Beherrschung dieser Kraft wird von den Yogis mittels Pranayama
angestrebt. Derjenige, der sie beherrscht, ist nicht nur Beherrscher seiner
eigenen Existenz auf der physischen und geistigen Ebene sondern Beherrscher
der gesamten Welt. Das Prana ist die höchste Essenz kosmischen Lebens, das
feine Prinzip, welches das gesamte Universum zu seiner gegenwärtigen Form
entwickelt hat und es auf sein endgültiges Ziel zutreibt. Für den Yogi ist das
gesamte Universum sein Körper. Die Materie, die seinen Körper aufbaut, ist die
gleiche wie diejenige, die das Universum hervorgebracht hat. Die Kraft, die
durch seine Nerven pulsiert, ist gleich der Kraft, deren Schwingung das
Universum erfüllt. Die Herrschaft über den Körper bedeutet daher für ihn die
Eroberung der Kräfte der Natur. Nach einer der Hindu Philosophien ist die
gesamte Natur aus zwei grundsätzlichen Substanzen aufgebaut. Eine von ihnen
wird Akasa (Äther) genannt und die andere Prana (Energie). Sie entsprechen den
Begriffen Materie und Kraft der modernen Wissenschaftler. Alles in diesem
Universum, das eine Gestalt besitzt oder eine materielle Existenz aufweist, ist
aus dieser allgegenwärtigen und alles durchdringenden feinen Substanz
‘Akasa‘ hervorgegangen. Gas, Flüssigkeit und Festkörper, das gesamte
Universum, bestehend aus unserem und Millionen riesiger Systeme und jede Art von
Existenz, die unter das Wort ‘erschaffen’ gebracht werden kann, sind
Produkte dieser einen subtilen und unsichtbaren alles durchdringenden Substanz
und kehren am Ende eines jeden Zyklus zu diesem Startpunkt zurück. Alle Naturkräfte,
die dem Menschen bekannt sind, sind Manifestationen des kosmischen Pranas:
Schwerkraft (Gravitation), Licht, Wärme, Elektrizität, Magnetismus, all
solche, die unter dem Oberbegriff von Energie zusammengefaßt werden können,
physische Erschaffung, Nervenströme, all solche, die als animalische Kräfte
bekannt sind, Gedanken und auch andere intellektuelle Kräfte. Aus dem Prana
entspringen sie in die Existenz und im Prana versiegen sie schließlich. Jede
Art von Kraft in diesem Universum, ob physisch oder geistig, kann auf diese
ursprüngliche Kraft zurückgeführt werden. Es gibt nichts anderes auf dieser
Welt als diese beiden Faktoren in einer ihrer Erscheinungsformen. Erhaltung von
Materie und Energieerhaltung sind die zwei entsprechenden grundlegenden
Naturgesetze. Während das eine besagt, daß die Gesamtmenge von Akasa, die das
Universum bildet, konstant ist, besagt das andere, daß die Gesamtmenge von
Energie, die das Universum erfüllt, ebenfalls eine konstante Größe ist. Am
Ende eines jeden Zyklus klingen die verschiedenen Manifestationen von Energie ab
und werden zu Potential. So auch das Akasa, das ununterscheidbar wird, aber zu
Beginn des nächsten Zyklus wirken die Energien erneut auf die Materie, um so
verschiedene Gestalten hervorzubringen. Wenn sich das Akasa ändert und grob
oder fein wird, ändert sich auch das Prana. Es wird grob oder fein. Da der
menschliche Körper für den Yogi nur ein Mikrokosmos ist, stellt sein aus dem
Nervensystem und den inneren Wahrnehmungsorganen zusammengesetzter Körper das
mikrokosmische Akasa und die Nervenströme und Gedankenströme das
mikrokosmische Prana dar. Ihre Arbeitsweise zu verstehen und zu kontrollieren,
bedeutet daher das höchste Wissen zu erlangen und das Universum zu beherrschen.
Derjenige, der das Prana unter Kontrolle hat,
hat den wahren Kern kosmischen Lebens und seine Aktivität erfaßt. Wer diese
wahre Essenz unter Kontrolle bringt, hat nicht nur seinen eigenen Körper und
Geist unterworfen, sondern jeden anderen Körper und Geist in diesem Universum.
Daher ist Pranayama, die Kontrolle des Pranas, das Mittel, durch das der Yogi
versucht, in seinem kleinen Körper die Gesamtheit kosmischen Lebens zu
verwirklichen und Vollkommenheit durch das Erlangen aller Kräfte dieses
Universums zu erreichen. Seine verschiedenen Übungen und Schulungen dienen alle
diesem Zweck.
Warum warten und die spirituelle Praxis
verschieben? Aufschub bedeutet soviel weiteres Leid und Elend. Laßt uns das
Tempo erhöhen und noch härter arbeiten, bis wir Erfolg erlangen in der Überbrückung
der tiefen Kluft der Zeit. Laßt uns durch die Ausübung von richtigem Sadhana
(spirituelle Übung) das Ziel sofort erreichen, gerade jetzt in diesem
Augenblick. Wie können wir diese unendliche Erkenntnis, unendliche Wonne,
unendlichen Frieden und unendliche Macht erfahren?
Die Lösung ist die Lehre vom Yoga. Die
gesamte Wissenschaft des Yoga hat dieses eine Ziel im Auge, den Menschen in die
Lage zu versetzen, den Ozean des Samsaras (Kreislauf von Wiedergeburt und Tod,
weltliches Leben) zu durchqueren, die Energie zu erhöhen, Erkenntnis zu
entwickeln und Unsterblichkeit und ewige Wonne zu erlangen.
Swami Sivananda
Kapitel 1: Prana und Pranayama
Zum
Inhaltsverzeichnis
Kleiner Einschub: Ich stellte mir beim
Durcharbeiten des Textes die Frage, was "Apana" ist. Dabei fand ich
folgende Erklärungen:
Im Shatshakranirupana heisst es, dass der im
Herzen wohnende Prana zieht das im Muladhara wohnende Apana an und der Apana
zieht das Prana an. (von shakta-tantra.org)
Apana ist die negative Form des positiven
Prana. Apana ist polarisiertes Prana, dem die dynamische Energie fehlt. (von energiepyramiden.org)
Apana: Der Nervenstrom, der die Bauchregion
steuert und sein Zentrum im Anus (Wurzelchakra) hat; bewirkt die Ausscheidung
von Fäkalien (und Blähungen); bewirkt Samenerguß; der nach unten gehende
Atem. (von yoga-vidya.de)
Hauptziel des Pranayamas ist, das Prana mit
dem Apana (nach unten gehende Energie) zu vereinigen und das vereinigte
Pranapana langsam zum Kopf zu bringen. Die Wirkung oder die Frucht des
Pranayamas ist das Erwecken der schlafenden Kundalini (kosmische Energie im
Menschen). (yoga-vidya.de)
Pranayama ist eine exakte Wissenschaft. Es ist
das vierte Anga (Glied) des Ashtanga Yoga. “Tasmin Sati
Svasaprasvasayorgativicchedah Pranayamah” - Wenn Festigkeit in Stellung oder
Sitz (Asana) erreicht sind, folgt Atemzügelung: Unterbrechung des Laufs der
Ein- und Ausatmung. So ist Pranayama in den Yoga Sutras von Patanjali (Kapitel
II, Vers 49) definiert.
‘Svasa‘ bedeutet Einatmung und
‘Prasava‘ Ausatmung. Atem ist die äußerliche Manifestation von Prana, der
vitalen Kraft. Atem ist wie die Elektrizität grobes Prana. Atem ist Sthula,
grob. Prana ist Sukshma, fein. Durch Kontrolle der Atmung kannst Du das feine
Prana im Innern beherrschen. Kontrolle des Pranas bedeutet Kontrolle des
Geistes. Der Geist kann nicht ohne die Hilfe von Prana arbeiten. Die
Schwingungen des Pranas alleine bringen Gedanken im Geist hervor. Es ist das
Prana, das den Geist bewegt. Es ist das Prana, das den Geist in
Bewegung setzt. Es ist das Sukshma Prana (das psychische, feinstoffliche Prana),
welches eng mit dem Geist verbunden ist. Die Atmung ist wie das wichtige
Schwungrad einer Maschine. Genauso wie die anderen Räder stoppen, wenn der
Fahrer das Schwungrad anhält, so stellen alle Organe ihre Arbeit ein, wenn der
Yogi die Atmung anhält. Wenn Du das Schwungrad kontrollieren kannst, kannst Du
auch die anderen Räder kontrollieren.
Wer die äußere Atmung beherrscht, kann auch
leicht die innere vitale Kraft, das Prana, kontrollieren. Kontrolle des
Pranas durch Regulierung der äußeren Atmung, wird als Pranayama bezeichnet. So
wie ein Goldschmied Verunreinigungen aus Gold entfernt, so kann auch der
Yoga-Schüler Verunreinigungen des Körpers und der Sinne entfernen. Dies
geschieht durch das Durchblasen seiner Lungen, d.h. durch das Praktizieren von
Pranayama.
Hauptziel des Pranayamas ist, das Prana mit dem Apana (nach unten gehende
Energie) zu vereinigen und das vereinigte Pranapana langsam zum Kopf zu bringen.
Die Wirkung oder die Frucht des Pranayamas ist das Erwecken der schlafenden
Kundalini (kosmische Energie im Menschen).
Was ist Prana?
“Wer das Prana kennt, kennt die Vedas (indische Heilige Schriften)” ist eine
wichtige Erklärung der Srutis (indische Schriften). In den Vedanta-Sutren
steht: “Aus dem gleichen Grunde ist Prana Brahman.” Prana ist die Summe
aller Energie, die im Universum manifest ist. Es ist die Summe aller Kräfte in
der Natur. Es ist die Summe aller verborgenen (gebundenen) Kräfte und Fähigkeiten
(Gewalten), die im Menschen und überall um uns herum sind, Wärme, Licht,
Elektrizität, Magnetismus. Durch die Kontrolle des Atmungsvorgangs
kannst Du wirkungsvoll die verschiedenen Bewegungen im Körper und die
verschiedenen Nervenströme, die den Körper durchlaufen, beherrschen. Leicht
und rasch kannst Du durch Atemkontrolle und Kontrolle des Pranas Körper, Geist
und Seele kontrollieren und entwickeln. Durch Pranayama kannst Du Deine
Lebensumstände und Deinen Charakter kontrollieren und bewußt das individuelle
Leben mit dem kosmischen Leben in Einklang bringen.
Die Atmung, unter der Kontrolle des Willens
durch die Gedanken gesteuert, ist eine vitalisierende und erneuernde Kraft.
Diese Energie kannst Du bewußt für Selbstentfaltung, Heilung vieler
unheilbarer Krankheiten bei Dir und bei Deinen Mitmenschen sowie für
verschiedene andere nützliche Zwecke nutzen.
Diese Kraft ist für Dich in jedem Augenblick Deines Lebens erreichbar. Verwende
sie bewußt. Viele frühere Yogis, wie Sri Jnanadeva, Swami Trailinga, Swami
Ramalinga und andere haben den Atem und das Prana in einer Vielzahl von
Arten genutzt. Auch Du kannst dies tun, wenn Du Pranayama durch vorgeschriebene
Atemübungen praktizierst. Es ist eher das Prana als die atmosphärische Luft,
die Du atmest. Atme langsam und gleichmäßig mit einem konzentrierten Geist
ein. Halte den Atem solange an wie es bequem für Dich ist. Atme dann langsam
aus. In keiner Phase des Pranayamas sollte Anstrengung sein. Erkenne die
verborgenen inneren Lebenskräfte, die dem Atem zugrunde liegen. Werde ein Yogi
und strahle Freude, Licht und Kraft überall um Dich herum aus.
Pranavadins (diejenigen, die das Prana unter
Kontrolle gebracht haben, also die Hatha Yogis) betrachten das Prana Tattwa als
höherstehend als das Manas Tattwa, das Geist-Prinzip. Prana ist auch während
des Schlafs gegenwärtig, der Geist dagegen ist abwesend. Daher spielt das Prana
eine vitalere Rolle als der Geist. Wenn Du die Parabeln in den Kaushitaki und
Chandogya Upanishaden liest, wo Sinne, Geist und Prana untereinander um ihre Überlegenheit
streiten, wirst Du feststellen, daß Prana als das Höchste betrachtet wird.
Prana setzt seine Funktion unmittelbar mit der Empfängnis des Kindes ein.
Dagegen funktionieren z.B. die Hörorgane erst dann, wenn ihre speziellen
Wohnsitze nämlich die Ohren gebildet werden. In den Upanishaden wird Prana als
Jyeshtha und Sreshtha (das Älteste und Beste) bezeichnet. Durch die
Schwingungen des psychischen Pranas wird das Leben des Geistes, Sankalpa(Gedanke),
aufrechterhalten, und Gedanken werden produziert. Du siehst, hörst, sprichst,
empfindest, denkst, fühlst, willst, erkennst usw. mit Hilfe von Prana und daher
erklären die Srutis: “Prana ist Brahman.” (Gott)
Sitz des Pranas
Obwohl das Antahkarana (inneres Instrument) eins ist, nimmt es dennoch vier
Gestalten an, nämlich (1) Manas (Denkprinzip), (2) Buddhi (Vernunft), (3)
Chitta (Unterbewußtsein) und (4) Ahamkara (Ego) entsprechend den vier
verschiedenen Funktionen, die es ausübt. Genauso nimmt das Prana, obwohl
es eines ist, fünf verschiedene Formen an, nämlich (1) Prana (im engeren
Sinne), (2) Apana, (3) Samana, (4) Udana und (5) Vyana entsprechend den
verschiedenen Funktionen, die es ausübt. Dies wird als Vritti Bheda bezeichnet.
Das HauptPrana wird Mukhya Prana genannt. Das Prana, verbunden mit
Ahamkara (Ego), lebt im Herzen. Von diesen fünf sind Prana und Apana die Hauptkräfte.
Der Sitz des Pranas ist das Herz; von Apana der Anus; von Samana die
Nabelgegend; von Udana die Kehle; während Vyana alles durchdringt. Es bewegt
sich überall im Körper.
Pranas, UnterPranas und ihre Funktionen
Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya sind die fünf UnterPranas.
Die Funktion des Pranas ist Atmung; Apana bewirkt Ausscheidung; Samana
Verdauung; Udana bewirkt Auflösung (Schlucken der Nahrung). Es bringt den Jiva
zum Schlaf. Bei Todeseintritt trennt es den astralen vom physischen Körper.
Vyana bewirkt die Blutzirkulation.
Naga bewirkt Aufstoßen und Schluckauf. Kurma führt die Funktion des Augenöffnens
aus. Krikara bringt Hunger und Durst hervor. Devadatta bewirkt Gähnen.
Dhananjaya bewirkt die Zersetzung des Körpers.
Die Farbe des Pranas
Es wird gesagt, das Prana habe die Farbe von Blut, rotem Edelstein oder Koralle.
Apana (Ausscheidung), das in der Mitte ist, hat die Farbe von Indragopa (ein Insekt von weißer
und roter Farbe). Samana (Verdauung) hat die Farbe eines milchigen Kristalls oder einer öligen
und scheinenden Farbe, d.h. zwischen Prana und Apana. Udana (Schlucken) hat die Farbe von
Apandura (bleiches Weiß) und die Farbe von Vyana (Blutzirkulation) ähnelt der Farbe von Archil
(oder der eines Lichtstrahls).
Die Länge der Luftströme
Der Körper des Vayus (Luft, Luftelement, also der Astralkörper) hat in der
Regel eine Länge von 96 Fingern (6 Fuß, ca. 2 Meter). Die gewöhnliche Länge
des Luftstroms beträgt bei der Ausatmung 12 Finger. Beim Singen wächst seine Länge
auf 16 Finger an, beim Essen auf 20 Finger, beim Schlafen auf 30 Finger, beim
Geschlechtsverkehr auf 36 Finger und beim Sport auf noch viel mehr. Durch
Verminderung der natürlichen Länge der nach außen gehenden Luftströme (also
durch eine Verlangsamung der Atmung, Anm. d. Herausg.) wird das Leben verlängert
und durch Vergrößerung des Stroms wird die Lebensdauer vermindert.
Die Konzentration des Pranas
Atme das Pranas von außen ein, fülle den Bauch mit Prana, konzentriere
das Prana durch den Geist in der Mitte des Nabels, an der Nasenspitze und an den
Zehen während der Sandhyas (Sonnenaufgang und Untergang) oder zu allen Zeiten.
So ist der Yogi befreit von allen Krankheiten und Ermüdungen.
Durch Konzentration des Pranas an der Nasenspitze erlangt er Herrschaft über
die Luftelemente, durch Konzentration in der Mitte seines Nabels werden alle
Krankheiten zerstört, durch Konzentration in den Zehen wird sein Körper
leicht. Wer die Luft über die Zunge trinkt, zerstört Müdigkeit, Durst und
viele andere Krankheiten. Bei demjenigen, der die Luft bei Sonnenauf- und
untergang und den letzten zwei Stunden der Nacht mit dem Mund trinkt, wird
innerhalb von drei Monaten Saraswati (Göttin der Sprache) gegenwärtig, d.h. er
wird redegewandt und gelehrt. In sechs Monaten ist er frei von allen
Krankheiten. Durch das Ziehen der Luft über die Wurzel der Zunge, trinkt der
weise Mensch Nektar und genießt jedes Glück.
Die Lungen 
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Wichtigste Schnittstelle für den
Austausch von Sauerstoff ist die Lunge. Diese besteht aus zwei Flügeln,
die rechts aus drei, und links aus zwei Lungenlappen besteht. Über die
Luftröhre, die sich in zwei Äste (Trachea) teilt, gelangt die Atemluft
in die Bronchien. Unter Bronchien wird die immer feiner werdende Verästelung
(Bronchiolen) der Luftröhre bezeichnet. Diese Verästelungen enden in
den Lungenbläschen (Alveolen), kleine Luftsäcke mit einem Durchmesser
von durchschnittlich 0.003 Millimeter. Die Ummantelung der Lungenbläschen
besteht aus einem Membran, über welches das Blut Sauerstoff aufnimmt
und Kohlendioxid abgibt.
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Die Atemorgane bestehen aus zwei Lungenflügeln, auf jeder Seite der Brust
einer, und den Luftwegen, die zu ihnen führen. Sie sind in der oberen Brusthöhle
angeordnet, einer auf jeder Seite des Medians (Medianlinie). Sie sind
voneinander durch das Herz, größere Blutgefäße und die größeren Luftröhren
getrennt. Die Lunge ist schwammig, porös und ihr Gewebe ist sehr elastisch. Die
Lunge enthält unzählige Luftbläschen (Alveolen). Die Lungenbläschen sind
bedeckt mit einer empfindlichen Membran, der Pleura. Sie enthält eine seröse
Flüssigkeit, die während des Atmungsvorgangs wie eine Schmierflüssigkeit
Reibung vermindert. Eine Wand der Pleura haftet nahe an den Lungen. Die andere
Wand ist verbunden mit der inneren Wand der Brust. Durch diese Membran sind die
Lungen an der Brustwand fixiert. Der rechte Lungenflügel besteht aus drei
Lappen. Der linke Lungenflügel enthält nur zwei Lappen. Jede Lunge hat eine
Spitze und eine Basis. Die Basis ist gegen das Zwerchfell gerichtet, die muskulöse
Trennwand zwischen Brustraum und Bauch. Die Spitzen reichen bis in die
Nackenwurzel. Es ist die Basis, die bei einer Lungenentzündung entzündet ist.
Bei der Schwindsucht erhalten die Lungenspitzen keine ausreichende Versorgung
mit Sauerstoff. Dies bietet einen geeigneten Nährboden für
Tuberkulose-Bakterien. Durch die Übungen der Kapalabhati und Bhastrika (siehe
unten) Pranayamas werden diese Spitzen gut mit Sauerstoff versorgt und der Schwindsucht
wird vorgebeugt. Pranayama entwickelt die Lungen. Wer Pranayama übt, wird eine
starke und melodiöse Stimme bekommen.
Der gesamte Atemweg besteht aus dem Innern der
Nase, dem Rachen, dem Kehlkopf, der die zwei Stimmbänder enthält, der Luftröhre,
den rechten und linken Bronchien und dem bronchialen Geäst. Wenn wir
atmen, ziehen wir die Luft durch die Nase ein und nachdem sie Rachen und
Kehlkopf passiert hat, tritt sie in die Luftröhre, dann in die linken und
rechten Bronchien, die sich wiederum in unzählige kleinere Röhren, die als
Bronchiolen bezeichnet werden, aufteilen, welche schließlich in den Millionen
von Lungenbläschen enden. Die Lungenbläschen würden, wenn man sie auf eine
geschlossene Oberfläche verteilt, eine Fläche von 100 m2 bedecken.
Die Luft wird durch die Bewegung des Zwerchfells in die Lungen eingezogen. Bei
der Ausdehnung nimmt die Größe des Brustraums und der Lungen zu, die äußere
Luft strömt in das so erzeugte Vakuum. Der Brustraum und die Lungen ziehen sich
zusammen, wenn das Zwerchfell entspannt ist, die Luft wird dabei aus den Lungen
ausgestoßen.
Der Klang der Stimme wird durch die Stimmbänder
gebildet, die im Kehlkopf liegen. Der Kehlkopf bildet den Resonanzkörper. Wenn
die Stimmbänder durch Singen oder ständiges Reden sehr stark beansprucht
werden, wird die Stimme heiser. Bei Frauen sind die Stimmbänder kürzer, daher
haben sie eine hohe Stimme. Die normale Anzahl von Atemzügen beträgt 16 pro
Minute. Bei einer Lungenentzündung nimmt sie auf 60, 70 oder 80 pro Minute zu.
Bei Asthma verkrampfen sich die Bronchien und ziehen sich zusammen. Daher kommt
die Schwierigkeit beim Atmen. Pranayama beseitigt die Verkrampfung oder die
Verengung dieser Röhren. Ein kleiner membranartiger flacher Deckel verschließt
den oberen Ausgang des Kehlkopfes. Er wird Epiglottis genannt und verhindert, daß
Nahrungspartikel oder Flüssigkeit in die Atemwege eindringen. Er spielt die
Rolle eines Sicherheitsventils.
Wenn ein kleines Nahrungspartikelchen versucht, in den Atemkanal einzutreten,
setzt Husten ein und das Partikel wird ausgeworfen.
Die Lungen reinigen das Blut, das seine Reise
durch die Arterien hellrot und reich beladen mit lebensspendenden Eigenschaften
und Geschenken beginnt. Es kehrt über die Venen zurück, arm, bläulich und
beladen mit den Abfallstoffen des Systems. Die Arterien sind Röhren oder Gefäße,
die reines, mit Sauerstoff angereichertes Blut vom Herzen zu den verschiedenen
Teilen des Körpers tragen. Die Venen sind Röhren oder Gefäße, die das
unreine Blut von den verschiedenen Teilen des Körpers zurückbringen. Die
rechte Herzseite enthält unreines venöses Blut. Von dieser Herzseite geht das
Blut zur Reinigung zu den Lungen. Es wird unter den Millionen kleiner Luftzellen
in der Lunge verteilt. Wenn ein Atemzug gemacht wird, kommt der Luftsauerstoff
über die dünnen Wände der haarähnlichen Blutgefäße der Lungen - den
sogenannten Kapillaren - in Kontakt mit dem unreinen Blut. Die Wände der
Kapillaren sind sehr dünn. Sie sind wie Musselin-Stoff oder ein Sieb. Blut strömt
aus oder sondert sich einfach ab. Sauerstoff dringt durch die Wände dieser dünnen
Kapillaren hindurch. Wenn der Sauerstoff mit den Geweben in Berührung kommt,
findet eine Art von Verbrennung statt.
Das Blut nimmt Sauerstoff auf und setzt
Kohlendioxid frei, welches aus den Abfällen und Giftstoffen entsteht, die vom
Blut aus allen Teilen des Systems gesammelt wurden. Das Blut wird von den 4
pulmonaren Venen zum linken Herzvorhof (Aurikel) und dann zur linken Herzkammer
(Ventrikel) befördert. Von der Herzkammer wird es in die größte Arterie, die
Aorta, gepumpt. Von der Aorta gelangt es in die verschiedenen Arterien des Körpers.
Es wird geschätzt, daß an einem Tag ca. 10 000 Liter Blut die Kapillaren der
Lungen zur Reinigung durchfließen.
Von den Arterien gelangt das Blut in die dünnen Kapillaren. Von den Kapillaren
sondern die Lymphgefäße das Blut ab, baden und ernähren das Gewebe. Die
Gewebeatmung findet in den Geweben statt. Sie nehmen Sauerstoff auf und geben
Kohlendioxyd ab. Die Verunreinigungen werden von den Venen zur rechten Herzseite
gebracht.
Wer ist der Schöpfer dieser empfindlichen
Struktur? Fühlst Du die unsichtbare Hand Gottes hinter diesen Organen? Die
Beschaffenheit des Körpers verrät unzweifelhaft die Allgegenwart Gottes. Der
Antaryamin (Bewohner unseres Herzens) überwacht das Funktionieren der inneren
Organe. Ohne seine Gegenwart kann das Herz kein Blut in die Arterien pumpen. Die
Lungen können den Vorgang der Blutreinigung nicht ausführen. Bete und huldige
ihm! Erinnere Dich Seiner zu jeder Zeit. Spüre Seine Gegenwart in allen Zellen
des Körpers.
Ida und Pingala
Es gibt auf jeder Seite der Wirbelsäule einen Energiekanal. Der linke wird als
Ida bezeichnet und der rechte als Pingala. Diese sind zwei der drei wichtigsten
Energiekanäle (Nadis), subtile Kanäle, die das Prana leiten. Im Ida Nadi
bewegt sich die Mondenergie, im Pingala Nadi die Sonnenenergie. Ida ist kühlend,
Pingala ist erhitzend. Ida fließt durch das linke Nasenloch und Pingala durch
das rechte Nasenloch. Der Atem fließt 1-2 Stunden lang überwiegend durch das
rechte. Dann ist Pingala Nadi aktiv. Anschließend fließt der Atem 1-2 Stunden
lang überwiegend durch das linke Nasenloch. Dann ist Ida Nadi aktiv. Man ist
emsig mit weltlichen Dingen beschäftigt, wenn das Prana durch Ida und Pingala
fließt. Wenn die Sushumna (Zentralkanal in der Wirbelsäule) aktiv wird, ist
man wie tot für die Welt und tritt in Samadhi (Überbewußtsein) ein. Ein Yogi
gibt sein Bestes, um das Prana in der Sushumna, die auch als das zentrale
Brahman Nadi bekannt ist, zum Fließen zu bringen.
Zur linken der Sushumna befinden sich Ida und
zur rechten Pingala. Der Mond hat die Natur des Tamas (träge) und die Sonne die Natur
von Rajas (anregend). Gift hat Eigenschaften der Sonne und Nektar solche des Monds. Ida und
Pingala sind die Dualitäten des in der Zeit gefesselten Universums, Sushumna
transzendiert die Zeit. Die Sushumna ist das wichtigste aller Nadis
(feinstoffliche Energiekanäle). Sie ist die Stütze des Universums und der Weg
der Befreiung. Sie ist mit der Wirbelsäule verbunden und dehnt sich aus bis zum
Brahmarandhra (Fontanelle) des Kopfes und ist unsichtbar und feinstofflich. Die
wirkliche Arbeit eines Yogis beginnt, wenn die Sushumna zu funktionieren anfängt.
Die Sushumna läuft entlang der Mitte des Rückenmarkskanals bzw. der Wirbelsäule.
Oberhalb der Genitalien und unterhalb des Nabels ist das Kanda, das die Form
eines Vogeleis hat. Von dort entspringen alle 72000 Nadis. Von diesen sind 72
bekannt. Ida, Pingala, Sushumna, Ganhari, Hastijihva, Pusa, Yusavini, Alambusa,
Kuhuh und Sankhini sind die 10 wichtigsten Nadis, sie leiten das Prana. Die
Yogis sollten eine genaue Kenntnis der Nadis und Chakren (Energiezentren) haben.
Von Ida, Pingala und Sushumna wird gesagt, daß sie das Prana leiten und Mond,
Sonne und Agni (Feuer) als ihre Gottheit haben. Wenn sich Prana in der Sushumna
bewegt, setze Dich hin zur Meditation. Du wirst ein tiefe Meditation haben.
Falls die zusammengerollte Kundalini-Energie durch die Sushumna von Chakra zu
Chakra nach oben steigt, hat der Yogi verschiedene Erfahrungen, Kräfte und
Ananda (Wonne, Glückseligkeit).
Kundalini
Kundalini ist die Schlangenkraft bzw. die schlafende Shakti (göttliche
Energie), die 3 1/2 fach gewunden mit dem Gesicht nach unten am Ende der Wirbelsäule
sitzt. Ohne sie zu erwecken, ist kein Samadhi (überbewußter Zustand) möglich.
Die Übung von Kumbhaka (Atem anhalten) beim Pranayama erzeugt Wärme, wodurch
die Kundalini erweckt wird und entlang der Sushumna nach oben steigt. Der Yoga-Übende
erfährt verschiedene Visionen.
Die Kundalini passiert dabei die sechs Chakren
und wird schließlich mit Gott Shiva vereint, dessen Sitz im Sahasrara, dem
tausendblättrigen Lotus an der Krone des Kopfes, ist. Es folgt nun Nirvikalpa
Samadhi (vollkommene Vereinigung mit dem Kosmischen). Der Yogi erlangt Befreiung
und göttliche Allmacht. Man sollte die Kontrolle des Atems mit Konzentration
des Geistes üben. Die erweckte Kundalini, die zum Manipura Chakra (Nabelchakra)
hinaufgeführt wurde, kann wieder zum Muladhara Chakra (Wurzelchakra)
hinuntersinken. Sie muß dann wieder mit Anstrengung angehoben werden. Man
sollte vollkommen wunschlos und von Vairagya (Leidenschaftslosigkeit) erfüllt
sein, bevor man versucht, die Kundalini zu erwecken. Die Kundalini ist wie ein
glänzender Faden.
Wenn sie erweckt ist, zischt sie wie eine Schlange, die mit einem Stock
geschlagen wurde, und tritt durch ein Loch in die Sushumna ein. Wenn sie sich
von Chakra zu Chakra bewegt, öffnet sie Schicht für Schicht des Geistes und
der Yogi erwirbt verschiedene Siddhis (geistige Kräfte).
Shat Chakras
Chakren sind Zentren spiritueller
Energie. Sie befinden sich im Astralkörper, haben jedoch auch entsprechende
Zentren im physischen Körper. Sie können mit den bloßen Augen normalerweise
nicht gesehen werden. Nur ein Hellseher kann sie mit seinen astralen Augen
wahrnehmen. Sie entsprechen in etwa den verschiedenen Plexi (Nervengeflechte) im
physischen Körper. Es gibt sechs wichtige Chakren. Dies sind: Muladhara (mit
vier Blütenblättern) am Anus; Swadhisthana (sechs Blütenblätter) an den
Geschlechtsorganen; Manipura (10 Blütenblätter) am Nabel; Anahata (12 Blütenblätter)
am Herz; Vishuddha (16 Blütenblätter) an der Kehle und Ajna (2 Blütenblätter)
im Raum zwischen den beiden Augenbrauen. Das siebte Chakra, das als Sahasrara
bekannt ist, enthält eintausend Blütenblätter. Es befindet sich an der Spitze
des Kopfes. Der Plexus am Kreuzbein (1) entspricht in etwa dem Muladhara Chakra; der
prostatische Plexus bzw. das Beckengeflecht (2) dem Swadhisthana, der Solar Plexus
(3) dem Manipura, der Herz Plexus (4) dem Anahata Chakra, der
Kehlkopf-Plexus (5) dem Vishuddha
Chakra und der Stirnhöhlen-Plexus (6) dem Ajna Chakra.
Nadis
Nadis sind aus astraler Materie aufgebaute Kanäle, welche die Pranaströme
leiten. Sie können nur mit den astralen Augen gesehen werden. Sie sind nicht
die Nerven. Es gibt von ihnen 72000. Ida, Pingala und Sushumna sind die
wichtigsten. Das Sushumna-Nadi ist das wichtigste von allen.
Reinigung der Nadis
Von Pranayama wird gesagt, es sei die Vereinigung von Prana und Apana. Pranayama
besteht aus Ausatmung, Einatmung und Atem anhalten. Für die richtige Ausführung
des Pranayamas werden sie verbunden mit den Buchstaben des Sanskrit Alphabets.
Von Pranava (das Mantra OM) alleine wird gesagt, es sei Pranayama. In Padmasana
(Lotusstellung) sitzend sollte man meditieren, bis an der Spitze der Nase Devi
Gayatri erscheint, ein göttliches Mädchen von roter Gesichtsfarbe, umgeben von
zahllosen Strahlen des Bildes vom Mond und auf Hamsa (dem Schwan) reitend mit
einem Zepter in der Hand. Sie ist das sichtbare Symbol für den Buchstaben A.
Der Buchstabe U hat als sein sichtbares Symbol Savitri, eine göttliche junge
Frau von weißer Farbe mit einem Diskus in ihrer Hand und auf Garuda, dem Adler,
reitend. Der Buchstabe M hat als sichtbares Symbol die Göttin Sarasvati, eine
alte Frau von schwarzer Farbe, die auf einem Stier reitet und einen Dreizack in
ihrer Hand hält. Er sollte meditieren, daß der eine Buchstabe, das höchste
Licht, das Pranava OM, der Ursprung oder die Quelle der drei Buchstaben A, U und
M ist. Die Luft durch Ida (das linke Nasenloch) über eine Zeit von 16 Matras (1
Matra = 1 Zähleinheit) einziehend, sollte er über den Buchstaben A meditieren,
die eingeatmete Luft anhaltend sollte er für die Zeit von 64 Matras über den
Buchstaben U meditieren; ausatmen über die Zeit von 32 Matras, dabei über den
Buchstaben M meditieren. Die o.a. Übungsreihenfolge sollte ständig wiederholt
werden.
Wenn er in Asana (Yoga-Stellung) sicher ist
und vollendete Selbstbeherrschung erhalten hat, sollte der Yogi, um die
Unreinheiten der Sushumna zu beseitigen, in Padmasana (Lotussitz) sitzen, die
Luft durch das linke Nasenloch einatmen, diese so lange anhalten, wie er kann,
und durch das rechte Nasenloch ausatmen. Wenn er die Luft dann durch das rechte
Nasenloch wieder eingezogen und angehalten hat, sollte er durch das linke
Nasenloch ausatmen; also in der Reihenfolge, daß er durch dasselbe Nasenloch
die Luft einzieht, durch das er zuvor ausgeatmet hat. Bei denjenigen, die
entsprechend diesen Regeln üben, werden die Nadis innerhalb von drei Monaten
gereinigt sein. Er sollte das Anhalten des Atems über 4 Wochen bei
Sonnenaufgang, am Mittag, bei Sonnenuntergang und um Mitternacht langsam 80 Mal
am Tag üben. In der Anfangsphase entsteht Schweiß, in der mittleren Phase ein
Erzittern des Körpers und in der letzten Phase Schweben in der Luft. Diese
Resultate ergeben sich aus der Unterdrückung des Atems beim Sitzen in der
Lotusstellung. Wenn mit der Anstrengung Schweiß entsteht, sollte dieser auf dem
Körper verrieben werden, dadurch wird er fest und leicht. In der Anfangsphase
der Übung ist eine Nahrung mit Milch und Ghee ausgezeichnet. Jemand, der sich
an diese Regel hält, wird in seiner Übung beständig und bekommt keine Taapa
(ein brennendes Gefühl) im Körper. Genauso wie Löwen, Elefanten und Tiger
allmählich gezähmt werden, so kommt auch der Atem allmählich unter Kontrolle,
wenn er streng gelenkt wird.
Durch das Üben von Pranayama werden die Nadis
gereinigt, das Verdauungsfeuer angeregt, man kann spirituelle Klänge hören und
erfreut sich guter Gesundheit. Wenn die Nervenzentren durch die regelmäßige Übung
von Pranayama gereinigt sind, bahnt sich das Prana leicht seinen Weg durch die
Öffnung der Sushumna. Durch das Zusammenziehen der Halsmuskeln und der
Anusschließmuskeln in Jalandhara Bandha (Kinnverschluß) und Mula Bandha (Wurzelverschluß),
gehen Prana und Apana (Ausscheidungsenergie) in die Sushumna, welche in der Mitte Nadis ist. Die
Sushumna Nadi befindet sich zwischen Ida und Pingala. Das Prana, das gewöhnlich
zwischen Ida und Pingala wechselt, wird durch langes Kumbhaka (Atem anhalten)
zurückgehalten; dann wird man in einen Zustand eintreten, der als Samadhi
bezeichnet wird. Der Yogi ist dann wie tot für die Welt. Durch das Hochziehen
des Apanas und das Hinunterzwingen des Pranas von der Kehle wird der Yogi vom
Altern befreit und erhält die Jugend eines Sechzehnjährigen. Durch Pranayamaübungen
werden selbst chronische Krankheiten, die sich allopathischen, homöopathischen,
ayurvedischen und Unani-Ärzten widersetzen, beseitigt.
Wenn die Nadis gereinigt sind, verändert sich
der Körper. Man erhält ein strahlendes Aussehen, das Verdauungssystem wird
angeregt, man wird schlank. Durch diese Veränderungen wird die Ruhelosigkeit im
Körper unter Kontrolle gebracht. Dies sind alles Zeichen der Reinigung.
Shat-Karmas (die sechs Reinigungs-Übungen)
Diejenigen, die von träger und phlegmatischer Natur sind, sollten zunächst
sechs Kriyas (Reinigungsübungen) praktizieren, um sich für die Praxis des
Pranayamas vorzubereiten. Diese sechs Kriyas sind: 1. Dhauti (Magenreinigung) 2.
Basti (Dickdarmreinigung) 3. Neti (Nasenreinigung) 4. Trataka (Augenreinigung)
5.
Nauli (Darmreinigung) 6.Kapalabhati (Lungenreinigung).
Dhauti (Magenreinigung)
Nimm ein 10 cm breites und 4-5m langes sauberes Stück Musselin-Stoff bzw. eine
Mullbinde. Tränke es in lauwarmen Wasser mit etwas Salz. Schlucke es langsam
und ziehe es wieder heraus. Schlucke am ersten Tag 30 cm und steigere Dich täglich,
Stück für Stück. Es kann sein, daß Du am Anfang ein wenig würgen mußt,
dies verschwindet jedoch am dritten Tag. Durch diese Übung werden Krankheiten
geheilt, wie Gastritis, Gulma, Aufstoßen, Fieber, Hexenschuß, Asthma, Pleeha
(Krankheiten der Milz), Lepra, Hautkrankheiten und Störungen des Schleims und
der Galle. Um Dhauti zu erlernen, sollte es zunächst täglich ausgeführt
werden. Wenn man Dhauti beherrscht, sollte man es einmal pro Woche oder alle 14
Tage ausführen. Anschließend kannst Du eine Tasse Milch trinken, damit Du kein
trockenes Gefühl verspürst.
Dhauti mit Salzwasser (auch Kunjar Kriya genannt): Trinke ca. 1-2l lauwarmes
Salzwasser (1 Eßlöffel Salz pro Liter Wasser). Gib 3 Finger in den Hals und
erbreche das getrunkene Wasser.
Beide Dhautis sollten am frühen Morgen, bevor man gegessen hat, praktiziert
werden.
Basti (Dickdarmreinigung)
Basti kann mit oder ohne Bambusröhre (Darmrohr) ausgeführt werden. Es ist
jedoch besser, eine Bambusröhre (Darmrohr) zu verwenden. Setze Dich in eine
Wanne mit Wasser, so daß Dein Nabel bedeckt ist. Dein Körper sollte auf den
vorderen Teilen der Füße ruhen, die Fersen gegen das Gesäß gepreßt sein.
Nimm eine kleine 6 Finger lange Bambusröhre und führe 4 Finger seiner Länge
in den Anus ein. Die Röhre sollte vorher mit Vaseline, Seife oder Rizinusöl
eingerieben werden. Beim Zusammenziehen des Anus langsam das Wasser in die
Eingeweide hochbringen. Das Wasser in den Eingeweiden gut schütteln, dann das
Wasser wieder herausstoßen. Diese Übung ist als Jala-Basti bekannt. Sie heilt
urologische Störungen, Muskelrheumatismus, Wassersucht, Verdauungsstörungen,
Krankheiten der Milz und der Eingeweide, Krankheiten, die aus einem Übermaß an
Gasen, Galle und Schleim herrühren. Diese Kriya sollte am Morgen, wenn der
Magen noch leer ist, ausgeführt werden. Nach der Kriya eine Tasse Milch trinken
oder eine Mahlzeit einnehmen. Diese Kriya kann auch ausgeführt werden, während
man in einem Fluß steht.
Es gibt noch eine andere Art Basti auszuführen,
ohne die Hilfe von Wasser. Diese wird als Sthula-Basti bezeichnet. Sitze in
Paschimottan-Asana (Vorwärtsbeuge mit gestreckten Beinen) auf dem Boden und
durchwalke langsam die Regionen des Bauches und der Eingeweide mit einer abwärtsgerichteten
Bewegung. Ziehe die Anusschließmuskeln zusammen. Dadurch werden Verstopfung und
alle Störungen in der Bauchgegend beseitigt. Es ist jedoch nicht so wirksam wie
Jala-Basti.
(Anmerkung des deutschen Herausgebers: Auch ein Einlauf erfüllt die gleiche
Funktion wie Basti)
Neti (Nasenreinigung)
Sutra Neti: Nimm einen dünnen 12 Finger langen Faden ohne Knoten. Tauche ihn in
Wachs. So wird er steif und Du kannst ihn leicht durch die Nase durchführen. Du
kannst auch einen Gummikatheter von 2-3 mm Durchmesser nehmen. Führe ihn in die
Nasenlöcher ein und ziehe ihn durch den Mund wieder heraus. Du kannst den Faden
auch durch ein Nasenloch einführen und aus dem anderen herausziehen. Diese
Kriya reinigt die Nase und vergrößert die Nasendurchgänge. Sie reinigt den
Schädel und erzeugt einen klaren und scharfen Blick. Durch Neti werden Rhinitis,
Schnupfen und Heuschnupfen geheilt.
Jala Neti: Fülle eine Schnabeltasse oder ein spezielles Neti-Lota
(Nasenreinigungs-Gefäß) mit Salzwasser (ca. 1/2 Teelöffel Salz auf 0,2l
Wasser). Halte den Kopf seitlich. Führe das Wasser durch ein Nasenloch ein und
lasse es aus dem anderen Nasenloch wieder hinausrinnen. Schnäuze anschließend
die Nase gut aus, um alles Wasser aus der Nase zu bekommen. Diese Kriya reinigt
die Nase und beugt verstopfter Nase und Erkältungen vor.
Trataka, Starren
(Augenreinigung)
Starre gleichmäßig ohne Blinzeln mit konzentriertem Geist auf irgendein
kleines Objekt (z.B. Kerzenflamme), bis die Tränen zu fließen beginnen. Durch
diese Übung werden alle Augenkrankheiten geheilt. Unbeständigkeit des Geistes
verschwindet, Willensstärke wird entwickelt, Hellsichtigkeit
(hellseherische Fähigkeiten) herbeigeführt.
Nauli (Darmreinigung)
Dies ist das Einziehen des Bauchs mit Hilfe des Rectus-Muskels des Bauches
(Gerader Bauchmuskel). Beuge den Kopf nach unten. Isoliere den Rectus-Muskel und
rolle ihn von rechts nach links und von links nach rechts. Verstopfungen und Störungen
des Verdauungstraktes werden beseitigt, das Verdauungsfeuer angeregt.
Kapalabhati (Lungenreinigung)
Führe Kapalabhati so rasch aus, wie der Blasebalg eines Schmieds geht. Dadurch
werden alle Schleimstörungen beseitigt. Detaillierte Anweisungen sind an
anderer Stelle aufgeführt.
Kapitel 2: Vorbereitung auf Pranayama
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Inhaltsverzeichnis
Der Meditationsraum
Der Meditationsraum sollte abgetrennt und verschlossen sein. Erlaube niemandem,
den Raum zu betreten. Halte ihn geweiht. Wenn Du Dir keinen speziellen Raum für
spirituelle Zwecke und die Übung von Pranayama leisten kannst, halte Dir einen
Platz in der Ecke eines ruhigen Raumes frei. Stelle ein Foto Deines Gurus oder
Deiner Gottheit auf. Führe täglich physisch und geistig eine dem Bild
geweihte Puja (Verehrungsritual) aus, bevor Du mit Meditation und
Pranayama beginnst. Brenne Weihrauch oder Räucherstäbchen ab. Stelle für
Deine täglichen Studien einige heilige Bücher auf, wie das Ramayana,
Bhagavatam, Bhagavad Gita, Upanishaden, Yoga Vashishta usw. Breite eine vierfach
gefaltete Decke aus und lege weichen, weißen Stoff darüber. Dies wird Dein
Sitz sein. Oder bereite einen Sitz aus Kusha-Gras mit einem Antilopen- oder
Tiger-Fell darüber. Oder benutze irgendein für Dich geeignetes Kissen.
Verwende diesen Sitz für die Übung von Pranayama und Meditation. Wenn Du im
Freien bist, kannst Du Deinen Sitz auf einer Plattform aus Zement errichten.
Kleine Insekten, Ameisen usw. werden Dich dann nicht belästigen. Wenn Du auf
der Unterlage sitzt, halte Deinen Kopf, Nacken und Rumpf in einer geraden Linie.
Hierdurch wird das Rückenmark, das in der Wirbelsäule liegt, ganz frei
sein.
Die fünf essentiellen Voraussetzungen
Fünf Dinge sind für das Praktizieren von Pranayama notwendig. Erstens ein
guter Ort; zweitens eine geeignete Zeit; drittens maßvolle, kräftigende,
leichte und nahrhafte Ernährung; viertens geduldiges und anhaltendes Üben mit
Eifer, Ungezwungenheit und Ernsthaftigkeit und schließlich die Reinigung der
Nadis. Wenn die Nadis gereinigt sind, betritt der Aspirant die erste Stufe des
Yogas. Der Pranayama Übende hat einen guten Appetit, gute Verdauung,
Heiterkeit, Mut, Stärke, Kraft, ein hohes Maß an Vitalität und schönes
Aussehen. Der Yogi sollte seine Nahrung zu einer Zeit einnehmen, wenn Surya Nadi
(Pingala = rechtes Nasenloch) arbeiten, d.h. wenn der Atem durch das rechte Nasenloch fließt, da
Pingala erhitzend wirkt und die Nahrung rasch verdaut. Pranayama sollte nicht
unmittelbar nach der Einnahme von Mahlzeiten ausgeführt werden und auch nicht,
wenn man sehr hungrig ist. Allmählich sollte man in der Lage sein, den Atem
für 3 Ghatikas (eineinhalb Stunden - wenn ich das auf der Seite von yoga-vidya.de
richtig verstanden habe, dann entspricht eine Ghatika genau 24 Minuten) in einem anzuhalten. Hierdurch erhält der
Yogi zahlreiche geistige Kräfte. Wenn jemand den Atem für eine lange Zeit
anhalten möchte, sollte er dies in Anwesenheit eines Gurus tun, der eine
gründliche Kenntnis der Praxis des Pranayamas hat. Der Atem kann durch
allmähliche Steigerung von einer bis zu drei Minuten ohne die Hilfe von
jemandem angehalten werden. Drei Minuten lang die Luft anzuhalten ist gänzlich
ausreichend für die Reinigung der Nadis, die Beruhigung des Geistes und für
eine gute Gesundheit.
Der Ort
Wähle einen einsamen, schönen und angenehmen Fleck, wo es keine Störungen
gibt; am Ufer eines Flusses, Sees oder des Meeres oder die Spitze eines Hügels,
wo eine schöne Quelle ist und ein Wäldchen, wo Milch und Nahrungsmittel leicht
zu beschaffen sind. Baue Dir eine kleine Hütte und bohre in einer Ecke des
Grundstücks einen Brunnen. Es ist jedoch unmöglich, einen Ort zu finden, der
Dich in jeder Hinsicht befriedigen wird.
Die Ufer von Narmada, Jamuna, Ganges, Kaveri,
Godavari und Krishna (indische Flüsse) sind sehr geeignet, um Hütten zu
errichten. Du solltest einen Ort wählen, in dessen Nachbarschaft einige andere
Yoga-Übende sind. Du kannst sie in Zeiten von Schwierigkeiten um Rat fragen. Du
wirst Vertrauen in die Yoga-Kriyas (Übungen) haben. Wenn Du andere siehst, die
sich auch solchen Yoga-Praktiken widmen, wird Dich das motivieren und Du wirst
danach streben, es ihnen gleich zu tun. Nasik, Rishikesh, Jhansi, Prayag,
Uttarkasi, Brindavan, Ayodhya, Varanasi (indische Städte) usw. sind gute Plätze. Du kannst Dir
einen Fleck weit ab von den überfüllten Orten einrichten. Wenn Du eine Hütte
an einem überfüllten Ort baust, werden Dich neugierige Leute stören. Du wirst
dort keine spirituellen Schwingungen haben. Du wirst ohne Schutz sein, wenn Du
Deine Hütte in einem dichten Wald errichtest. Diebe und wilde Tiere werden Dich
plagen. Die Frage bezüglich Schwierigkeiten der Nahrungsbeschaffung wird sich
stellen. In der Svetasvatara Upanishad wird gesagt:
“Auf einem ebenen, sauberen Platz, frei von
Kiesel, Feuer und Sand, der durch (liebliche) Laute und Teiche den Geist
einlädt, das Auge aber nicht belästigt, an einer höhlenreichen, dem Winde
nicht ausgesetzten Stelle soll er sich dem Yoga hingeben.”
Diejenigen, die in ihren eigenen Häusern oder
Wohnungen praktizieren, können einen Raum in einen Wald verwandeln. Irgendein
einsamer Raum wird ihrem Zweck gut dienen, wenn sie die richtige geistige
Einstellung haben.
Die Zeit
Die Übung von Pranayama sollte im Frühling oder im Herbst begonnen werden, da
zu diesen Jahreszeiten ohne Schwierigkeiten oder Mühen Erfolg erreicht werden
kann. Der Frühling ist die Zeit von März bis April. Der Herbst dauert von
September bis Oktober. Im Sommer am Nachmittag oder am Abend sollte man kein
Pranayama praktizieren, dies sollte während der kühlen Morgenstunden
geschehen. (Anmerkung des Übersetzers: Diese Empfehlung trifft besonders auf
die indischen klimatischen Verhältnisse zu).
Der Adhikari - Der Yogi
Einer, der einen ruhigen Geist hat, der die Indriyas (Sinne) bezwungen, der
Vertrauen in die Worte seines Gurus hat, der an Gott glaubt, mäßig beim Essen,
Trinken und Schlafen ist, der ein heftiges Verlangen nach Befreiung aus dem
Kreislauf von Geburt und Tod hat, ist ein Adhikari (eine geeignete Person) für
die Praxis des Yoga. Solch ein Mensch kann durch Üben leicht Erfolg erlangen.
Pranayama sollte mit Sorgfalt, Beharrlichkeit und Vertrauen ausgeführt werden.
Diejenigen, die Genüssen ergeben sind oder
solche, die arrogant, unehrlich, heuchlerisch, listig und verräterisch sind;
solche die Heilige, ihre Gurus (spirituellen Lehrer) verachten, die Gefallen
finden an eitlen Diskussionen oder von sehr geschwätziger Natur sind, die
ungläubig sind und sich sehr mit weltlich eingestellten Menschen einlassen, die
grausam, hart und gierig sind, die ein nutzloses und gewöhnliches Leben
führen, können niemals Erfolg in Pranayama oder irgendeiner anderen
Yoga-Praxis erlangen.
Es gibt drei Typen von Adhikaris, nämlich, 1.
Gute (Uttama), 2. Mittlere (Madhyama) und 3. Geringere (Adhama), die
entsprechend der Erziehung, Intelligenz, Ausprägung von Leidenschaftslosigkeit,
geistiger Klarheit und der Sehnsucht nach Befreiung, unterschiedliche
Fähigkeiten zum Sadhana haben.
Du mußt an einen Guru herantreten, der Yoga
Shastra (Die Schriften des Yoga) kennt und Meisterschaft darin erlangt hat.
Sitze zu seinen Lotusfüßen. Diene ihm. Beseitige Deine Zweifel durch
vernünftige und klare Fragen. Empfange Anweisungen und führe sie mit
Enthusiasmus, Eifer, Aufmerksamkeit, Ernsthaftigkeit und Vertrauen aus,
entsprechend den vom Lehrer gelehrten Methoden.
Ein Übender des Pranayama sollte stets
freundliche und liebevolle Worte sprechen. Er sollte zu jedermann freundlich
sein. Er sollte rechtschaffen sein. Er sollte die Wahrheit sprechen. Er sollte
Vairagya (Leidenschaftslosigkeit) und Karuna (Barmherzigkeit) usw. entwickeln.
Wenn man intensiv Pranayama praktiziert, sollte man sexuell enthaltsam oder sehr
zurückhaltend sein.
Ernährung
Einer, der Meister im Yoga werden will, sollte Nahrungsmittel aufgeben, die
nachteilig für die Yoga-Praxis sind. Er sollte verzichten auf Salz, Senf,
saure, scharfe, stechende und bittere Dinge, Asafoetida, Verehrung des Feuers,
zuviel Gehen, Baden beim Sonnenaufgang, Auszehrung des Körpes durch Fasten usw.
Während der ersten Stufen seiner Praxis ist eine Ernährung aus Milch und Ghee
(gereinigte Butter) angebracht; auch von einer Nahrung bestehend aus Weizen,
grünen Hülsenfrüchten und rotem Reis wird gesagt, das sie dem Fortschritt
zuträglich ist. Dann wird er in der Lage sein, seinen Atem solange wie er
möchte zurückzuhalten. Durch solches Zurückhalten des Atems wird Kevala
Kumbhaka (Einstellen des Atems ohne Ausatmung und Einatmung, meditative Atmung)
erreicht.
Wenn jemand Kevala Kumbhaka erreicht hat, sind
Aus- und Einatmung unnötig. Es gibt dann nichts Unerreichbares in den drei
Welten für ihn. Beim Beginn seiner Praxis tritt Schweiß aus. So wie sich ein
Frosch durch Sprünge bewegt, so bewegt sich der im Lotussitz sitzende Yogi auf
der Erde. Mit fortschreitender Übung ist er fähig, sich vom Boden zu erheben.
Er schwebt, während er in der Lotus-Stellung sitzt. Dann entsteht in ihm die
Kraft für außergewöhnliche Leistungen. Kein Schmerz, ob klein oder groß,
berührt den Yogi. Die Ausscheidungen und das Schlafbedürfnis vermindern sich;
Tränen, Müdigkeit in den Augen, Speichelfluß, Schweiß und schlechter Geruch
im Mund entstehen nicht mehr. Mit noch weiter fortgeschrittener Praxis erlangt
er große Stärke, durch die er Bhuchara Siddhi erreicht, die ihm ermöglicht,
alle Geschöpfe auf dieser Erde unter seine Kontrolle zu bringen: Tiger,
Elefanten, wilde Stiere und Löwen sterben sogar durch einen Streich mit den
Händen dieses Yogis. Er wird so schön wie der Gott der Liebe selbst. Durch die
Bewahrung der sexuellen Energie durchdringt ein Wohlgeruch den Körper des
Yogis.
Yogische Ernährung
Instinkt oder eine innere Stimme wird Dich bei der Auswahl Deiner Nahrung
leiten. Du selbst bist der beste Richter, um eine sattwige (reine) yogische
Mahlzeit zusammenzustellen, die Deinem Temperament und Deiner Konstitution
entsprechen. Weitere Informationen sind im Anhang zu finden.
Mitahara (Richtige Ernährung)
Fülle den Magen zur Hälfte mit gesunder sattwiger Nahrung. Ein Viertel fülle
mit reinem Wasser. Lasse das verbleibende Viertel frei für die Ausdehnung von
Gas und für die Verehrung Gottes.
Reinheit der Nahrung
“Ahara-suddhau sattva-suddhih, Sattva-suddhau dhruva-smritih,
Smritilabhe sarvagranthinam vipramokshah.” Aus Reinheit der Nahrung ergibt
sich die Reinigung der inneren Natur, durch die Reinheit der inneren Natur wird
das Gedächtnis stark und aus der Stärkung des Gedächtnisses folgt die Lösung
aller Bindungen, der Weise erlangt dadurch Befreiung.
Du solltest Pranayama nicht direkt nach den
Mahlzeiten praktizieren. Auch wenn Du sehr hungrig bist, solltest Du nicht
praktizieren. Gehe auf die Toilette und entleere Deine Eingeweide, bevor Du mit
Pranayama beginnst. Jemand der Pranayama praktiziert, sollte Samyama (Kontrolle)
in Essen und Trinken beachten.
Diejenigen, die genau und regelmäßig in ihrer Ernährung sind, ziehen daraus
ungeheure Vorteile während des Verlaufs ihrer Praxis. Sie erlangen rasch
Erfolg. Auch diejenigen, die unter chronischer Verstopfung leiden und
gewöhnlich am Nachmittag Stuhlgang haben, können Pranayama am frühen Morgen
praktizieren. Sie sollten das Beste versuchen, um eine Entleerung ihrer
Eingeweide am frühen Morgen zu erreichen.
Nahrung spielt im Yoga Sadhana eine sehr wichtige Rolle. Ein Aspirant sollte zu
Beginn seiner Übungsperiode bei der Auswahl von Nahrungsmitteln sehr sorgsam
sein. Wenn später Pranayama Siddhi (Fähigkeit zu übernatürlichen
Kräften) erlangt ist, können drastische
Ernährungsbeschränkungen wieder fallengelassen werden.
Charu (Milchreis)
Dies ist eine Mischung aus gekochtem weißen Reis, Ghee
(gereinigte Butter), etwas braunem Zucker
und Milch und ist eine bekömmliche Kombination für Pranayama-Übende.
Milch
In Indien sollte Milch abgekocht, jedoch nicht zu viel gekocht werden. Der
Vorgang des Abkochens besteht darin, daß die Milch, sobald der Siedepunkt
erreicht ist, vom Feuer genommen wird. Zuviel Kochen zerstört die Vitamine und
die geheimnisvollen Nahrungsbestandteile und macht sie als Nahrungsmittel
ziemlich nutzlos. (Im Westen nimmt man am besten Vorzugsmilch oder nicht
homogenisierte Milch aus artgerechter Tierhaltung; Anmerkung des Übersetzers).
Milch selbst ist eine perfekte Nahrung, da sie die verschiedenen Nährstoffe in
einem ausgewogenen Verhältnis enthält. Sie hinterläßt sehr wenig
Rückstände in den Eingeweiden. Sie ist eine ideale Nahrung für Yogaschüler
während der Pranayama Praxis.
Obst
Eine Ernährung aus Obst übt einen beruhigenden Einfluß auf die Konstitution
aus und ist für Yogis sehr wünschenswert. Es ist eine natürliche Ernährung.
Früchte sind großartige Energielieferanten. Bananen, Trauben, süße Orangen,
Äpfel, Granatäpfel, Mangos, Chikkus und Datteln sind bekömmliche Früchte.
Zitronen besitzen Skorbut-vorbeugende Eigenschaften und wirken als
blutstärkendes Mittel. Fruchtsaft enthält Vitamin C. Mangos und Milch sind
eine der Gesundheit sehr zuträgliche Kombination. Du kannst ausschließlich von
Milch und Mangos leben. Der Saft von Granatäpfeln ist kühlend und sehr
nahrhaft. Bananen sind nahrhaft und stärkend. Früchte fördern die
Konzentration und erleichtern geistige Sammlung.
Erlaubte Nahrungsmittel
Gerste, Weizen, Ghee, Milch und Mandeln fördern Langlebigkeit und erhöhen
Spannkraft und Stärke. Gerste ist ein gutes Nahrungsmittel für einen Yogi. Sie
wirkt kühlend. Sri Swami Narayan, der Autor von “Ek Santka Anubhav”, der
einen Kaupin (Lendenschurz) aus Leintuch trägt, lebt von Brot, das aus Gerste
gemacht ist. Er empfiehlt seinen Schülern Gerste. Es wird gesagt, daß der
Kaiser Akbar von Gerste lebte.
Du kannst Weizen, Reis, Gerste, Milch, Brot,
Kuhmilch, braunen Zucker, Butter, Honig, getrockneten Ingwer, Hülsenfrüchte,
Mungbohnen, Gemüse, Kartoffeln, Rosinen, Datteln und leichte Khichdi aus
grünem Dhal (Mungbohnen) essen. Khichdi ist eine leichte Nahrung und
bekömmlich. Die Nahrungsmenge sollte im Verhältnis zum Zuwachs an Kumbhaka (Einstellen des Atems)
reduziert werden. Am Anfang Deiner Praxis darfst Du die Nahrung nicht zu sehr
reduzieren. Während des gesamten Sadhanas solltest Du Deinen gesunden
Menschenverstand einsetzen. Toorkidal (Linsengericht) kann gegessen werden.
Pancha-Shaka gehört zur Gruppe der Spinatgewächse. Sie sind ein
ausgezeichnetes Gemüse, die dicken, fleischigen, jungen Blätter werden gekocht
und gewürzt oder mit Ghee gebraten. Wenn Pingala oder Suryanadi (Suryanadi =
anderer Name für Pingala) durch das
rechte Nasenloch fließen, solltest Du Deine Nahrung zu Dir nehmen. Suryanadi
erzeugt Hitze, dadurch wird die Nahrung gut verdaut. Du kannst Jakobsfrucht,
Gurke, Brinjal, Bananen-Stauden, Lauki, Parval, und Bhindi essen (Anmerkung des
Übersetzers: In unseren Breiten sind alle nicht bitteren Arten von Gemüse,
Salat und Obst geeignet).
Verbotene Nahrungsmittel
Zu stark gewürzte Speisen, scharfe Currys, Chutneys, Fleisch, Fisch, Eier,
Chilly, saure Nahrungsmittel, Tamarindenfrucht, Senf, alle Arten von Öl,
Asafoetida (in einigen arabischen Staaten wird Asafoetida wie Knoblauch als ein
die Verdauung begünstigendes Gewürz verwandt),, Salz, Knoblauch, Zwiebeln, Urad Ki Dhal
(getrocknete halbierte Erbsen), alle bitteren Dinge,
getrocknete Nahrung, schwarzer Zucker, Essig, Alkohol, saurer Quark,
abgestandene Nahrung, Säuren, Astringentien (zusammenziehende Mittel),
beißende, gebratene Dinge, schwer verdauliche Gemüse, überreife oder unreife
Früchte, Kürbisse, müssen gemieden werden. Fleisch kann jemandem zum
Wissenschaftler machen, jedoch kaum zu einem Philosophen, Yogi oder Tattwa Jnani
(Yogi des Wissens).
Zwiebeln und Knoblauch sind noch schlimmer als Fleisch (vom energetischen
Standpunkt aus, Anm. d. Ü.). Jede Nahrung enthält eine kleine Menge an Salz,
so daß die Speisen nicht mehr mit Salz gewürzt werden müssen. Der Verzicht
auf Salz wird keinen Mangel an Salzsäure und/oder Verdauungsstörungen
hervorrufen, wie allopathische Ärzte fälschlicherweise annehmen. Salz erregt
Leidenschaft. Durch den Verzicht auf Salz werden keine Störungen hervorgerufen.
Mahatma Gandhi und Yogananda hatten mehr als dreizehn Jahre kein Salz zu sich
genommen. Der Verzicht auf Salz hilft Dir, die Zunge und den Geist zu
kontrollieren, Willensstärke wird entwickelt. Du wirst bei guter Gesundheit
sein. Sitzen vor dem Feuer, sexuelle Betätigung, Gesellschaft mit weltlich
eingestellten Menschen, lange Spaziergänge, das Tragen schwerer Lasten, kaltes
Baden am frühen Morgen, schroffe Worte, das Sprechen der Unwahrheit,
unehrenhafte Praktiken, Diebstahl, Töten von Tieren, Gewalt jeder Art entweder
im Geist, Wort oder Tat, Haß und Feindschaft gegenüber irgendeiner Person,
Kämpfen, Streiten, Stolz, Doppelzüngigkeit, Intrigen, Verleumdung,
Geschwätzigkeit, Unehrlichkeit, das Sprechen über andere Dinge als Atman und
Moksha (Befreiung), Grausamkeit gegenüber Tieren und Menschen, zuviel Fasten
oder nur einmal am Tag zu essen usw., ist dem intensiv Pranayama-Übenden nicht
gestattet.
(Anmerkung des deutschen Übersetzers: Einige
der oben angegebenen Einschränkungen sind für alle Menschen gültig, wie
Verbot von Grausamkeit etc., andere wiederum gelten nur für die Zeit der
intensiven Pranayama Praxis, wie z.B. Verbot von sexueller Betätigung, Fasten,
kalten Bädern etc. Der gesunde Menschenverstand und die Innere Stimme werden
beim Abwägen der individuellen Umstände und Notwendigkeiten helfen. Im
Zweifelsfall ist der Ratschlag eines qualifizierten Yogalehrers einzuholen;
vergleiche auch das im4. Kapitel Gesagte).
Ein Kutir für Sadhana
Der Pranayamaschüler sollte sich einen schönen Raum oder ein Kutir (Hütte)
mit einem sehr kleinen Eingang einrichten. Er sollte gut mit getrocknetem
Kuhdung oder mit weißem Zement ausgekleidet und frei von Käfern, Mücken und
Läusen sein. Er sollte jeden Tag mit einem Besen gut ausgefegt und mit einem
guten Duftöl parfümiert werden, Räucherstäbchen sollten darin abgebrannt
werden. Wenn der Yoga Übende seinen Sitz (weder zu hoch noch zu niedrig) auf
einer Unterlage (Asana) aus Tuch, Antilopenfell und Gras eingenommen hat, sollte
er sich in die Lotus-Stellung begeben, seinen Körper aufrecht halten und seine
zur Verehrung gefalteten Hände sollten seine Schutzgottheit und Sri Ganesha
durch Wiederholung von “Shri Ganeshaya Namaha” grüßen.
Matra
Die Zeit, die das Zusammenlegen der Finger in die Handfläche benötigt - weder
sehr langsam noch durch rasches Zusammenschnappen der Finger, wird Matra
(Zähleinheit) genannt.
Jede Zeiteinheit wird Matra genannt. Das Zwinkern eines Auges wird manchmal als
die Dauer eines Matras genommen. Die Zeit, die von einer normalen Atmung
beansprucht wird, wird als ein Matra betrachtet. Die Zeit für das Aussprechen
der Silbe OM wird als ein Matra betrachtet. Dies ist sehr bequem. Viele
Pranayama Übende verwenden diese Zeiteinheit in ihrer Praxis.
PadmAsana (Lotus-Sitz)
(Bilder bei yoga-vidya.de)
Diese ist auch unter der Bezeichnung Kamalasana bekannt. Kamala und auch Padma
bedeutet Lotus. Wenn die Asana ausgeführt wird, sieht sie wie eine Lotusblüte
aus. Daher der Name Padmasana.
Von den vier beschriebenen Sitzstellungen für Pranayama, Japa (Wiederholung des
Mantras) und Dhyana (Meditation) kommt Padmasana an erster Stelle. Sie ist die
beste Asana für Kontemplation. Rishis (Weise, Seher, Propheten) wie Gheranda
und Sandilya heben diese wichtige Asana besonders hervor. PadmAsana ist
besonders für schlanke, flexible und junge Menschen geeignet.
Technik:
Setze Dich auf den Boden und strecke die Beine aus. Lege den rechten Fuß auf
den linken Oberschenkel und den linken Fuß auf den rechten Oberschenkel. Bringe
die Hände auf die Knie. Du kannst die Hände auch ineinander verschränken und
sie dann auf der rechten Ferse ablegen. Das ist für einige Personen sehr
bequem. Oder Du kannst die linke Hand auf das linke Knie und die rechte Hand auf
das rechte Knie mit der Handfläche nach oben legen, wobei der Zeigefinger den
mittleren Teil des Daumens berührt (Chinmudra).
Siddhasana (halber
Lotussitz)
Hinsichtlich der Bedeutung kommt direkt nach Padmasana
(Lotussitz) Siddhasana. Einige
bevorzugen diese Asana für den Zweck des Dhyana (Meditation). Wenn Du in
dieser Stellung Meisterschaft erlangst, wirst Du viele Siddhis (übernatürliche
Kräfte) erwerben. Außerdem wurde sie von vielen früheren Siddhas (vollendeten
Yogis) praktiziert. Daher der Name Siddhasana.
Auch dickere Menschen mit kräftigen Oberschenkeln können diese Asana täglich
üben. Tatsächlich ist sie für einige Personen besser als Padmasana. Junge
Brahmacharis (Schüler auf dem geistigen Weg, die das Gelübde der sexuellen
Enthaltsamkeit abgelegt haben), die versuchen, sich in Enthaltsamkeit zu
festigen, sollten diese Asana praktizieren. Sie ist für Frauen etwas
schwieriger auszuführen.
Technik:
Lege die linke Ferse an den Anus (Guda), die Endöffnung des Nahrungskanals bzw.
der Verdauungsröhre. Lege die rechte Ferse gegen das Schambein. Die Füße oder
Beine sollten dabei so gestellt werden, daß sich die Fußknöchel gegenseitig
berühren. Die Stellung der Hände ist wie in Padmasana.
Swastikasana (Stellung des Erfolgreichen)
Swastika ist bequemes Sitzen mit aufgerichtetem Körper. Diese Stellung ist
besonders geeignet für Menschen mit langen und schlanken Beinen. Strecke die
Beine nach vorne aus. Beuge das linke Bein und bringe den Fuß an die
Leistengegend des rechten Oberschenkels. Beuge entsprechend das rechte Bein und
drücke den Fuß in den Raum zwischen Oberschenkel und Wadenmuskulatur. Jetzt
hast Du die Füße zwischen den Oberschenkeln und Waden der Beine. Dies ist für
die Meditation sehr bequem. Halte die Hände wie bei PadmAsana beschrieben.
Samasana - Muktasana (Die gleichförmige Stellung)
Bringe die linke Ferse an den Anfang des rechten Oberschenkels und die rechte
Ferse an den Anfang des linken Oberschenkels. Sitze bequem. Beuge Dich weder
nach links noch nach rechts. Dies wird als Samasana oder Muktasana bezeichnet.
Sukhasana
(Schneidersitz)
Kreuze die Beine übereinander. Dies ist Sukhasana, die einfache Sitz-Stellung.
Die drei Bandhas
(Verschlüsse)
Es gibt vier Bhedas (Stellungen), nämlich Surya, Ujjayi, Sitali und Basti. Auf diese vier
Arten sollte der makellose Yogi, wenn Kumbhaka (Atemanhalten)
nahe ist oder ausgeführt wird,
die drei Bandhas praktizieren. Das erste wird Mula Bandha (Wurzelverschluß =
Zusammenziehen der Beckenbodenmuskeln), genannt. Das zweite
Uddiyana
(Bauchkontraktion)
und das dritte Jalandhara (Kinnverschluss). Sie können wie folgt beschrieben werden:
Apana (Ausscheidung), das eine abwärtsgerichtete Tendenz hat, wird durch Kontraktion und
Ziehen des Anus aufwärts gezwungen. Dieser Vorgang wird Mula Bandha genannt.
Wenn das Apana angehoben ist und die Sphäre des Agni (Feuer) erreicht, wird die
Flamme des Agni lang, angefacht durch Vayu (Luftelement, Atem). Agni und Apana
vermischen sich mit Prana in einem erhitzten Zustand. Durch dieses Agni
entsteht im Körper flammendes Feuer, das die schlafende Kundalini erweckt. Dann
macht die Kundalini ein zischendes Geräusch, wird aufgerichtet wie eine mit
einem Stock geschlagene Schlange und tritt ein in die Brahmanadi Öffnung (Sushumna).
Daher sollten Yogis täglich Mula Bandha praktizieren.
Uddiyana
(Bauchkontraktion) sollte am Ende
von Kumbhaka (Atemanhalten) und am Anfang der Einatmung ausgeübt werden.
Da das Prana ‘Uddiyte‘ bei diesem Bandha die Sushumna hochsteigt, wird es
von den Yogis Uddiyana (Hochsteigen) genannt. In der Vajra Stellung sitzend (auf
den Unterschenkeln sitzen, die Füsse hinter dem Körper - habe leider kein
passendes Bild gefunden) und
mit den Händen nahe an den Fersen, sollte es allmählich auf das Tana einwirken
(Faden oder Nadi, das Saraswati Nadi), das am oberen Teil des Bauches (oberhalb
des Nabels) liegt. Wenn das Prana Sandhi (Verbindung) zum Nabel erreicht wird,
entfernt es langsam die Krankheiten des Nabels. Daher sollte dies vollendet
praktiziert werden. Uddiyana kann auch stehend ausgeführt werden. Wenn Du es in
einer stehenden Haltung ausführst, bringe Deine Hände auf die Knie oder wenig
oberhalb der Knie. Halte die Beine leicht gespreizt.
Das Jalandhara genannte Bandha
(Kinnverschluss) sollte am Ende
des Purakas (Einatmung) ausgeführt werden. Jalandhara ist von der Form her eine
Kontraktion des Halses und bildet ein Hindernis für den Durchtritt von Vayu
(eine der Lebensenergien sowie auch physische Luft) nach oben. Wenn der Hals
durch Beugen des Kopfes nach vorne zusammengedrückt wird, so daß das Kinn die
Brust berührt, geht das Prana durch den Brahmanadi (Energiekanal in der
Wirbelsäule). Durch Einnehmen der zuvor beschriebenen Stellung, wird man
Sarasvati (Saraswati = Göttin der Weisheit, der Kreativität und der Künste) aufschüren und Prana beherrschen. Am ersten Tag sollte Kumbhaka
(Atemanhalten) viermal ausgeführt werden, am zweiten Tag zehnmal und dann noch
einmal fünfmal getrennt. Am dritten Tag sind zwanzig Wiederholungen ausreichend
und anschließend sollte Kumbhaka mit den Bandhas (Verschlüssen) mit einer Steigerung von zwei
Wiederholungen pro Tag ausgeführt werden.
Arambha Avastha (erster
Stufe des Pranayama)
Pranava (OM) sollte mit einer Länge von drei Matras (Zähleinheiten: 1 Matra =
1 Sekunde) gesungen
werden (verlängerte Intonationen). Damit werden frühere Sünden und alle
Hindernisse zerstört. Durch Üben erlangt er Arambha Avastha (den Anfang der
ersten Stufe). Der Körper des Yogis beginnt zu schwitzen. Der Schweiß sollte
gut mit den Händen verrieben werden. Manchmal fängt der Körper an zu zittern
oder hüpft wie ein Frosch.
Ghata Avastha (zweite Stufe
des Pranayama)
Anschließend folgt Gatha Avastha, der zweite Zustand, der durch beständiges
Unterdrücken des Atems erlangt wird. Wenn eine vollendete Vereinigung zwischen
Prana und Apana stattfindet, Manas (Geist) und Buddhi (Vernunft) oder Jivatman
(individuelle Seele) und Paramatman (höchstes Selbst) nicht
mehr im Gegensatz zueinander stehen, spricht man von Ghata Avastha. Nun braucht
der Schüler nur noch 1/4 der vorgegebenen Zeit für die zuvor
beschriebenen Übungen aufwenden. Am Tag und am Abend sollte für ein Yama
(3 Stunden) geübt werden. Kevala Kumbhaka (natürliches Atemanhalten) sollte man einmal am Tag
praktizieren. Das vollständige Zurückziehen der Sinnesorgane während des
Atemstillstands wird Pratyahara genannt. Was auch immer er mit seinen Augen
sieht, den Ohren hört, der Nase riecht, mit seiner Zunge schmeckt, mit seiner
Haut berührt, soll er als Atman (Gott) betrachten. Dann erhält der Yogi verschiedene
wundervolle Kräfte wie Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, die Fähigkeit sich
innerhalb von Sekunden an einen entfernten Ort zu bringen, Redekraft, die
Fähigkeit eine beliebige Gestalt anzunehmen oder sich unsichtbar zu machen und
das Wunder, Eisen in Gold umzuwandeln.
Der Yogi, der sorgsam praktiziert, erlangt die
Fähigkeit zu schweben. Der weise Yogi weiß, daß diese übernatürlichen
Kräfte große Hindernisse auf dem yogischen Weg darstellen, er darf niemals
Vergnügen an ihnen finden oder Zuflucht in ihnen suchen. Die Yogis dürfen
diese Kräfte nicht vor anderen Personen ausüben. Ein Yogi sollte als ein
gewöhnlicher Mensch leben und seine Kräfte verborgen halten. Seine Schüler
werden ihn zweifellos darum bitten, seine Kräfte zu zeigen, um ihr Verlangen zu
befriedigen. Jemand, der aktiv mit seinen äußerlichen, weltlichen Pflichten
beschäftigt ist, vergißt Yoga zu praktizieren. Daher sollte der Suchende eine
Weile lang Tag und Nacht nichts anderes tun, als Yoga zu üben, ohne dabei die
Worte seines Gurus zu vergessen. So beherrscht man den Ghata Zustand. Nichts
wird durch das nutzlose Zusammensein mit weltlich eingestellten Menschen
erreicht. Daher sollte man schlechte Gesellschaft meiden und Yoga praktizieren.
Parichaya Avastha (dritte
Stufe des Pranayama)
Durch beständige Praxis wird Parichaya Avastha (der dritte Zustand) erreicht.
Durch mühsame Praxis durchdringt Vayu, d.h. der subtile Lebens-Atem, zusammen
mit Agni (inneres Feuer) und dem Gedanken die Kundalini und tritt ununterbrochen
in die Sushumna ein. Wenn Chitta (Geist) zusammen mit Prana die Sushumna
betritt, erreicht die Kundalini zusammen mit Prana den hohen Sitz im Kopf. Wenn
der Yogi durch Praktizieren die Kraft des Handelns erwirbt (Kriya Shakti) und
die sechs Chakren durchdringt und Parichaya erreicht, dann sieht er wahrhaftig
die dreifachen Wirkungen von Karma (Gesetz von Ursache und Wirkung). Dann sollte
der Yogi die Vielheit der Karmas (Handlungen und dadurch verursachtes Schicksal)
durch Pranava (die mystische Silbe OM) zerstören. Dann wird der Yogi Kaya Vyuha
erreichen, ein mystischer Prozeß, des neu Anordnens der Skandhas des Körpers
und des Annehmens verschiedener Körper, um sich aller früheren Karmas zu
entledigen, ohne wiedergeboren zu werden. Dann soll der große Yogi die fünf
Dharanas (werden im Anhang erklärt), das sind die Formen der Konzentration,
praktizieren, durch welche die Kontrolle über die fünf Elemente erreicht wird.
Die Furcht vor Verletzung durch die Elemente wird verschwinden.
Nishpatthi Avastha (vierte Stufe des Pranayamas)
Das ist die vierte Stufe des Pranayamas. Durch allmähliche Praxis erreicht der
Yogi Nishpatti Avastha, den Zustand der Vollendung. Wenn all die Samen des
Karmas zerstört sind, trinkt der Yogi den Nektar der Unsterblichkeit. Er fühlt
weder Hunger noch Durst, weder Schlaf noch Ohnmacht. Er wird absolut
unabhängig. Er kann sich an jeden Ort der Welt begeben. Er wird niemals mehr
wiedergeboren. Er ist frei von allen Krankheiten, Verfall und Alter. Er genießt
die Wonne des Samadhi. Er braucht keine Yogaübungen mehr zu praktizieren. Wenn
der kundige und ruhige Yogi Prana Vayu trinken kann, indem er die Zunge an die
Wurzel des Gaumen legt, wenn er um die Gesetze von Prana und Apana weiß, dann
hat er einen Anspruch auf Befreiung.
Ein Yogaschüler wird automatisch all diese Avasthas (Zustände) einen nach dem
anderen erfahren, wenn er regelmäßig und systematisch praktiziert. Ein
ungeduldiger Schüler kann durch gelegentliches Praktizieren keinen dieser
Avasthas erfahren. Sorgfalt sollte auf die Beachtung von Mitahara (richtige
Ernährung) und Brahmacharya (sexuelle Enthaltsamkeit) verwandt werden.
Kapitel 3: Die Übung von Pranayama
Zum
Inhaltsverzeichnis
Was ist Pranayama?
Tasmin sati svasaprasvasayor-gativicchedah pranayamah- “Nach der Herrschaft
über Asana folgt Pranayama, die Kontrolle von Einatmung und Ausatmung” (Raja
Yoga Sutras)
Dies ist die Definition von Pranayama in den Yoga Sutras von Patanjali.
Svasa bedeutet Einatmung, Prasvasa Ausatmung.
Du kannst die Übung des Pranayamas beginnen, nachdem Du Festigkeit in Deiner
Asana (Sitz, Stellung) erlangt hast. Wenn Du drei Stunden in einer Asana an
einem Stück sitzen kannst, hast Du Meisterschaft über die Asana erlangt. Auch
wenn Du in der Lage bist, zwischen einer halben und einer Stunde zu sitzen,
kannst Du mit den Pranayamaübungen beginnen, ohne die man kaum irgendeinen
spirituellen Fortschritt erreichen kann.
Prana ist Vyashti, wenn es auf das Individuum
bezogen wird. Die gesamte kosmische Energie oder das kosmische Prana ist
Hiranyagarbha (die kosmische Intelligenz, kosmischer Geist, Brahma), die als das
treibende goldene Ei bekannt ist. Hiranyagarbha ist Samashti Prana. Ein
Streichholz ist Vyashti (einzeln). Die ganze Streichholzschachtel ist Samashti.
Ein einzelner Mango-Baum ist Vyashti. Der ganze Mango-Hain ist Samashti. Die
Energie im Körper ist Prana. Durch die Kontrolle der Bewegung der Lungen oder
Atmungsorgane können wir das Prana, das im Innern schwingt,
kontrollieren.
Durch die Kontrolle des Pranas kann auch der
Geist leicht beherrscht werden, da das Prana mit dem Geist fest verbunden ist,
wie ein Vogel mit einer Schnur. Genauso wie der Vogel, der mit einer Schnur an
einen Pfosten angebunden ist, nachdem er bald hier und bald dorthin geflogen
ist, auf dem Pfosten zur Ruhe kommt, genauso findet dieser Geist-Vogel, nachdem
er hierhin und dorthin verschiedenen sinnlichen Objekten hinterher gelaufen ist,
seinen Ruheplatz während des Tiefschlafs im Prana.
Pranayama in der Bhagavad Gita
Apane juhvati pranampranepanam tathaparePranapanagatee ruddhva
pranayamaparayanah (Bhagavad Gita, Kapitel IV-29).
“Andere opfern Prana (den nach draußen gehenden Atem bzw. die nach oben
fließende Energie) in das Apana (den nach innen kommenden Atem bzw. die nach
unten fließende Energie) und das Apana in das Prana, indem sie den Fluß von
Prana und Apana kontrollieren und so Pranayama praktizieren.
“Pranayama ist ein kostbares Yajna (Opfer). Einige praktizieren Puraka
Pranayama (Einfüllen, Einatmung), andere praktizieren Rechaka Pranayama
(Entleeren, Ausatmung). Einige beschäftigen sich mit der Übung von Pranayama
namens Kumbhaka (Anhalten), indem sie das Ausströmen der Luft durch Nase und
Mund verhindern, und indem sie das Einströmen der Luft in die entgegengesetzte
Richtung verhindern.”
Pranayama in den Schriften Shankaracharyas
“Pranayama ist die Kontrolle aller Lebensenergien durch das Verwirklichen,
daß Brahman in allen Dingen ist.
“Die Negierung des Universums ist der austretende Atem. Der Gedanke selbst
”Ich bin Brahman" wird als der eintretende Atem bezeichnet.
“Das Andauern dieses Gedankens danach ist das Anhalten des Atems. Dies ist das
Pranayama des Weisen, während das Zudrücken der Nasenlöcher nur für den
Unwissenden ist.” (Aparokshanubhuti, Verse 118-120)
(Anmerkung des Übersetzers: Erkenne bei jeder Ausatmung, daß das Universum
unwirklich ist. Erkenne mit jeder Einatmung, daß Du eins mit Brahman bist.
Verwirkliche dies beim Anhalten. Dies ist vedantisches Pranayama.)
Pranayama in der Yoga Vashishtha
Yogi Bhusunda sagt zu Sri Vashishtha: “In dem kühlen Lotus des Herzens,
innerhalb dieser sichtbaren Wohnung aus Fleisch, zusammengesetzt aus den fünf
Elementen, gibt es zwei Vayus (Lebensenergien), nämlich Prana und Apana. Für
diejenigen, die sanft und ohne die geringsten Anstrengungen voranschreiten, wird
der Pfad dieser beiden Vayus selbst zu Sonne und Mond im Herz-Akasha. Diese
Vayus werden auf- und absteigen zu höheren und niederen Zuständen. Sie sind
von gleicher Natur im Wachen, beim Träumen und im traumlosen Schlaf und
durchdringen alles. Ich bewege mich in Richtung dieser beiden Vayus und habe all
meine Vasanas (Wünsche) im Wachzustand zunichte gemacht, beleuchtet durch
solche des traumlosen Schlafzustands. Diese Vayus sind noch subtiler als ein
1000 Mal geteilter Lotusstiel. Daher ist es für mich schwierig, die Natur und
die Schwingungen dieser Vayus abzuhandeln. Von diesen schwingt das Prana
unaufhörlich mit einer aufwärtsgerichteten Bewegung, sowohl äußerlich als
auch innerlich, während das Apana die gleiche fluktuierende Tendenz aufweist,
im Innern und Äußeren des Körpers schwingt, jedoch mit einer
abwärtsgerichteten Bewegung. Es ist förderlich, wenn das um ein Maß von 16
Fingerbreit ausgeatmete Prana im gleichen Maß eingeatmet wird. Gewöhnlich
werden nur 12 Fingerbreit eingeatmet. Jene, die diese Erfahrung gemacht haben,
nämlich den Ausgleich des Pranas in Aus- und Einatmung, werden unendliche Wonne
genießen.
“Höre nun etwas über die Eigenschaften des
Pranas. Das Einatmen des Pranas, das mit einem Maß von 12
Fingerbreit ausgeatmet wurde, wird Puraka (Einatmung) genannt. Wenn Apana Vayu (Energie
der Ausscheidung) von außen ohne jede Anstrengung wieder in den Körper eintritt, bezeichnet man
das auch als das innere Puraka. Wenn Apana Vayu aufhört, sich selbst zu
manifestieren und Prana im Herzen absorbiert wird, bezeichnet man die Zeitdauer
dieses Zustandes als (innerer) Kumbha. Wenn sich das Prana im Akasha (Äther)
des Herzens äußerlich in verschiedenen Aspekten ohne jegliche Betrübnis des
Geistes manifestiert, dann nennt man dies das äußerliche Rechaka (Ausatmung).
Wenn das äußerlich fluktuierende Prana in die Nase eintritt und an ihrer
Spitze anhält, wird es äußerliches Puraka (Einatmen) genannt. Wenn es jedoch
an der Spitze der Nase vorbeitritt, geht es 12 Fingerbreit hinunter. Auch dann
wird es äußeres Puraka genannt. Wenn Prana nach außen und Apana nach innen
geht, dann wird das als äußerliches Kumbhaka (Anhalten) bezeichnet. Wenn das
scheinende Apana Vayu sich im Innern nach oben bewegt, dann wird es als
äußeres Rechaka (Ausatmen) betitelt. All diese Praktiken führen zu Moksha
(Befreiung). Daher sollte immer über sie meditiert werden. Diejenigen, die all
die äußeren und inneren Kumbhakas und anderen Praktiken verstanden und
sorgfältig ausgeführt haben, werden niemals wiedergeboren.
“All die acht Verfahren, die bisher
erläutert wurden, sind geeignet, um Moksha zu erzielen. Sie sollten sowohl am
Tag als auch in der Nacht geübt werden. Diejenigen, die mit diesen Praktiken
ständig verbunden sind und ihren Geist kontrollieren, werden im Laufe der Zeit
das Nirvana erlangen. Solchen Übenden wird es niemals nach materiellen
Vergnügungen dürsten. Sie werden immer in sich selbst ruhen, ob sie gehen,
stehen, wachen, träumen oder schlafen.
“Prana, das nach außen geflossen ist,
wird erneut im Herzen absorbiert nachdem es 12 Fingerbreit zurückgelaufen ist.
Ähnlich wird Apana im Herzen absorbiert, nachdem es aus dem Herzen geflossen
und 12 Fingerbreit zu ihm zurückgelaufen ist. Apana, das dem Mond entspricht,
wird den gesamten Körper während seines Durchgangs kühlen. Das Prana jedoch,
das der Sonne entspricht, wird im Körper Hitze erzeugen und alles im Körper
verdauen. Wird man jemals noch Schmerzen bekommen, der den höchsten Zustand
erreicht hat, wo die Kalas (die Strahlen) des Apana (dem Mond) von Prana (der
Sonne) überschwemmt werden? Wird jemand wiedergeboren werden, der diesen
mächtigen Wohnsitz erreicht hat, wenn die Kalas des Sonnen-Pranas verschlungen
werden von Apana, dem Mond? Diese werden augenblicklich die sieben Geburten von
denjenigen verhindern, welche den neutralen Zustand erreichen, in welchem sie
sehen, wie Apana Vayu zu Prana wird und auch umgekehrt. Ich lobpreise das
Chidatma, welches im Zwischenzustand ist, in dem Prana und Apana ineinander
absorbiert werden. Ich meditiere unaufhörlich über jenes Chidatma, das
im Akasha ist, unmittelbar vor dem Ende meiner Nase, wo sowohl Prana als auch
Apana erlöschen. Es liegt an der Kontrolle des Pranas, daß ich das
höchste und unbefleckte Tattwa (Element, Wahrheit) jenseits des Leidens erlangt
habe. ” (Yoga Vashishtha)
Kontrolle des Atems
Der erste wichtige Schritt ist Asana, Kontrolle über den Körper, zu bekommen.
Die nächste Übung ist Pranayama. Auf eine korrekte Stellung kann nicht
verzichtet werden, es ist die Voraussetzung für erfolgreiches Praktizieren von
Pranayama. Eine leichte und bequeme Stellung ist eine Asana. Die Stellung, die
für den längsten Zeitraum bequem bleibt, ist am besten. Brust, Nacken und Kopf
müssen in einer vertikalen Linie sein. Du solltest den Körper weder nach vorne
noch seitwärts, d.h. nach rechts oder links beugen. Du solltest nicht krumm
sitzen. Der Körper sollte nicht zusammensinken. Durch regelmäßige Übung wird
man die Stellung von selbst beherrschen. Dicke Menschen werden es schwierig
finden, die Padmasana (Lotusstellung) einzunehmen. Sie können in SukhAsana
(leichte Stellung, Schneidersitz) oder in Siddhasana (vollendete Stellung)
sitzen. Du brauchst mit den Pranayamaübungen nicht zu warten, bis Du volle
Meisterschaft über die Asana erlangt hast. Übe die Asana gleichzeitig mit
Pranayama. Im Laufe der Zeit wirst Du Vollendung in beiden erlangen. Pranayama
kann auch aufrecht auf dem Stuhl sitzend geübt werden.
In der Bhagavad Gita, dem unsterblichen Gesang
Krishnas, findest Du eine schöne Beschreibung der Sitzhaltung für Pranayama
und Meditation (Kapitel 6, Verse 11, 12 und 13):
“An einem reinen Ort, auf einem besonderen,
festen Sitz, der weder zu hoch noch zu niedrig ist und aus Schichten von
übereinandergelegtem Tuch, einer Tierhaut und Kusha-Gras besteht, mit
einpünktigem Geist, mit Herrschaft über das Denken und die Sinne, möge er
sich auf diesen Sitz niederlassen und Yoga üben, um sein niederes Selbst zu
reinigen. Er halte seinen Körper unbewegt, Kopf und Nacken gerade und ruhig,
den Blick auf die Nasenspitze (oder den Punkt zwischen den Augen) gerichtet,
ohne herumzusehen.”
Pranayama ist die Kontrolle des Pranas und der
vitalen Kräfte des Körpers. Es ist die Kontrolle des Atems. Pranayama beginnt
mit der Zügelung des Atems, um so Kontrolle über die Lebensströme oder
vitalen inneren Kräfte zu haben. Mit anderen Worten: Pranayama ist die
vollendete Beherrschung der Lebensströme durch Kontrolle des Atems. Atem ist
die äußerliche Manifestation des grobstofflichen Pranas. Die Gewohnheit,
richtig zu atmen, muß durch regelmäßige Übung von Pranayama gefestigt
werden. Bei gewöhnlichen, weltlichen Menschen ist die Atmung unregelmäßig.
Wenn Du das Prana beherrschst, kannst Du alle Kräfte des Universums
beherrschen. Der Yogi kann auch die allgegenwärtige, sich manifestierende Kraft
beherrschen, aus der alle Energien hervorgehen, wie z.B. Magnetismus,
Elektrizität, Schwerkraft, Kohäsion, Nervenströme, vitale Kräfte oder
Gedankenschwingungen, also tatsächlich alle Kräfte des physischen und
geistigen Universums.
Wenn jemand den Atem oder das Prana beherrscht, beherrscht er auch den Geist.
Wer Kontrolle über seinen Geist hat, hat auch Kontrolle über seinen Atem. Wenn
sich eines von beiden einstellt, stellt sich auch das andere ein. Wenn beide,
Geist und Prana beherrscht werden, erreicht man Befreiung aus dem Kreislauf von
Geburt und Tod und erlangt Unsterblichkeit. Es gibt eine enge Beziehung zwischen
Geist, Prana und dem Samen. Wenn man die Energie des Samens beherrscht, sind
auch Geist und Prana unter Kontrolle. Wer die Energie seines Samens beherrscht,
hat auch sein Prana und seinen Geist unter Kontrolle.
Wer Pranayama übt, wird einen guten Appetit, Heiterkeit, eine ansehnliche
Gestalt, Stärke, Mut, Enthusiasmus, ein hohes Maß an Gesundheit, Energie und
Vitalität sowie eine gute Konzentration des Geistes haben. Pranayama eignet
sich auch sehr gut für westliche Menschen. Ein Yogi mißt die Spanne seines
Lebens nicht in Jahren sondern in der Zahl seiner Atemzüge. Die Vitalkapazität
ist die größtmögliche Luftmenge, die man nach der tiefstmöglichen Ausatmung
einatmen kann. Ein Mensch nimmt 15 Atemzüge in der Minute. Die gesamte Anzahl
von Atemzügen pro Tag beträgt 21.600.
Arten des Pranayama
“Bahya-abhyantar-stambha-vritti-desaa-kalaSankhyabhih paridrishto
deergha-sukshmah”Yoga Sutra des Patanjali (Kapitel 2, Sutra 50)
“Pranayama ist Einatmung, Ausatmung oder Anhalten des Atems. Es wird durch
Ort, Zeit und Dauer reguliert und fortschreitend verlängert und verfeinert.”
Die Ausatmung ist Rechaka, die erste Art des
Pranayamas. Einatmung ist die zweite Art und wird Puraka (Einatmen) genannt.
Wenn der Atem angehalten wird, ist dies Kumbhaka (Anhalten), die dritte Art.
Kumbhaka ist das Zurückhalten des Atems. Kumbhaka verlängert das Leben,
vermehrt die innere spirituelle Kraft, Stärke und Vitalität. Wenn Du den Atem
für eine Minute anhälst, wird diese Minute Deiner Lebenszeit hinzugefügt.
Yogis besiegen den Yama, den Gott des Todes, indem sie den Atem zum
Brahmarandhra (Fontanelle) an der Spitze des Kopfes hochführen und ihn dort
halten. So erobern sie den Tod. Chang Dev lebte durch die Übung von Pranayama
Eintausendvierhundert Jahre. Jede der Bewegungen im Pranayama, nämlich Rechaka
(Ausatmen), Puraka (Einatmen) und Kumbhaka (Anhalten), wird durch Ort, Zeit und
Anzahl gesteuert. Ort bezeichnet das innere oder äußere des Körpers, die
spezielle Länge oder Breite und ob das Prana in einem bestimmten Teil des
Körpers gehalten wird. Die Dauer der Aus- bzw. Einatmung ist bei jedem Menschen
unterschiedlich. Die Länge des Atems variiert entsprechend dem vorherrschenden
Tattwa (Element). Die Länge des Atems beträgt 12, 16, 4, 8 bzw. 0
Fingerbreit, entsprechend den fünf Tattwas (Elementen) Prithivi (Erde), Apas
(Wasser), Tejas (Feuer), Vayu (Luft) oder Akasha (Äther) (Erde, Wasser, Feuer, Luft oder Äther). Dies ist während der Ausatmung
äußerlich und während der Einatmung innerlich.
Die Zeitdauer wird im allgemeinen in Matras
gezählt, was einer Sekunde entspricht. Das Matra ist ein Maß. Mit Zeit ist
auch gemeint, wie lange das Prana in einem bestimmten Zentrum oder Teil fixiert
werden sollte.
Anzahl bezieht sich auf die Zahl der Wiederholungen mit der das Pranayama
ausgeführt wird. Der Yoga-Schüler sollte die Zahl der Pranayamas in einer
Sitzung auf 80 steigern. Er sollte jeweils morgens, mittags, nachmittags und
abends üben, insgesamt 320 Pranayamas. Die Wirkung oder Frucht von Pranayama
ist Udghata, die Erweckung der schlafenden Kundalini. Das Hauptziel von
Pranayama ist, das Prana mit dem Apana zu vereinigen und das zusammengeführte
Pranayama langsam hoch zum Kopf zu bringen.
Kundalini ist die Quelle für alle okkulten
Kräfte. Entsprechend der Zeitdauer, die es geübt wird, ist das Pranayama kurz
oder lang. Genauso wie Wasser, das auf eine heiße Pfanne geschüttet wird, nach
allen Seiten hin verdampft, genauso hält die Luft unter starker Anstrengung des
Anhaltens (Kumbhaka) an und bleibt im Inneren.
Vachaspati schreibt: “Der erste Versuch (Udgatha) wird mit 36 Matras
(Zähleinheiten) gemessen, was sanft ist. Das Doppelte im zweiten Versuch, was
mittel ist. Das ganze dreifach ist intensiv. Dies ist Pranayama nach Zahlen
gemessen.”
Der Ort der Ausatmung liegt im Bereich von 12
Angulas (Fingerbreit) von der Nasenspitze. Dies kann man mit einem Stück Schilf
oder Stoff nachprüfen. Der Ort der Einatmung reicht vom Kopf bis hinunter zu
den Fußsohlen. Man kann sich dessen vergewissern durch ein kribbelndes Gefühl
ähnlich dem der Berührung einer Ameise. Der Zeitraum des Kumbhakas besteht aus
den äußeren und inneren Räumen von Ein- und Ausatmung zusammengenommen, da
die Funktionen des Atems bei Ein- und Ausatmung angehalten werden können.
Dessen kann man sich vergewissern durch das Ausbleiben der oben aufgeführten
Anzeichen, in Verbindung mit Ein- und Ausatmung.
Die Angaben zu den drei Arten der
Atemregulierung bzgl. Zeit, Raum und Anzahl sind optional. Es ist nicht so zu
verstehen, daß sie zusammen praktiziert werden sollten. In vielen Smritis (indische
Heilige Schriften) kann
man lesen, daß die einzige erwähnte Spezifikation in bezug auf die Kontrolle
des Atems die der Zeit ist.
Die vierte Atemart hält das Prana durch Ausrichtung auf ein äußeres oder
inneres Objekt zurück. “Bahyabhyantaravishayakshepi chaturthah ” (Yoga
Sutras, Kapitel II, 51)
Die dritte Art von Pranayama, die in Satz 50
der Yoga Sutras beschrieben ist, wird nur bis zum Erreichen des ersten Udghata (die Erweckung der schlafenden
Kundalini) praktiziert. Das vierte Pranayama wird weiter fortgeführt. Es befaßt sich mit
der Fixierung des Pranas in den verschiedenen Chakras (Padmas, Lotus) und
dem langsamen, schrittweisen Hochziehen zum letzten Lotus im Kopf, wo
vollendeter Samadhi eintritt. Dies ist im Innern. Äußerlich zieht es die
Länge des Atems in Betracht in Übereinstimmung mit dem vorherrschenden Tattwa
(Element). Das Prana kann sowohl innen wie außen beschrieben werden.
Durch allmähliche Beherrschung der
einleitenden drei Arten von Pranayama, setzt die vierte Art ein. In der dritten
Art von Pranayama wird der räumliche Bereich der Atmung außer Acht gelassen.
Das Anhalten des Atems tritt durch eine einzelne Anstrengung auf und wird dann
nach Raum, Zeit und Anzahl gemessen und wird so Dirgha (lang) und Sukshma
(subtil, feinstofflich). In der vierten Art jedoch werden die Zeiträume der
Ausatmung und Einatmung ermittelt. Die verschiedenen Zustände werden nach und
nach beherrscht. Die vierte Art wird nicht sofort durch eine einzelne
Anstrengung praktiziert wie die dritte. Andererseits erreicht sie verschiedene
Grade der Vollendung, wenn sie ausgeführt wird. Wenn eine Stufe beherrscht
wird, wird die nächste Stufe aufgenommen und geübt. Der dritten Art gehen
keine Abmessungen voraus und sie wird durch eine einzelne Anstrengung
herbeigeführt. Der vierten gehen jedoch die Kenntnisse um die Maße voraus und
sie wird nur durch großes Bemühen erreicht. Die Bedingungen bezüglich Zeit,
Raum und Anzahl sind auch auf dieses Pranayama anwendbar. Besondere okkulte
Kräfte entwickeln sich von selbst mit jeder Stufe des Fortschritts.
Drei Arten von Pranayama
Es gibt drei Typen von Pranayama, nämlich Adhama, Madhyama und Uttama (Unteres,
Mittleres und Höchstes). Das Adhama Pranayama besteht aus 12 Matras
(Zähleinheiten), Madhyama besteht aus 24 Matras und Uttama nimmt die Zeit von
32 Matras ein. Dies gilt für Puraka (Einatmen). Das Verhältnis zwischen
Puraka (Einatmen), Kumbhaka (Anhalten) und Rechaka (Ausatmen) ist 1:4:2. Puraka
ist Einatmung. Kumbhaka ist das Anhalten. Rechaka ist Ausatmung. Wenn Du 12
Matras einatmest, sollte die Dauer von Kumbhaka (Anhalten) 48 Matras betragen.
Die Zeit für Rechaka (Ausatmen) beträgt dann 24 Matras. Das ist Adhama
Pranayama. Diese Regel gilt für alle Pranayama-Arten. Praktiziere zunächst
für einen Monat Adhama Pranayama. Praktiziere dann für drei Monate Madhyama,
anschließend sollte mit der Uttama Art begonnen werden.
Grüße Deinen Guru und Sri Ganesha, sobald Du
in der Asana sitzt. Der Zeitpunkt für Abhyasa (Übung) ist der frühe Morgen um 4 oder
10 Uhr, abends um 16 Uhr und nachts um 22 oder 0 Uhr. Wenn Du vorankommen
willst, solltest Du täglich 320 Runden Pranayama ausüben.
Sagarbha Pranayama geht einher mit Japa
(Wiederholung) eines Mantras, z.B. Gayatri oder OM. Es ist 100 Mal
wirkungsvoller als das Agarbha Pranayama, das einfach ist und nicht von Japa
begleitet wird. Pranayama Siddhi (Vollkommenheit) hängt von der Intensität der
Bemühungen ab. Ein besonders enthusiastischer Schüler mit Parama Utsaha,
Sahasa und Dridhata (Eifer, Heiterkeit und Zähigkeit), kann innerhalb von 6
Monaten Vollendung herbeiführen; während ein nachlässiger Schüler mit Tandri
und Alasya (Schläfrigkeit und Faulheit) selbst nach 8 oder 10 Jahren keine
Verbesserung finden wird. Harre aus mit Geduld, Vertrauen, Zuversicht,
Erwartung, Interesse und Aufmerksamkeit. Du bist dazu bestimmt Erfolg zu haben.
Nil desperandum - verzweifle niemals.
Das vedantische Kumbhaka
Man sollte Pranayama ohne Ablenkung und mit ruhigem Geist üben. Der Übende
sollte sich einzig auf Brahman verlassen; dies ist das höchste Ziel des Lebens.
Man sagt, daß das Zurückziehen von allen äußeren Objekten Rechaka (Ausatmen)
sei. Das Aufnehmen des spirituellen Wissens der Shastras sei Puraka (Einatmen)
und das sich-daran-halten sei Kumbhaka (Anhalten). Man wird unabhängig, wenn
man seinen Chitta (Geist) auf diese Weise trainiert. Hierüber gibt es keinen
Zweifel. Durch Kumbhaka sollte der Geist immer angehoben werden und durch
Kumbhaka alleine sollte er sich dem Innern zuwenden. Die Beherrschung von
Kumbhaka kann nur durch die Übung von Kumbhaka erfolgen. Im Innern von Kumbhaka
ist Parama Shiva. Zuerst entsteht in seinem Brahmagranthi ein Loch oder ein
Durchgang, der durchdrungen wird. Anschließend geht es durch Vishnugranthi und
dann durch Rudragranthi. Daraufhin erlangt der Yogi Befreiung durch religiöse
Zeremonien, in verschiedenen Geburten ausgeführt, durch die Gnade des Gurus und
Devatas (Gottes) sowie durch die Übung des Yogas.
Pranayama für Nadi-Shuddhi
(Nadi-Reinigung)
Vayu (Lebensenergie) kann nicht in die Nadis eintreten, wenn sie voller
Unreinheiten sind. Daher sollten sie zu allererst gereinigt und dann Pranayama
geübt werden. Die Nadis werden durch zwei Prozesse gereinigt, nämlich, Samanu
und Nirmanu. Samanu entspricht einem geistigen Prozeß, bei dem Bija Mantras
wiederholt werden. Nirmanu entspricht einer physischen Reinigung oder den
Shatkarmas (sechs Reinigungsprozesse im Hatha Yoga).
1. Sitze in Padmasana (Lotussitz). Meditiere über das
Bijakshara (Samenmantra) von Vayu (Luftelement), Yam, das von rauchiger Farbe
ist. Atme durch das linke Nasenloch ein. Wiederhole das Bijakshara 16 Mal. Dies
ist Puraka (Einatmen). Halte den Atem an, bis Du das Bija 64 Mal wiederholt
hast. Dies ist Kumbhaka (Anhalten). Atme dann sehr sehr langsam durch das rechte
Nasenloch aus, bis Du das Bijakshara 32 Mal wiederholt hast. Dies ist Rechaka
(Ausatmen).
2. Der Nabel ist der Sitz von Agnitattwa (das
Feuerelement). Meditiere über dieses Agnitattwa. Ziehe die Luft durch das
rechte Nasenloch ein, während Du 16 Mal das Agni Bija, Ram, wiederholst. Halte
den Atem an, bis Du das Bija 64 Mal wiederholt hast. Atme dann langsam durch das
linke Nasenloch aus, bis Du das Bija geistig 32 Mal wiederholt hast.
3. Fixiere den Blick auf die Nasenspitze. Atme
durch das linke Nasenloch ein und wiederhole das Chandra (Mond) Bija, Tham,
16 Mal. Halte den Atem an, bis Du das Bija 64 Mal wiederholt hast. Stell Dir
vor, daß der Nektar, der aus dem Mond herausfließt, durch alle Gefäße Deines
Körpers strömt und sie reinigt. Atme dann langsam durch das rechte Nasenloch
aus, bis Du das Prithivi Bija (Lam) 32 Mal wiederholt hast.
Durch die Übung der oben dargestellten drei
Arten von Pranayama werden die Nadis gründlich gereinigt. Sitze dabei in Deiner
normalen Stellung.
Mantra während Pranayama
Das Mantra für die Wiederholung während des Pranayamas ist in der Ishwara Gita
niedergelegt: “Wenn der Aspirant, seinen Atem anhaltend, das Gayatri dreifach,
am Anfang auch zusammen mit den Vyahritis, den Siras am Ende und das Pranava (die
Heilige Silbe OM) jeweils einmal an beiden Enden wiederholt, so nennt man dies Kontrolle des
Atems”.
Yogi Yajnavalkya andererseits erklärt
folgendermaßen: “Um den aufwärtsgerichteten Atem und den abwärts
gerichteten Atem zu beherrschen, soll der Atem mit dem Mantra OM als Maßeinheit
kontrolliert werden.”
Die Wiederholung des Pranava (OM) alleine, ist für
Paramahamsa Sannyasins (Paramahamsa = die höchste Klasse von Sannyasins) gedacht. Es ist in
den Smritis (Schriften) dargelegt worden, daß gewöhnliche Kontemplation durch
Einatmung und durch andere Phasen der Atemkontrolle (im Bereich des Nabels, Herz
und Stirn, in Bezug auf die Formen von Brahma, Vishnu bzw. Shiva) geübt werden
soll. Für den Paramahamsa jedoch wurde Brahman als das alleinige Objekt der
Kontemplation dargelegt. “Der selbstbeherrschte Asket soll mit Hilfe des
Pranava über das höchste Brahman nachsinnen” erklärt die Shruti (Schrift).
Übung Nr. 1
Sitze in Padamasana. Schließe Deine Augen. Konzentriere Dich auf Trikuti (den
Raum zwischen den beiden Augenbrauen). Schließe das rechte Nasenloch mit Deinem
Daumen. Atme langsam und so lange wie Du bequem kannst durch das linke Nasenloch
ein. Atme dann sehr, sehr langsam durch das gleiche Nasenloch aus. 12 x
wiederholen entspricht einer Runde.
Atme dann durch Verschließen des linken Nasenlochs mit Ring- und kleinem Finger
der rechten Hand durch das rechte Nasenloch ein und durch das gleiche Nasenloch
sehr langsam aus. 12 x wiederholen entspricht einer Runde.
Die Ein- und Ausatmung sollte geräuschlos sein. Wiederhole während der Übung
Dein Ishta Mantra. In der zweiten Woche zwei und in der dritten Woche drei
Runden üben. Mach eine Pause von zwei Minuten wenn eine Runde
vorüber ist. Falls Du nach Abschluß einer Runde einige normale Atemzüge
tätigst, wird Dir dies genügend Ruhe geben, um für die nächste Runde frisch
zu sein. In dieser Übung gibt es kein Kumbhaka (Anhalten). Du kannst die Zahl
der Runden entsprechend Deiner Stärke und Deiner Fähigkeit steigern.
Übung Nr. 2
Atme langsam und ruhig durch beide Nasenlöcher ein. Den Atem nicht anhalten,
langsam ausatmen. Eine Runde besteht aus 12 Wiederholungen. Entsprechend Deiner
Fähigkeit, Stärke und Zeit kannst Du zwei oder drei Runden praktizieren.
Übung Nr. 3
Setze Dich in Deinen Sitz (Asana). Schließe das rechte Nasenloch mit Deinem
rechten Daumen. Atme dann langsam durch das linke Nasenloch ein. Schließe das
linke Nasenloch mit Ringfinger und kleinem Finger der rechten Hand und öffne
das rechte Nasenloch durch Entfernen des rechten Daumens. Atme sehr langsam
durch das rechte Nasenloch aus. Zieh dann die Luft durch das rechte Nasenloch
ein, solange wie Du bequem kannst und atme durch das linke Nasenloch aus, indem
Du Ringfinger und kleinen Finger der rechten Hand entfernst. In diesem Pranayama
gibt es kein Kumbhaka (Anhalten). 12 x wiederholen entspricht einer Runde.
Übung Nr. 4
Meditiere darüber, daß der eine Buchstabe, das höchste Licht - Pranava , OM -
der Ursprung oder die Quelle der drei Buchstaben A, U und M ist. Atme die Luft
durch Ida (das linke Nasenloch) über die Zeitspanne von 16 Matras (Sekunden)
ein, meditiere während dieser Zeit über den Buchstaben A; halte die Luft für
die Zeit von 64 Matras an, meditiere während der Zeit über den Buchstaben U;
atme durch das rechte Nasenloch für die Zeit von 32 Matras aus und meditiere
während dieser Zeit über den Buchstaben M. Übe dies immer wieder in der oben
genannten Reihenfolge. Beginne mit 2 oder 3 Wiederholungen und steigere Dich
allmählich auf 20 oder 30, entsprechend Deiner Fähigkeit und Stärke. Halte am
Anfang den Rhythmus 1:4:2 ein. Steigere das Verhältnis allmählich auf
16:64:32.
Tiefenatmung
Jeder tiefe Atemzug besteht aus einer vollständigen Einatmung durch die Nase
und einer ebenso tiefen und gleichmäßigen Ausatmung durch die Nase.
Atme so langsam wie Du kannst ein. Atme so langsam wie Du kannst aus. Beachte
während der Einatmung die folgenden Regeln:
1. Steh auf. Halte die Hände an den Hüften,
die Ellbogen zeigen nach außen, jedoch nicht nach hinten gezwungen. Stehe
bequem.
2. Strecke den Brustkorb gerade nach oben.
Drücke die Hüftknochen mit den Händen nach unten. Durch diesen Vorgang wird
ein Vakuum erzeugt und die Luft wird von alleine einströmen.
3. Halte die Nasenlöcher weit geöffnet.
Benutze die Nase nicht wie eine Saugpumpe. Sie sollten ein passiver Durchgang
sowohl für die eingeatmete als auch für die ausgeatmete Luft sein. Erinnere
dich, daß korrekte Atmung geräuschlos ist.
4. Strecke den gesamten oberen Teil des
Rumpfes.
5. Wölbe die obere Brust in eine
unverkrampfte Haltung. Halte den Bauch natürlich entspannt.
6. Beuge den Kopf nicht zu weit nach hinten.
Ziehe den Bauch nicht ein. Ziehe die Schultern nicht nach oben.
Beachte während der Ausatmung sorgfältig
folgende Regeln:
1. Laß die Rippen und den gesamten oberen
Teil des Rumpfes allmählich nach unten sinken.
2. Ziehe die unteren Rippen und den Bauch
langsam nach innen.
3. Beuge den Körper nicht zu weit nach vorne.
Eine Wölbung des Brustkorbs sollte vermieden werden. Halte Kopf, Nacken und den
Rumpf in einer geraden Linie. Ziehe den Brustkorb zusammen. Atme die Luft nicht
durch den Mund aus. Atme sehr langsam und geräuschlos aus.
4. Die Ausatmung findet durch Entspannung der
Muskeln statt, die bei der Einatmung angespannt wurden. Der Brustkorb fällt
durch sein Eigengewicht nach unten und man stößt die Luft durch die Nase aus.
5. Halte am Anfang den Atem nach der Einatmung
nicht an. Nach der Einatmung erfolgt augenblicklich die Ausatmung. Wenn Du
fortgeschritten bist, kannst Du entsprechend Deiner Fähigkeit den Atem langsam
von 5 Sekunden bis zu einer Minute anhalten.
6. Wenn eine Runde der Tiefenatmung vorüber
ist, kannst Du eine kurze Atempause machen, dabei normal atmen. Beginne dann mit
der zweiten Runde. Stehe während der Pause ruhig und in einer bequemen
Stellung, mit den Händen auf den Hüften. Die Anzahl der Runden kann
individuell (entsprechend der Fähigkeit) festgelegt werden. 3 oder 4 Runden
ausführen, jede Woche um eine Runde steigern. Die Tiefenatmung ist nur eine
Spielart des Pranayamas.
Kapalabhati
(Schnellatmung - siehe oben)
‘Kapala’ ist ein Sanskrit-Wort; es bedeutet Schädel. ‘Bhati’ bedeutet
scheinen. Der Ausdruck Kapalabhati bezeichnet eine Übung, die den Schädel zum
Scheinen bringt. Diese Kriya reinigt den Schädel. Sie ist eine der Shat-Karmas
(sechs Reinigungsübungen im Hatha Yoga).
Sitze in Padmasana (Lotussitz). Halte die
Hände auf den Knien. Schließe die Augen. Führe Puraka (Einatmen) und Rechaka
(Ausatmen) schnell und kraftvoll aus. Bei dieser Übung beginnt man zu
schwitzen. Denjenigen, die in Kapalabhati (Schnellatmung) sehr erfahren sind, fällt Bhastrika
(Bhastrika = Blasebalg = Atemübung zur Erweckung der Kundalini - siehe unten) sehr leicht. In diesem Pranayama gibt es kein Kumbhaka (Anhalten). Rechaka
(Ausatmen) spielt die dominierende Rolle. Puraka (Einatmen) ist sanft, langsam
und lang (Dirgha). Rechaka (Ausatmen) sollte jedoch schnell und forciert
ausgeführt werden, durch Kontraktion der Bauchmuskeln mit einem nach hinten
gerichteten Schub. Entspanne während des Purakas (Einatmen) Deine Bauchmuskeln.
Der Kopf sollte nicht gebeugt und die Wirbelsäule nicht gekrümmt sein. Kopf
und Rumpf sollten aufgerichtet sein. Plötzliche Ausstöße des Atems folgen
aufeinander wie in Bhastrika (siehe unten). Zu Beginn kannst Du mit einer Ausatmung pro
Sekunde starten. Allmählich kannst Du dann zwei Ausatmungen pro Sekunde machen.
Morgens mit einer Runde von 10 Ausatmungen starten. In der zweiten Woche eine
Runde am Abend praktizieren. In der dritten Woche zwei Runden am Morgen und zwei
Runden am Abend ausführen. Steigere Dich jede Woche allmählich und vorsichtig
um jeweils 10 Ausatmungen pro Runde, bis Du 120 Ausatmungen pro Runde erreichst.
Die Übung reinigt das Atmungssystem und die
nasalen Atemwege. Es beseitigt Verkrampfungen der Bronchien. Als Folge
verschafft es Abhilfe bei Asthma und kann diese Krankheit im Laufe der Zeit auch
heilen. Die Lungenspitzen werden gründlich mit Sauerstoff versorgt. So können
sie keine Brutstätten für Tuberkulose-Bakterien bieten. Schwindsucht wird
durch diese Übung geheilt. Die Lungen werden beachtlich entwickelt.
Kohlendioxid wird in großem Ausmaß vermindert. Unreinheiten des Blutes werden
ausgesondert. Gewebe und Zellen absorbieren eine große Menge von Sauerstoff.
Der Übende bleibt gesund. Das Herz funktioniert ordentlich. Der Kreislauf und
die Atmung werden angeregt.
Das äußere Kumbhaka (Bahya)
Atme durch das linke Nasenloch ein, bis Du 3 x OM abgezählt hast. Atme
anschließend sofort die Luft sofort ohne anzuhalten durch das rechte Nasenloch
aus, während Du 6 x OM wiederholst. Halte nach dem Ausatmen die Luft an, bis Du
12 x OM abgezählt hast. Ziehe dann die Luft durch das rechte Nasenloch ein,
atme durch das linke aus, wobei Du die gleiche Zahl von OMs für Einatmung,
Ausatmung und Anhalten verwendest wie zuvor. Mache sechs Wiederholungen am
Morgen und sechs am Abend. Steigere allmählich die Zahl der Runden und die Zeit
des Kumbhakas (der Anhaltung). Man sollte sich dabei nicht selbst unter Druck
setzen.
Leichtes, angenehmes Pranayama (Sukha
Purvaka)
Setze Dich in Deinem Meditationsraum in Padmasana oder Siddhasana vor das Bild
einer Ishta Devata (führenden Gottheit). Schließe das rechte Nasenloch mit dem
rechten Daumen. Ziehe die Luft sehr langsam durch das linke Nasenloch ein.
Schließe dann das linke Nasenloch mit dem kleinen Finger und dem Ringfinger der
rechten Hand. Halte die Luft solange an, wie es bequem geht. Atme dann sehr
langsam durch das rechte Nasenloch aus, nachdem Du den Daumen beiseite genommen
hast. Nun ist der halbe Vorgang abgeschlossen. Ziehe dann die Luft durch das
rechte Nasenloch ein. Halte die Luft wie zuvor an und atme durch das linke
Nasenloch sehr langsam aus. Diese sechs Teilschritte zusammengenommen bilden ein
Pranayama. 20 x morgens und abends wiederholen, die Anzahl allmählich steigern.
Habe die Bhava (geistige Einstellung), daß alle Daivi Shampat (göttlichen
Eigenschaften), z.B. Barmherzigkeit, Liebe, Vergebung, Shantih, Freude etc. mit
der Luft in Dich eindringen und alle Asuri Shampat (teuflischen Eigenschaften)
wie sinnliche Begierde, Zorn, Habgier u.s.w. mit der ausgeatmeten Luft
ausgestoßen werden. Wiederhole geistig OM oder Gayatri während Puraka
(Einatmen), Kumbhaka (Anhalten) und Rechaka (Ausatmen). Intensiv praktizierende
Sadhakas können täglich 320 Kumbhakas in vier Sitzungen ausführen, mit
jeweils 80 Wiederholungen pro Sitzung.
Dieses Pranayama beseitigt alle Krankheiten,
reinigt die Nadis, stärkt den Geist in Konzentration, verbessert die Verdauung,
vermehrt das Verdauungsfeuer und den Appetit, hilft Brahmacharya einzuhalten und
erweckt die Kundalini, die im Muladhara Chakra schläft. Die Reinigung der Nadis
erfolgt sehr rasch. Du kannst auch Levitation (Schweben über dem Boden)
erfahren.
Pranayama für das Erwecken der Kundalini
Konzentriere Dich beim Praktizieren der folgenden Übung auf das Muladhara Chakra
(Wurzelchakra) am unteren Ende der Wirbelsäule; es ist von dreieckiger Form und ist der
Sitz der Kundalini Shakti. Schließe mit Deinem rechten Daumen das rechte
Nasenloch. Atme durch das linke Nasenloch ein, bis Du 3 x OM langsam gezählt
hast. Stell Dir vor, daß Du das Prana mit der Luft aus der Atmosphäre
hineinziehst. Schließe dann das linke Nasenloch mit kleinem Finger und
Ringfinger der rechten Hand. Halte dann den Atem für 12 x OM an. Schicke den
Energiestrom die Wirbelsäule hinunter, direkt zum dreieckigen Lotus, zum
Muladhara Chakra. Stell Dir vor, daß der Nervenstrom gegen den Lotus stößt
und die Kundalini erweckt. Atme dann langsam durch das rechte Nasenloch aus,
wobei Du 6 x OM abzählst. Wiederhole den Prozeß wie oben aufgeführt beginnend
mit dem rechten Nasenloch, benutze die gleichen Zeiteinheiten,
Vorstellungen und Empfindungen. Dieses Pranayama wird die Kundalini rasch
erwecken. 3 x morgens und abends wiederholen. Steigere die Zahl der
Wiederholungen und die Zeitdauer allmählich, entsprechend Deiner Stärke und
Deinen Fähigkeiten. Bei diesem Pranayama ist die Konzentration auf das
Muladhara Chakra der entscheidende Punkt. Die Kundalini wird rasch erweckt
werden, wenn ein hohes Maß an Konzentration besteht und das Pranayama
regelmäßig praktiziert wird.
Pranayama während der Meditation
In Konzentration und Meditation stellt sich Pranayama von selbst ein. Der Atem
wird langsamer und langsamer. Wir praktizieren dieses Pranayama täglich
unbewußt. Wenn Du eine aufregende Geschichte liest oder ein mathematisches
Problem löst, ist Dein Geist sehr stark von dem jeweiligen Gegenstand
absorbiert. Wenn Du Deinen Atem in solchen Situationen genau beobachtest, wirst
Du feststellen, daß der Atem sehr langsam geworden ist. Wenn Du eine tragische
Geschichte im Theater oder im Kino siehst, wenn Du eine traurige oder eine
erfreuliche Nachricht hörst, wenn Du Tränen vergießt, sei es aus Freude oder
Trauer, oder in Lachen ausbrichst, verlangsamt sich der Atem, Pranayama kommt
von selbst. An diesen Beispielen läßt sich gut erkennen, daß die Atmung sich
verlangsamt oder stoppt, wenn der Geist tief auf irgendeinen Gegenstand
konzentriert ist. Pranayama wird automatisch ausgeführt. Geist und Prana sind
sehr eng miteinander verbunden. Wenn Du Deine Aufmerksamkeit bei solchen
Gelegenheiten auf den Atem richtest, wird er seinen normalen Zustand
wiedergewinnen. Pranayama stellt sich von selbst bei solchen ein, die tief in
der Ausführung von Japa (Mantrawiederholung), Dhyana (Meditation) oder Brahma-Vichara (Nachforschung nach dem
Atman) versunken sind.
Prana, Geist und Virya (Fortpflanzungsenergie)
stehen in einer Sambandha (Verbindung). Wenn Du den Atem kontrollieren kannst,
werden Prana und Virya von selbst beherrscht. Wenn Du das Prana kontrollieren
kannst, sind Geist und Virya von selbst beherrscht. Wenn Virya beherrscht wird,
durch das Verweilen als Akhanda Brahmachari, d.h. 12 Jahre wird kein Tropfen
Samen abgegeben, sind Geist und Prana von selbst beherrscht. Genauso wie es eine
Verbindung zwischen Wind und Feuer (Licht) gibt , genauso gibt es auch eine
Verbindung zwischen Prana und Geist. Der Wind entfacht das Feuer. Prana entfacht
den Geist. Wenn kein Wind da ist, werden Feuer und Licht ruhig. Hatha Yogis
nähern sich Brahman durch die Kontrolle des Pranas. Raja Yogis nähern sich
Brahman durch die Kontrolle des Geistes. Beim Pranayama brauchst Du die
Nasenlöcher nicht zu verschließen. Schließe einfach nur die Augen, wenn Du in
einer sitzenden Stellung übst. Vergiß den Körper und konzentriere Dich. Falls
Du dies beim Gehen übst, spüre einfach genau die Bewegung der Luft, die ein
und ausgeatmet wird.
Pranayama beim Gehen
Gehe mit aufgerichtetem Kopf, die Schultern zurück, den Brustkorb ausgedehnt.
Atme langsam durch beide Nasenlöcher ein und zähle geistig 3 x OM, ein OM bei
jedem Schritt. Halte dann den Atem an, bis Du 12 x OM gezählt hast. Atme dann
langsam durch beide Nasenlöcher aus, bis Du 6 x OM gezählt hast. Wenn Du es
schwierig findest, mit jedem Schritt ein OM zu zählen, zähle die OMs ohne
Beziehung zu den Schritten ab.
Beim Gehen kann auch Kapalabhati (Atemanhalten) ausgeführt werden. Menschen, die sehr
beschäftigt sind, können die oben beschriebene Übung morgens und abends beim
Gehen praktizieren. Dabei werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Es
ist sehr angenehm, Pranayama beim Gehen im Freien zu üben, wenn eine sanfte und
angenehme Brise weht. Du wirst rasch in einem beträchtlichen Maß gestärkt und
belebt sein. Übe, spüre und erkenne den wohltuenden Einfluß dieser Art von
Pranayama. Solche, die flink gehen und dabei geistig oder verbal OM wiederholen,
üben natürliches Pranayama ohne Anstrengung.
Pranayama in Shavasana
(Rückenentspannungslage)
Lege Dich möglichst bequem auf einer Decke auf den Rücken. Lege die Arme neben
dem Körper auf den Boden, Handflächen nach oben. Halte die Beine ausgestreckt,
Füße etwa 50 cm weit auseinander, Zehen fallen nach außen. Entspanne alle
Muskeln und Nerven. Diejenigen, die sehr schwach sind, können in dieser
Stellung Pranayama üben, während sie auf dem Boden oder im Bett liegen. Zieh
den Atem langsam durch beide Nasenlöcher ein, ohne ein Geräusch zu machen.
Halte den Atem solange an, wie es angenehm ist. Atme dann langsam durch beide
Nasenlöcher aus. Wiederhole diesen Vorgang 12 x am Morgen und 12 x am Abend.
Singe geistig OM während der Übung. Wenn Du möchtest, kannst Du auch in
irgendeiner anderen leichten und bequemen Stellung üben. Dies ist eine
kombinierte Übung aus Asana (Yogastellung), Pranayama (Atemübung), Meditation und Ruhe. Sie spendet sowohl
dem Körper als auch dem Geist Erholung. Sie gibt Erleichterung, Behaglichkeit
und Ruhe und ist auch für ältere Menschen sehr gut geeignet.
Rhythmisches Atmen
Die Atmung von Männern und Frauen ist sehr ungleichmäßig. Bei der Ausatmung
geht das Prana um 16 Fingerbreit nach außen und bei der Einatmung nur 12
Fingerbreit nach innen, so daß 4 Fingerbreit verloren gehen. Wenn Du jedoch wie
in der Ausatmung in einem Ausmaß von 16 Fingerbreit einatmest, wirst Du eine
rhythmische Atmung haben. Dann wird sich die Energie der Kundalini
erheben. Durch die rhythmische Atmung wirst Du Dich sehr gut erholen. Du
kannst das in der Medulla Oblongata (verlängertes Mark in der hinteren
Schädelgrube) gelegene Atemzentrum und auch andere Nerven
kontrollieren, da das Atemzentrum eine Art Kontrollwirkung auf andere Nerven
hat. Wer ruhige Nerven hat, hat auch einen ruhigen Geist.
Wenn das Ausmaß von Ein- und Ausatmung gleich
ist, hast Du eine rhythmische Atmung. Falls Du beim Einatmen 6 x OM zählst,
zähle auch beim Ausatmen 6 x OM. Dies ist Ein- und Ausatmen in gleichmäßiger
Weise. Es harmonisiert den physischen Körper, den Geist und die Indriyas (Sinnesorgane), die
ermüdeten Nerven werden beruhigt. Du wirst völlige Ruhe und innere Stille
erfahren. All die aufschäumenden Emotionen und aufwogenden Impulse werden sich
beruhigen.
Es gibt noch eine weitere Art des rhythmischen
Atems. Atme langsam durch beide Nasenlöcher für 4 x OM ein.; halte den Atem
für 8 x OM an (inneres Kumbhaka); atme langsam durch beide Nasenlöcher für 4
x OM aus und halte den Atem ausgeatmet für 8 x OM an (äußeres Kumbhaka).
Wiederhole den obigen Vorgang einige Male
entsprechend Deiner Stärke und Deinen Fähigkeiten. Mit einiger Übung kannst
Du allmählich die Dauer der Einatmung und Ausatmung auf 8 x OM und die Perioden
des Anhaltens auf 16 x OM steigern. Versuche jedoch niemals die Zeiten zu
steigern, bevor Du Dir nicht sicher bist, daß Du die Energie und Stärke dazu
hast. Du mußt bei der Übung Freude und Vergnügen erfahren. Du solltest keine
übermäßige Anstrengung verspüren. Sei sehr aufmerksam darauf bedacht, den
Rhythmus beizubehalten. Erinnere Dich, daß der Rhythmus wichtiger ist, als die
Länge des Atems. Du mußt den Rhythmus in Deinem gesamten Körper spüren.
Übung wird Dich vollkommen machen. Geduld und Ausdauer sind erforderlich.
Surya Bheda
(Sonnenatmung)
Sitze in Padmasana (Lotussitz) oder Siddhasana (halber Lotussitz). Schließe die Augen. Halte das linke
Nasenloch mit kleinem Finger und Ringfinger der rechten Hand verschlossen. Atme
langsam und ohne dabei ein Geräusch zu machen solange durch das rechte
Nasenloch ein, wie Du bequem kannst. Verschließe dann das rechte Nasenloch mit
Deinem rechten Daumen und halte den Atem an, das Kinn gegen die Brust pressend (Jalandhara
Bandha). Halte den Atem an, bis der Schweiß von den Fingerspitzen und den
Haarwurzeln (Haarfollikel) ausströmt. Diesen Punkt kannst Du nicht am Beginn
der Übung erreichen. Du wirst die Dauer von Kumbhaka (Atem anhalten)
allmählich steigern müssen. Dies ist der begrenzende Faktor bei der Übung von
Surya Bheda Kumbhaka. Atme dann sehr langsam durch das linke Nasenloch aus, ohne
irgendein Geräusch zu machen. Verschließe dabei das rechte Nasenloch mit
dem Daumen. Wiederhole geistig OM mit Bhava (der Bedeutung bewußt) während der
Einatmung, des Anhaltens und der Ausatmung. Atme nach der Reinigung des
Schädels aus, indem Du das Prana nach oben zwingst.
Dieses Pranayama sollte wieder und wieder
ausgeführt werden, da es das Gehirn reinigt, die Darmflora verbessert und
Krankheiten heilt, die aus einem Übermaß an Vata (“Wind”, einer der 3
ayurvedischen Grundprinzipien) entstehen. Surya Bheda beseitigt die vier
verschiedenen Übel, die durch Vata verursacht werden, und heilt Rheumatismus.
Es heilt Rhinitis (Schnupfen), Cephalalgia (chronische Kopfschmerzen) und verschiedene Formen von
Nervenleiden. Nebenhöhlenentzündungen werden beseitigt. Es zerstört Zerfall
und Tod, erweckt die Kundalini Shakti und steigert das körperliche Feuer.
Ujjayi (Kehlatmung)
Sitze in Padmasana oder Siddhasana. Schließe den Mund. Atme langsam durch beide
Nasenlöcher ruhig und gleichmäßig ein, bis der Atem den Raum von der Kehle
bis zum Herzen füllt. Erzeuge beim Einatmen durch das Zusammenziehen der Kehle
ein sanftes Geräusch.
Den Atem anhalten, solange es bequem ist,
durch das linke Nasenloch ausatmen, in dem Du das rechte Nasenloch mit Deinem
rechten Daumen verschließt. Bei der Einatmung den Brustkorb ausdehnen. Während
der Einatmung wird durch den teilweisen Verschluß der Kehle ein besonderer
Klang erzeugt. Der Klang, der während der Einatmung entsteht, sollte sanft,
gleichförmig und kontinuierlich sein. Dieses Kumbhaka (Atemanhlten) kann auch im Stehen und
Gehen praktiziert werden. Anstatt durch das linke Nasenloch auszuatmen, kannst
Du auch langsam durch beide Nasenlöcher ausatmen.
Wärme im Kopf wird dadurch beseitigt. Der
Übende wird sehr schön. Das Magenfeuer wird angefacht. Es beseitigt alle Übel
im Körper und in den 7 Dhatus (Die brauchbaren Teile der Nahrung werden zunächst
umgewandelt in das 1. Plasmagewebe (Rasa), eine Flüssigkeit, die den gesamten Körper
nährt und in der er "suspendiert" ist. Ein Teil des Plasmas wird zu
2. Blut umgewandelt, wiederum ein Teil des Blutes in 3. Muskeln. Weiter geht es
mit der Entstehung von 4. Fett, 5. Knochen, 6. Knochenmark/Nervensystem und dem
6. Fortpflanzungsgewebe - aus apotheke), heilt Jalodara (Wassersucht des Bauchs oder
Ascites), Schleim in der Kehle, Asthma, Schwindsucht und alle Arten von
Lungenkrankheiten werden geheilt. Herzkrankheiten und alle Krankheiten, die aus
mangelhafter Einatmung von Sauerstoff entstehen, werden geheilt. Alle Arbeiten
werden mit Ujjayi Pranayama vollendet. Der Übende wird niemals von Erkrankungen
des Schleims (Kapha), der Nerven, Blähungen, Dysenterie (entzündliche
Erkrankung des Dickdarms), vergrößerter Milz,
Schwindsucht, Husten oder Fieber angegriffen. Praktiziere Ujjayi, um Zerfall und
Tod zu zerstören.
Sitkari (zischende
Atmung)
Falte die Zunge so, daß die Spitze der Zunge den oberen Gaumen berührt und
zieh die Luft durch den Mund die Zunge entlang mit einem zischenden Geräusch
ein (etwa wie Si Si Si Si Si). Halte den Atem solange an, wie Du kannst, atme
dann langsam durch beide Nasenlöcher aus. Du kannst auch die beiden Zahnreihen
geschlossen halten und dann die Luft durch den Mund wie zuvor einatmen. Die
Übung steigert die Schönheit des Übenden und die Stärke seines Körpers. Sie
beseitigt Hunger, Durst, Trägheit und Schlaf. Seine Stärke wird so wie von
Indra (König der Götter) sein. Er wird zum Herrscher der Yogis. Er ist in der
Lage, Dinge zu tun und Dinge rückgängig zu machen. Er wird zu einem
unabhängigen Monarchen. Er wird unbesiegbar. Kein Unrecht wird ihn berühren.
Übe dies, wenn Du durstig bist. Du wirst von dem Durst sofort befreit werden.
Sitali (Kühlungsatem)
Strecke die Zunge ein wenig aus. Falte die Zunge wie eine Röhre zusammen. Zieh
die Luft mit dem Zischlaut Si durch den Mund ein. Halte den Atem an, solange es
bequem ist. Atme dann langsam durch beide Nasenlöcher aus. Übe dies täglich
am Morgen 15 bis 30 Mal. Du kannst dies entweder in Padmasana (Lotus), Siddhasana
(halber Lotus),
Vajrasana (Fersensitz) ausführen oder auch beim Gehen und Stehen.
Dieses Pranayama reinigt das Blut. Es stillt
Durst und mildert Hunger. Es kühlt das System. Es heilt Gulma (chronische
Dyspepsie bzw. Verdauungsschwäche), Plieha (Entzündungen bei verschiedenen
chronischen Krankheiten), Fieber, Schwindsucht (Tbc), Verdauungsstörungen, Störungen
des Pitta (Pitta ist die Kraft der Veränderung, der Verdauung und der
Verarbeitung), des Schleims (Kapha), Vergiftungen, Schlangenbisse etc. Wenn Du im
Urwald oder an einem Platz bist, wo es kein Wasser gibt und Du Dich durstig
fühlst, praktiziere dieses Pranayama. Du wirst augenblicklich vom Durst
befreit. Wer dieses Pranayama regelmäßig praktiziert, wird von dem Biß von
Schlangen und Skorpionen unberührt bleiben. Sitali Kumbhaka ist eine Imitation
der Atmung einer Schlange. Der Übende bekommt die Stärke, seine Haut
abzustreifen und Mangel an Luft, Wasser und Nahrung auszuhalten. Er wird immun
gegen alle Arten von Entzündungen und Fieber.
Bhastrika (Blasebalg)
In Sanskrit bedeutet Bhastrika Blasebalg. Das charakteristische Merkmal von
Bhastrika ist die rasche Folge von forcierten Ausatmungen (Ausstoßen der Luft).
So wie ein Schmied seinen Blasebalg rasch auf und ab bewegt, so solltest Du
Deinen Atem rasch bewegen.
Sitze in Padmasana (Lotussitz), halte Rumpf, Nacken und Kopf aufrecht. Schließe den Mund.
Atme als nächstes zehnmal rasch ein und aus wie der Blasebalg des Schmieds.
Bauch und Brust dabei gleichmäßig ausdehnen und zusammenziehen. Wenn Du dieses
Pranayama (Atemübung) übst, entsteht ein zischender Klang. Der Übende sollte mit einer
raschen Folge von Ausatmungen beginnen. Wenn die für eine Runde erforderliche
Anzahl von Wiederholungen, sagen wir zehn, beendet ist, folgt auf das letzte
Ausstoßen die tiefstmögliche Einatmung. Der Atem wird dann angehalten, solange
es möglich ist. Dann wird sehr langsam und tiefstmöglich ausgeatmet. Das Ende
dieser tiefen Ausatmung schließt eine Runde Bhastrika ab. Mache nach einer
Runde eine kurze Pause von einigen normalen Atemzügen. Dies wird Dir
Erleichterung verschaffen und Dich für die zweite Runde vorbereiten. Du kannst
täglich 3 Runden am Morgen ausführen. Wenn Du willst, kannst Du auch drei
weitere Runden am Abend praktizieren. Beschäftigte Menschen, die keine Zeit
haben, drei Runden Bhastrika zu machen, können wenigstens eine Runde machen.
Auch dies wird gesund halten.
Bhastrika ist eine mächtige Übung. Bhastrika
stellt eine Kombination aus Kapalabhati (Schnellatmung) und Ujjayi dar. Nachdem Du Kapalabhati
und Ujjayi geübt hast, kannst Du mit Bhastrika beginnen, es wird Dir dann sehr
leicht fallen.
Einige können solange üben, bis sie müde
werden. Du wirst stark schwitzen. Wenn Dich Schwindelgefühle überfallen,
breche die Übung ab und atme einige Atemzüge normal weiter. Setze die Übung
fort, wenn das Schwindelgefühl vorbei ist. Im Winter kann Bhastrika sowohl am
Morgen als auch am Abend ausgeführt werden. Wenn es im Sommer sehr heiß ist,
solltest Du Bhastrika nur morgens machen.
Bhastrika lindert Halsentzündungen, steigert
das Verdauungsfeuer, beseitigt das Übermaß an Schleim, heilt Krankheiten der
Nase und des Brustkorbs, heilt Asthma, Schwindsucht (Tuberkulose) etc. Es regt den Appetit an.
Es bricht die drei Granthis (Knoten, Unreinheiten, Blockaden), nämlich, Brahma
Granthi (Wurzelchakra), Vishnu Granthi (Herzchakra) und Rudra Granthi (Stirnchakra).
(Das Herz-Chakra ist z.B. die Stelle des Vishnu Granthi, eines psychischen
Knotens, der das freie Bewegen des Prana und der Kundalini, der Schlangenkraft,
in der Wirbelsäule behindert. Es ist der zweite von drei Schnittpunkten, die überwunden
werden müssen, damit die Kundalini mit der Shakti-Energie durch die Sushumna
nach oben steigen kann, um den spirituellen Prozeß zu unterstützen.) Es beseitigt Schleim, der der Riegel
oder das Hindernis ist zur Tür an der Öffnung des Brahma Nadi (Sushumna). Es
befähigt einen, um die Kundalini zu wissen. Es heilt alle Krankheiten, die aus
einem Übermaß an Wind (Vata), Galle (Pitta) und Schleim (Kapha) entstehen. Es
gibt dem Körper Wärme. Wenn Du in einer kalten Region nicht ausreichend
Kleidung hast, um Dich vor der Kälte zu schützen, kannst Du dieses Pranayama
üben und rasch ausreichend Wärme im Körper erzeugen. Es reinigt die Nadis
beträchtlich. Es ist das nützlichste aller Kumbhakas. Bhastrika Kumbhaka
sollte insbesondere praktiziert werden, da es das Prana befähigt, die drei
Granthis (Knoten bzw. Blockaden) zu durchbrechen, die fest in der Sushumna
liegen. Es erweckt rasch die Kundalini. Der Übende wird niemals an irgendeiner
Krankheit leiden.
Die Zahl der Ausatmungen und der Runden
sollten durch die Stärke und Fähigkeiten des Übenden festgelegt werden. Du
darfst nicht ins Extreme gehen. Einige Schüler können sechs Runden machen,
andere auch zwölf Runden.
Du kannst Bhastrika auch mit einer kleinen
Änderung am Ende üben. Nachdem Du zwölfmal rasch ein- und ausgeatmet hast,
atme durch das rechte Nasenloch (Sonnen-Energiekanal) ein, halte den Atem solange an, wie Du bequem
kannst. Atme dann durch das linke Nasenloch (Mond-Energiekanal) aus. Atme durch das linke Nasenloch
ein, halte wie zuvor den Atem an und atme dann durch das rechte Nasenloch aus.
Wiederhole während der gesamten Übung geistig OM mit Bhava (mit Gewahrsein der
Bedeutung).
Es gibt eine Variation von Bhastrika, bei der nur ein Nasenloch für die Atmung
benutzt wird, in einer weiteren Variation werden die Nasenlöcher abwechselnd
für die Ein- und Ausatmung verwendet.
Diejenigen, die Bhastrika lange und intensiv üben möchten, sollten von
Kitchidi (indischer Gemüsereis mit viel Gewürz) leben, und am Morgen, bevor sie mit der Übung beginnen, einen Einlauf
nehmen oder Bhasti (Enddarmspülung) praktizieren.
Bhramari (die Hummel)
Sitze in Padmasana oder Siddhasana. Atme rasch durch beide Nasenlöcher ein und
mache dabei das Geräusch von Bhramara, der Biene, und atme rasch mit einem
Summton durch beide Nasenlöcher aus.
Du kannst den Vorgang fortführen bis der Körper schweißgebadet ist. Atme am
Ende durch beide Nasenlöcher ein, halte den Atem an, solange Du bequem kannst.
Atme dann durch beide Nasenlöcher langsam aus. Die Freude, die der Übende bei
der Ausführung dieses Kumbhaka erhält, ist unbegrenzt und unbeschreiblich. Da
die Blutzirkulation beschleunigt wird, steigt am Anfang die Körpertemperatur.
Am Ende wird die Körperwärme durch Schwitzen wieder vermindert. Durch Erfolg
in diesem Bhramari Kumbhaka erlangt der Yogaschüler Erfolg im Samadhi.
Murchha (in Ohnmacht
fallen)
Sitze in Deiner Asana und atme ein. Halte den Atem an. Mache Jalandhara Bandha,
indem Du das Kinn gegen die Brust preßt. Halte den Atem an, bis Du glaubst, in
Ohnmacht zu fallen und atme dann langsam aus. Dies ist Murchha Kumbhaka, da es
den Geist von den Sinnen trennt und Glück schenkt. Diese Übung ist jedoch nur
für wenige Schüler geeignet.
Plavini (Luft schlucken)
Die Übung dieses Pranayamas verlangt Geschicklichkeit vom Schüler. Wer dieses
Plavini praktiziert, kann Jalastambha machen (auf dem Wasser liegen -
"Toter Mann") und für lange Zeit auf dem Wasser
treiben. Herr ‘S’, ein Yogaschüler, kann am Stück zwölf Stunden auf dem
Wasser treiben. Wer dieses Pranayama übt, kann von Luft leben und für einige
Tage auf Nahrung verzichten. Der Schüler trinkt tatsächlich Luft langsam wie
Wasser und schickt sie zum Magen. Der Magen wird ein wenig aufgeblasen. Wenn Du
auf den Magen klopfst, sobald er mit Luft gefüllt ist, wirst Du einen
besonderen Klang wie den einer Pauke hören. Allmähliches Üben ist notwendig.
Es ist erforderlich dieses Pranayama mit jemandem zu üben, der Erfahrung damit
hat. Der Schüler kann die gesamte Luft durch Rülpsen aus dem Magen ausstoßen.
Kevala Kumbhaka
(Einstellen des Atems ohne Ausatmung und Einatmung, meditative Atmung)
Es gibt zwei Arten von Kumbhaka (Atemanhalten), nämlich Sahita und Kevala. Das Pranayama,
welches mit der Ein- und Ausatmung verbunden ist wird als Sahita bezeichnet. Das
Pranayama ohne Ein- und Ausatmung wird Kevala (alleine, natürlich, absolut)
genannt. Wenn Du Meisterschaft in Sahita erlangt hast, dann kannst Du Kevala
versuchen. Wenn sich während der Übung das Kumbhaka an vielen Stellen ohne
Ausatmung und Einatmung manifestiert und es nach Ort, Zeit und Anzahl ungeregelt
ist, dann wird dieses Kumbhaka als absolut und rein (Kevala Kumbhaka)
bezeichnet, die vierte Form der Atemkontrolle. Kräfte, wie das Durchstreifen
der Astralwelt, folgt dieser letzten Form des Pranayamas. In der Vashishta
Samhita wird gesagt: “Wenn jemand den Atem mit Leichtigkeit anhält, nachdem
er die Ein- und Ausatmung eingestellt hat, ist es absolutes (Kevala) Kumbhaka.”
Bei diesem Pranayama wird der Atem plötzlich und ohne Puraka (Einatmen) und
Rechaka (Ausatmen) angehalten. Der Schüler kann durch dieses Kumbhaka seinen
Atem solange anhalten, wie er möchte. Er erlangt den Zustand des Raja Yogas
(vollkommene Kontrolle des Geistes). Durch Kevala Kumbhaka erhebt sich das
Wissen um die Kundalini. Die Kundalini ist erweckt und die Sushumna frei von
allen Hindernissen. Er erlangt Vollendung im Hatha Yoga. Du kannst dieses
Kumbhaka dreimal am Tag praktizieren. Wer Pranayama und Kevala beherrscht, ist
der wahre Yogi. Wer Erfolg in diesem Kevala Kumbhaka erlangt hat, kann in den
drei Welten alles zustande bringen. Ruhm, Verehrung und Hochachtung solch
erhabenen Seelen! Dieses Kumbhaka heilt alle Krankheiten und fördert
Langlebigkeit.
Pranisches Heilen
Solche, die Pranayama praktizieren, können ihr Prana zur Heilung schwerer
Krankheiten weitergeben. Sie können sich auch selbst zu jeder Zeit in einem
Moment durch die Übung von Kumbhaka (Anhalten) mit Prana wiederaufladen. Denke
niemals, daß Dein Prana, wenn Du es an andere weiterverteilst, für Dich
verloren ist. Je mehr Du gibst, desto mehr wird aus der kosmischen Quelle (Hiranyagarbha)
in Dich hineinfließen. Das ist ein Naturgesetz. Werde nicht zu einem Geizhals.
Wenn Du einen rheumatischen Patienten kennst, massiere ihm sanft mit Deinen
Händen die Beine. Während Du massierst, mache Kumbhaka (Anhalten), verbinde
Dich selbst mit Hiranyagarbha (dem kosmischen Prana) und stelle Dir vor, daß
die kosmische Energie durch Deine Hände in die Beine des Patienten fließt. Der
Patient wird sofort Wärme, Erleichterung und Stärke verspüren. Du kannst
Kopfschmerzen, Darmkoliken oder andere Krankheiten durch Massage und Deine
magnetische Berührung heilen. Wenn Du die Leber, Milz, Magen, ein anderes Organ
oder irgendeine Körperregion oder massierst, kannst Du zu den Zellen sprechen
und ihnen Anweisungen geben. “Oh Zellen! Führt eure Funktionen richtig aus.
Ich befehle euch, es so und so zu machen.” Sie werden Deinen Anweisungen
folgen. Auch sie sind mit unterbewußter Intelligenz ausgestattet. Wiederhole OM,
während Du Dein Prana auf andere überträgst. Versuche es einige Male. Du
wirst dabei immer sicherer werden. Du kannst auch Skorpionstiche heilen.
Massiere das Bein sanft und löse das Gift auf.
Du kannst eine außergewöhnliche
Konzentrationskraft, einen starken Willen, eine perfekte Gesundheit und einen
starken Körper erlangen, wenn Du regelmäßig Pranayama praktizierst. Du wirst
die Kraft des Pranas bewußt zu kranken Körperteilen schicken können.
Angenommen, Du hast eine träge Leber. Sitze in Padmasana (Lotussitz). Schließe Deine
Augen. Atme ruhig ein, bis Du 3 x OM gezählt hast. Halte dann den Atem an, bis
Du 6 x OM gezählt hast. Lenke das Prana zur Region der Leber. Konzentriere dort
Deinen Geist. Halte Deine Konzentration in diesem Bereich. Stell Dir vor, daß
das Prana alle Gewebe und Zellen der Leberlappen durchdringt und dort seine
heilende, regenerierende und aufbauende Arbeit verrichtet. Vertrauen,
Vorstellungskraft, Aufmerksamkeit und Interesse spielen eine sehr wichtige Rolle
bei der Pranaheilung. Atme dann langsam aus. Stelle Dir während der Ausatmung
vor, daß die krankhaften Verunreinigungen abgesondert werden. Wiederhole diesen
Vorgang 12 Mal am Morgen und 12 Mal am Abend. Die Trägheit der Leber wird in
wenigen Tagen verschwinden. Dies ist eine hochwirksame Behandlung ohne
Medikamente. Du kannst während des Pranayamas das Prana zu jedem beliebigen
Körperteil bringen und jede Art von Krankheit heilen. Versuche ein- oder
zweimal, Dich selbst zu heilen. Du wirst dadurch in Deinen Überzeugungen
bestärkt werden. Warum weinst Du wie jemand, der um Ghee (geschmolzene Butter)
weint, wenn er Butter in den Händen hält? Warum jammerst Du bei Krankheiten,
wenn Du ein preiswertes, leistungsfähiges, leicht verfügbares Mittel, das
Prana, jederzeit zu Deiner Verfügung hast. Verwende es klug. Wenn
Du in Deiner Konzentration und Deinen Praktiken voranschreitest, kannst Du viele
Krankheiten durch bloße Berührung heilen. In fortgeschrittenen Stufen, werden
viele Krankheiten durch bloßen Willen geheilt.
Fernheilung
Dies ist auch als Behandlung in Abwesenheit bekannt. Du kannst Dein Prana zu
Deinem Freund/Freundin übertragen, der/die an einem anderen Ort lebt. Er sollte
eine empfängliche geistige Einstellung haben. Du mußt Dich zu dem Menschen,
den Du mit dieser Fernheilungsmethode heilst, selbst en rapport fühlen (in
direkter Beziehung und in Sympathie).
Du kannst durch Briefwechsel mit Deinen
Patienten eine genaue Zeit verabreden. Du kannst z.B. schreiben: “Sei um 4 Uhr
morgens bereit. Schließe Deine Augen. Ich werde mein Prana übertragen.” Sag
geistig zu dem Patienten: “Ich übertrage Dir Deinen Bedarf an Prana, der
vitalen Kraft.” Mache Kumbhaka (Anhalten), wenn Du das Prana sendest. Habe die
geistige Vorstellung, daß das Prana mit der Ausatmung Deinen Geist verläßt,
durch den Raum fließt und in das System des Patienten eintritt. Das Prana
bewegt sich unsichtbar wie die drahtlosen Radiowellen und leuchtet wie Blitze
durch den Raum. Das Prana, das durch die Gedanken des Heilers gefärbt ist, wird
nach außen projiziert. Du kannst Dich selbst durch das Praktizieren von
Kumbhaka mit Prana wiederaufladen. Dies erfordert lange, beständige und
regelmäßige Übung.
Entspannung
Die Entspannung der Körpermuskulatur bringt Körper und Geist Ruhe. Die
Anspannung der Muskeln wird beseitigt. Menschen, welche die Wissenschaft der
Entspannung beherrschen, verschwenden niemals Energie. Sie können gut
meditieren. Nimm einige tiefe Atemzüge und lege Dich dann flach auf den Rücken
in Shavasana (Rückenentspannungslage). Entspanne alle Muskeln des Körpers vom
Kopf bis zu den Füßen. Rolle Dich auf eine Seite und entspanne so gründlich
wie Du kannst, die Muskeln dabei locker lassen. Rolle Dich auf die andere Seite
und entspanne. Dies wird bereits natürlicherweise von jedem während des
Schlafes gemacht. Es gibt verschiedene Entspannungsübungen für die speziellen
Muskeln der einzelnen Körperpartien. Du kannst den Kopf entspannen, die
Schultern, die Arme, die Unterarme, die Handgelenke etc. Yogis wissen über
Entspannung genau Bescheid. Wenn Du diese verschiedenen Übungen praktizierst,
mußt Du ein geistiges Bild von Ruhe und Stärke haben.
Entspannung des Geistes
Geistiges Gleichgewicht und Ruhe kann durch die Überwindung von Sorge und
Ärger hergestellt werden. Eigentlich steht hinter beiden Furcht. Nichts ist
durch Sorge und Ärger gewonnen, sondern im Gegenteil, durch diese beiden Arten
niederer Emotionen wird viel Energie vergeudet. Wenn sich ein Mensch viel sorgt
und reizbar ist, dann ist er in der Tat ein sehr schwacher Mensch. Sei achtsam
und überlegt. Alle unnötigen Sorgen können vermieden werden. Entspannung der
Muskeln wirkt auf den Geist und bringt dem Geist Ruhe. Entspannung im Geist
bringt andererseits auch Ruhe in den Körper. Der Körper ist ein nach den
Vorstellungen des Geistes gestalteter Abdruck, zum Vergnügen des Geistes.
Sitze für 15 Minuten in einer entspannten und
bequemem Stellung. Schließe Deine Augen. Ziehe den Geist von den äußeren
Objekten zurück. Beruhige den Geist. Laß die blubbernden Gedanken schweigen.
Denke, daß der Körper eine Kokosnußschale sei und Du völlig verschieden bist
von dem Körper. Denke, daß der Körper ein Instrument in Deinen Händen ist.
Identifiziere Dich mit dem alles durchdringenden Geist, dem Atman. Stelle Dir
vor, daß die gesamte Welt und Dein Körper wie ein Strohhalm in diesem riesigen
Ozean des Geistes treiben. Spüre, daß Du in Kontakt stehst zu dem höchsten
Sein. Spüre, daß das Leben der gesamten Welt in Dir pulsiert, vibriert und
pocht. Spüre, daß der Ozean des Lebens Dich sanft in seinem riesigen Schoß
wiegt. Du wirst großen geistigen Frieden, Kraft und Stärke erfahren. Übe und
spüre dies.
Wichtigkeit und Nutzen von Pranayama
“Die täuschenden Vasanas (Wünsche) von Samsara (Kreislauf von Geburt und
Tod), die durch viele Leben hindurch entstanden sind, können nur durch sehr
lange Yoga-Übung beherrscht werden. Nur durch sorgfältiges Praktizieren
erprobter Methoden ist es möglich, den Geist zu kontrollieren.” (Muktikopanishad)
“Wie könnte Jnana (Wissen), das Moksha
(Befreiung) bringen kann, sich sicher erheben ohne Yoga? Und auch Yoga wird
machtlos in der Aufrechterhaltung von Moksha, wenn es ohne Jnana ist. Daher
sollte der Aspirant, beständig beide, Yoga und Jnana, üben, um Befreiung zu
erlangen.” (Yogatattwa Upanishad)
“Tatah kshiyate prakasavaranam”- So
schwindet der Schleier, der das innere Licht verhüllt (Yoga Sutras Kapitel II,
Vers 52). Tamas (Trägheit) und Rajas (Leidenschaft) bilden die Decke oder den
Schleier. Dieser Schleier wird durch die Übung von Pranayama beseitigt. Nachdem
der Schleier entfernt ist, wird die wahre Natur der Seele erkannt. Chitta
(Geist) selbst besteht aus sattwigen (reinen) Partikeln, wird jedoch von
Rajas und Tamas umhüllt, genauso wie Feuer von Rauch umhüllt ist. Es gibt
keine reinigendere Handlung als Pranayama. Pranayama gibt Reinheit und das Licht
der Erkenntnis leuchtet. Durch den magischen Rundblick des Verlangens, wird die
Essenz, die von Natur aus leuchtend ist, verdeckt und Jiva (die individuelle
Seele) wird zu den Lastern gelenkt. Dieses Karma des Yogis, welches das Licht
verdeckt und ihn an wiederholte Geburten bindet, wird durch die Übung des
Pranayamas Stück für Stück abgeschwächt und schließlich zerstört. Nach
Vachaspati (Yogameister) besteht die Hülle, die das Selbst bedeckt, aus Leiden und Sünden.
Manu sagt: “Laß die Mängel durch Pranayama
verbrennen.” Vishnu Purana spricht von Pranayama als einem Hilfsmittel des
Yogas: “Derjenige, der durch beständige Übung den subtilen inneren Luftstrom
als Prana, Lebensenergie, erkannt hat, hat Sicherheit im Pranayama erreicht.”
“Dharanasu cha yogyata manasah”- “und der Geist wird fähig, sich zu
konzentrieren” (Yoga Sutras Kapitel II, Vers 53). Du wirst in der Lage sein,
den Geist gut zu konzentrieren, nachdem dieser Schleier von dem Licht entfernt
worden ist. Der Geist wird sehr fest sein, wie die Flamme an einem
windgeschützten Platz, wenn die störende Energie beseitigt worden ist. Das
Wort Pranayama wird manchmal zusammenfassend verwendet für Einatmung, Anhalten
und Ausatmen und manchmal für jede dieser Phasen getrennt. Wenn Prana Vayu
(Luft) sich
im Akasha Tattwa (Äther-Element) bewegt, wird die Atmung vermindert. Zu diesem
Zeitpunkt wird es leicht sein, den Atem anzuhalten. Die Geschwindigkeit des
Geistes wird langsam durch Pranayama vermindert. Es wird Vairagya
(Verhaftungslosigkeit) herbeiführen.
Wenn Du ein Fingerbreit des Atems im Innern
halten kannst, wirst Du die Kräfte der Voraussage erhalten; wenn Du zwei
Fingerbreit im Innern halten kannst, wirst Du die Kraft des Gedankenlesens
bekommen, bei Zurückhaltung des Atems um drei Fingerbreit Levitation, bei vier
Fingerbreit Psychometrie (aussersinnliche Wahrnehmungen), Hellhörigkeit etc., bei fünf Fingerbreit die
Fähigkeit, sich für alle unsichtbar zu bewegen; bei sechs Fingerbreit die
Kraft des ‘Kaya Siddhi‘ (Aufnahme von Energie direkt von der Sonne oder
durch kosmisches Prana); bei sieben Fingerbreit die Fähigkeit, in den
Körper eines anderen Menschen einzutreten (Parakaya Pravesa); bei acht
Fingerbreit die Kraft, immer jung zu bleiben; bei neun Fingerbreit die Macht,
Devas (Engelswesen) für Dich als Diener arbeiten zu lassen; bei zehn
Fingerbreit Anima (klein machen), Mahima (vergrössern) und andere Siddhis; und bei elf Fingerbreit wirst Du
Einheit mit Paramatman (Gott) erlangen. Wenn der Yogi durch große Übung Kumbhaka für
volle drei Stunden ausführen kann, kann er auf einem Daumen balancieren. Er
erlangt alle Arten von Siddhis. So wie Feuer den Brennstoff zerstört, so
zerstört auch Pranayama die Bündel von Papas (negatives Karma, Sünden).
Pratyahara (Zurückziehen der Sinne) macht den Geist ruhig. Dharana
(Konzentration, Gedankenstille) festigt den Geist. Dhyana (Meditation) läßt einen
den Körper und die Welt vergessen. Samadhi (Erleuchtung) bringt unendliche Wonne, Erkenntnis,
Frieden und Befreiung.
Während des yogischen Samadhi schmilzt die
Flamme des Yogagni (Feuer des Yogas im Sonnengeflecht), die sich vom Nabel bis
zum Kopf ausdehnt, das Amrita (Nektar) im Brahmarandhra (Schädeldecke). Der
Yogi trinkt dies mit Freude und Ekstase. Er kann, indem er ausschließlich
diesen yogischen Nektar trinkt, für Monate ohne Nahrung und Getränke
verweilen.
Der Körper wird schlank, stark und gesund. Überschüssiges Fett wird abgebaut.
Sein Gesicht leuchtet. Die Augen funkeln wie Diamanten. Der Übende wird immer
attraktiver. Die Stimme wird schön, klar und melodisch. Die Klänge des inneren
Anahata (Anahata = Herzchakra, innerer Klang) können darin vernommen werden. Er wird in Brahmacharya
(Fähigkeit, enthaltsam zu leben) gefestigt. Die Geschlechtsenergie wird fest
und ruhig. Das Jathar-agni (Verdauungsfeuer) wird vermehrt. Der Schüler wird so
vollendet in Brahmacharya, daß sein Geist nicht schwankt, selbst wenn eine Fee
versucht, ihn zu umarmen. Der Appetit wird groß. Die Nadis werden gereinigt.
Vikshepa (Ruhelosigkeit), wird beseitigt, und der Geist wird einpünktig. Rajas
(Leidenschaft) und Tamas (Trägheit) werden
zerstört. Der Geist ist für Dharana (Konzentration) und Dhyana (Meditation) vorbereitet. Die Ausscheidungen
werden kärglich. Beständiges Üben erhebt das innere spirituelle Licht, das
Glück und den Frieden des Geistes. Es macht ihn zu einem Urdhvaretho-Yogi
(einer, der seine Energien sublimieren kann). Fortgeschrittene Schüler werden
all die oben erwähnten Siddhis erlangen.
Der Geist eines Menschen kann dazu gebracht
werden, die gewöhnliche Erfahrung zu transzendieren, um auf einer höheren
Ebene als die der Vernunft zu existieren. Diese ist als der überbewußte
Zustand bekannt und geht über die Grenze der Konzentration hinaus. Seinem
Anlitz offenbart sich unmittelbar die Wahrheit, die das gewöhnliche Bewußtsein
nicht begreifen kann. Das sollte durch richtiges und regelmäßiges Üben und
durch Beeinflussung der subtilen Kräfte des Körpers geschehen, um dem Geist
einen nach oben gerichteten Schub in höhere Regionen zu geben. Wenn der Geist
in den überbewußten Zustand der Erkenntnis erhoben wird, beginnt er von dort
aus zu handeln und erfährt höhere Wahrheiten und höheres Wissen. Von
dieser Art ist das letzte Ziel des Yogas, das durch die Übung von Pranayama
erlangt werden kann. Die Kontrolle des schwingenden Pranas bedeutet für einen
Yogi das Entzünden der Flamme des höchsten Wissens, die Selbstverwirklichung.
Besondere Anweisungen
1. Gehe am frühen Morgen zunächst Deinen dringenden Bedürfnissen nach, setze
Dich dann hin für Deine Yoga-Praktiken. Übe Pranayama in einem trockenen und
gut belüfteten Raum. Pranayama erfordert tiefe Konzentration und
Aufmerksamkeit. Es ist am besten, die Übung in einer ruhigen Sitzhaltung
auszuführen. Lasse niemanden in Deine Nähe, damit Dein Geist nicht abgelenkt
wird.
2. Bevor Du Dich zum Pranayama hinsetzt,
reinige Deine Nasenöffnungen gut. Vor den Übungen kannst Du eine kleine Menge
Fruchtsaft, Wasser oder eine kleine Tasse Milch trinken. Wenn die
Pranayamaübungen beendet sind, kannst Du nach 10 Minuten eine Tasse Milch
trinken oder ein leichtes Essen zu Dir nehmen.
3. Sollte es im Sommer abends sehr heiß sein,
solltest Du nur am Morgen üben. Wenn Du Hitze im Gehirn oder Kopf verspürst,
solltest Du den Kopf mit Amla Öl oder Butter einreiben, bevor Du Dein Bad
nimmst. Nimm Misri Sherbat, in dem Du Kandiszucker in Wasser auflöst. Dies hat
eine kühlende Wirkung. Praktiziere auch Sitali Pranayama (Kühlungsatem). Die Hitze wird Dir
dann nichts ausmachen.
4. Vermeide strengstens ein zuviel an Reden,
Essen, Schlafen, Zusammensein mit Freunden und Anstrengung.
“Für den, der zuviel ißt, o Freund, doch auch für den, der gar nichts ißt,
Schlafen und Wachen übertreibt, für diesen ist der Yoga nichts.” (Bhagavad
Gita VI-16)
Iß ein wenig Ghee (Büffelbutter) mit Reis, wenn Du Deine Mahlzeiten zu Dir nimmst. Dies wird
die Eingeweide schmieren und Vayu (Luft) ermöglichen, sich frei nach unten zu
bewegen.
5. “Mitaharam vina yastu yogarambham tu
karayet, Nanaroga bhavettasya kinchid yogo na sidhyati”. Wenn man
Yoga-Praktiken ausführt, ohne auf die Ernährung zu achten, kann man keinerlei
Nutzen daraus ziehen, sondern wird verschiedene Krankheiten bekommen.
6. Völlige sexuelle Enthaltsamkeit für sechs
Monate oder ein Jahr wird Dich zweifellos dazu befähigen, raschen Fortschritt
in der Praxis und im spirituellen Voranschreiten zu erzielen. Sprich nicht mit
Frauen (bzw. Männern). Lache und scherze nicht mit ihnen. Meide ihre
Gesellschaft völlig. Ohne Brahmacharya (sexuelle Enthaltsamkeit) und ohne eine
spezielle Ernährung wirst Du aus den intensiven fortgeschrittene Yogaübungen
keinen maximalen spirituellen Nutzen erhalten. Für die allgemeine Gesundheit
kannst Du natürlich in jedem Fall leichte Übungen praktizieren. Dann sind
obige Einschränkungen nicht so wichtig.
7. Übe regelmäßig und systematisch.
Verpasse keinen Tag. Setze nur mit den Übungen aus, wenn Du ernsthaft krank
bist. Einige Menschen verzerren ihre Gesichtsmuskeln, wenn sie Kumbhaka (Atem
anhalten) machen. Dies sollte vermieden werden. Es ist ein Anzeichen dafür,
daß sie ihre Fähigkeiten überschreiten. Das muß strengstens vermieden
werden. Solche Menschen können kein kontrolliertes Rechaka (Ausatmung) und
Puraka (Einatmung) haben.
8. Hindernisse im Yoga sind: Schlafen während
des Tages, Wachbleiben über Nacht, ein Übermaß an Urin und Kot, das Übel
unbekömmlicher Nahrung und geschäftige geistige Aktivität mit Prana. Wenn man
krank wird, sollte man dies nicht auf die Yoga-Praktiken zurückführen. Dies
ist ein schwerer Fehler.
9. Stehe um 4 Uhr morgens auf. Meditiere oder
praktiziere Japa (Wiederholung des Mantras) eine halbe Stunde lang. Mache dann
Asanas (Yogaübungen) und Mudras (Finger-Haltungen zur Steigerung der
Konzentration). Nach einer Tiefenentspannung von 15 Minuten kannst Du dann
mit Pranayama beginnen. Sportliche Aktivitäten können gut mit den Asanas
kombiniert werden. Wenn Du genügend Zeit hast, kannst Du nach Beendigung aller
Yogaübungen und der Meditation sportlich aktiv werden. Pranayama kann auch
unmittelbar nach dem Aufstehen noch vor Japa und Meditation ausgeführt werden.
Es wird Deinen Körper leicht machen und Du wirst die Meditation genießen. Du
kannst in der Reihenfolge praktizieren, wie es Deinem Zeitablauf und Deiner
Gewohnheit am besten entspricht und für Dich am angenehmsten ist.
10. Ein maximaler Nutzen wird erzielt, wenn
Japa (Wiederholung des Mantras) auch bei der Übung der Asanas und des
Pranayamas gemacht wird.
11. Es ist am besten, Japa und Meditation
früh morgens um 4 Uhr zu beginnen, sobald Du aus dem Bett aufstehst. Zu dieser
Zeit ist der Geist sehr ruhig und erfrischt. Du kannst Dich dann gut
konzentrieren.
12. Die Mehrheit der Menschen vergeudet ihre
wertvolle Zeit am frühen Morgen, in dem sie eine halbe Stunde ihrer
Morgentoilette nachgeht und eine weitere mit dem Putzen der Zähne zubringt.
Dies ist schlecht. Aspiranten sollten versuchen, ihre Ausscheidungen in 5
Minuten zu verrichten und die Zähne in 5 Minuten zu reinigen. Wenn die
Eingeweide verstopft sind, praktiziere nach dem Aufstehen Shalabhasana
(Heuschrecke), Bhujangaasana (Kobra) und
Dhanurasana (Bogen) 5 Minuten lang sehr
intensiv.
13. Mache zuerst Japa und Meditation. Schreite
dann mit den Asanas und den Pranayamaübungen fort. Beende die gesamte
Übungsrunde mit einer weiteren kurzen Meditation.
14. Wenn man aufsteht, ist man meistens noch
etwas schläfrig. Es ist deshalb sinnvoll, für ca. 5 Minuten einige Asanas und
ein wenig Pranayama zu machen, um die Schläfrigkeit abzustreifen und sich für
die Meditation bereitzumachen. Nach der Übung von Pranayama wird der Geist
konzentriert (einpünktig). Pranayama wirkt sich gut auf verschiedene innere
Organe und den gesamten Körpers aus.
15. Die klassische Abfolge der Yogaübungen
ist wie folgt: Mache zuerst alle Asanas, dann Mudras, anschließend Pranayama
und dann Dhyana. Da der frühe Morgen besonders gut für Meditation geeignet
ist, kannst Du folgende Reihenfolge einhalten: Japa (Mantrawiederholungen), Meditation,
Asanas (Yogaübungen), Mudras (Fingeryoga) und Pranayama (Yogaatmung). Dies ein besserer Weg. Du kannst Dich an die Reihenfolge halten,
die für Dich geeignet ist. Mache nach den Asanas eine Tiefenentspannung von 5
Minuten und beginne dann mit Pranayama.
16. Einige Hatha Yoga Bücher untersagen
kaltes Baden am frühen Morgen. Der Grund hierfür mag sein, daß man sich
erkälten oder irgendein Leiden an den Lungen bekommen könnte, wenn man um 4
Uhr morgens ein kaltes Bad nimmt, besonders an kalten Orten wie Kaschmir,
Mussoorie, Darjeeling etc. Für warme Orte gilt diese Beschränkung nicht.
Solange es erfrischend und anregend ist, bin ich immer für kalte Bäder, bevor
man mit den Yoga-Praktiken beginnt. Es vertreibt Schläfrigkeit. Es regt den
Kreislauf an und ist gesund für das Herz. Es stellt sich ein gesunder Strom von
Blut zum Gehirn ein.
17. Asanas und Pranayama entfernen alle Arten
von Krankheiten, verbessern die Gesundheit, energetisieren die Verdauung,
kräftigen die Nerven, strecken die Sushumna Nadi (Energiekanal in der
Wirbelsäule), entfernen Rajas (Unruhe, Leidenschaft) und erwecken die Kundalini. Die Übung von Asanas
und Pranayama verleihen eine gute Gesundheit und einen ruhigen Geist. Da kein
Sadhana (spirituelle Praxis) ohne gute Gesundheit und keine Meditation ohne
einen ruhigen Geist möglich ist, hat Hatha Yoga auch für Dhyana (Meditations-)
Yogis, Karma Yogis (selbstlos Dienende), Bhaktas (Gottesverehrer) und Vedantins
(Anhänger des Vedanta) großen Nutzen.
18. Die Erhaltung des Körpers ist ohne Asanas
oder irgendeine Art von körperlichen Übungen oder Aktivitäten unmöglich.
Selbst ein orthodoxer (strenger) Vedantin (der den Yoga des Wissens praktiziert)
ist ein unbewußter Hatha Yogi. Er praktiziert täglich irgendeine Art von Asana
(im Sinne von Sitzhaltung). Auch praktiziert er unbewußt Pranayama, da während
der Meditation Pranayama von selbst kommt.
19. Immer wenn Du Dich unbehaglich, deprimiert
oder entmutigt fühlst, übe Pranayama. Du wirst sofort mit neuer Lebenskraft,
Energie und Stärke erfüllt sein. Du wirst erhaben, erneuert und von Freude
erfüllt sein. Bevor Du beginnst, einen Aufsatz, Artikel oder eine Arbeit zu
schreiben, mache zuerst Pranayama. Du wirst schöne Ideen hervorbringen und es
wird ein inspirierendes, machtvolles und originelles Werk werden.
20. Sei regelmäßig in Deiner Praxis.
Regelmäßigkeit ist besonders wichtig, wenn man den maximalen Nutzen aus den
Asanas und Pranayama ziehen möchte. Diejenigen, die nur ab und zu praktizieren,
werden nicht viel Nutzen erzielen. Gewöhnlich praktizieren Leute am Anfang zwei
Monate lang mit großem Enthusiasmus und lassen dann in ihrer Praxis nach. Dies
ist ein Fehler. Sie wollen immer einen Yoga-Lehrer an ihrer Seite und
haben nicht die Willenskraft, allein zu praktizieren. Sie haben eine
verweichlichte Mentalität. Sie sind faul, schlaff und träge.
21. Die meisten Menschen wollen sich nicht
durch selbstlosen Dienst von Mala (Unreinheit) und von Vikshepa (Unruhe des
Geistes) durch Yoga-Praktiken befreien. Sie möchten sofort die Kundalini
erwecken und Brahmakara Vritti (Erkenntnis: Ich bin Brahman (Das Absolute))
hervorrufen. Sie werden auf dem spirituellen Weg stolpern und fallen.
Diejenigen, die versuchen die Kundalini durch Asanas und Pranayama zu erwecken,
sollten Reinheit in Gedanken, Wort und Tat haben. Sie sollten geistig und
physisch Brahmacharya haben. Nur dann können sie die Wohltaten der Erweckung
der Kundalini genießen.
22. Säe den Samen der Spiritualität in
Deiner Jugend. Vergeude keinen Virya (sexuelle Energie). Diszipliniere die
Indriyas (Sinne) und den Geist. Mache Sadhana. Wenn Du alt wirst, wird es für
Dich schwierig, irgendein strenges Sadhana zu praktizieren. Übe darum bereits
als Teenager. Du wirst in kurzer Zeit die besonderen Nutzen erkennen, die Du aus
bestimmten Arten von Sadhana (spirituelle Praxis) ziehen kannst.
23. Wenn Du in Deinen spirituellen Praktiken
voranschreitest, mußt Du strenges Mauna (Gelübde der Stille, Schweigen)
durchgehend 24 Stunden lang einhalten. Dies muß für einige Monate fortgesetzt
werden. Jeder sollte entsprechend seinem Temperament, Fähigkeiten,
Bedürfnissen und wie es für ihn angenehm ist, eine Folge von einigen Übungen
in Asanas, Pranayama und Meditation wählen.
24. Es ist für einen Menschen gut möglich,
sich in sexueller Enthaltsamkeit zu üben, obwohl es verschiedene Arten von
Versuchungen und Ablenkungen gibt. Ein wohlgeordnetes Leben, Studium der
Schriften, Satsang (Zusammensein mit Weisen), Japa (Mantrawiederholung), Dhyana
(Meditation), Pranayama (Atemübungen), sattwige (reine) und maßvolle
Ernährung, tägliche Innenschau und Erforschung, Selbst-Analyse und
Selbst-Korrektur, Sadachara (richtiges Verhalten), Übung von Yama, Niyama (yogische
Ethik), physischer und verbaler Tapas (Askese), all dies wird den langen Weg zum
Erreichen des Ziels pflastern. Viele Leute haben einen unregelmäßigen,
unrechtschaffenen, unmäßigen, unreligiösen und undisziplinierten Lebensstil.
Darum leiden sie und versagen im Erreichen des Ziels des Lebens. So wie der
Elefant Sand auf seinen eigenen Kopf wirft, so bringen sie wegen ihrer Torheit
Schwierigkeiten und Nöte über ihre eigenen Köpfe.
25. Wackle nicht unnötig mit dem Körper.
Durch häufiges Schütteln des Körpers wird auch der Geist gestört. Strecke
auch den Körper nicht ständig. Wenn Du Pranayama, Japa und Meditation machst,
sollte die Asana ruhig und fest wie ein Fels sein.
26. Du mußt Deiner Gesundheit und
Konstitution entsprechend herausfinden, was für eine Art von Ernährung und
welches spezielle Pranayama Dir genau helfen wird. Nur dann kannst Du
sicher in Deinem Sadhana voranschreiten. Lese zuerst alle Anweisungen zu den
verschiedenen Übungen in diesem Buch von Anfang bis Ende durch. Verstehe klar
die Technik. Wenn Du irgendwelche Zweifel hast, bitte einfach irgendeinen
Yogalehrer oder fortgeschrittenen Yogaschüler, sie Dir vorzumachen, und übe
sie dann selbst. Dies ist die sicherste Methode. Du darfst nicht zufällig
irgendeine Übung auswählen und anfangen, sie in einer falschen Art und Weise
auszuführen.
27. Zu allen Übungen habe ich das Mantra OM
als Zeiteinheit vorgeschlagen. Du kannst auch Dein persönliches Mantra, Rama,
Shiva, Gayatri oder einfach Zahlen als Zeiteinheit verwenden. Gayatri oder OM
ist das Beste für Pranayama. Am Anfang mußt Du für Puraka (Einatmen),
Kumbhaka und Rechaka (Ausatmen) eine bestimmte Zeiteinheit beachten. Die
Zeiteinheit und das richtige Verhältnis kommen von selbst, wenn Du Puraka,
Kumbhaka und Rechaka (Ausatmen) machst, solange Du es bequem ausführen kannst.
Wenn Du in der Praxis fortgeschritten bist, brauchst Du nicht mehr zu zählen.
Du wirst auf natürliche Art und Weise durch die Kraft der Gewohnheit das
richtige Verhältnis einhalten.
28. Am Anfang solltest Du einige Tage lang den
Rhythmus zählen und so Deine Fortschritte sehen. In den fortgeschrittenen
Stufen brauchst Du den Geist nicht mehr durch das Zählen ablenken. Die Lungen
werden Dir sagen, wann die erforderliche Zeitspanne erreicht ist.
29. Fahre mit dem Pranayama nicht fort, wenn
Du zu erschöpft bist. Während und nach der Übung sollte immer Freude und
Heiterkeit im Geist sein. Du solltest völlig belebt und erfrischt aus der
Übung kommen. Binde Dich selbst nicht durch zu viele Regeln (Niyamas).
30. Bade nicht unmittelbar nach dem Pranayama.
Warte mindestens eine halbe Stunde. Wenn Du während der Übung schwitzt trockne
Dich nicht mit einem Handtuch sondern verreibe den Schweiß mit Deinen Händen.
Setze den Körper keinen kühlen Luftzügen aus, wenn Du schwitzt.
31. Atme stets sehr langsam ein und aus. Atme
lautlos. Nur bei Pranayamas wie Bhastrika, Kapalabhati, Sitali und Sitkari
kannst Du ein leichtes und sanftes Geräusch machen.
32. Du kannst keinen Erfolg erwarten, wenn Du
nur 2 oder 3 Minuten an einem oder 2 Tagen übst. Du benötigst zu Beginn
mindestens 15 Minuten täglicher Praxis. Es hat keinen Sinn, wenn Du jeden Tag
von einer Übung zur anderen springst. Du solltest eine bestimmte Übung
täglich praktizieren, und sie bis zu einem hohen Grad vervollkommnen.
Natürlich kannst Du gelegentlich auch noch andere Übungen neben Deiner
täglichen Übung ausführen. Für Deine tägliche Praxis solltest Du
Kapalabhati und Wechselatmung üben. Sitali, Sitkari etc.. können gelegentlich
geübt werden.
33. Das Puraka (Einatmen) ist als Nisvasa
bekannt und Rechaka (Ausatmen) ist bekannt als Uchvasa. Der geistige Prozeß bei
Kevala Kumbhaka wird als Sunyaka Form der Atemkontrolle bezeichnet. Anhaltende,
systematische Praxis und allmähliche Steigerung von Kumbhaka (Anhalten) ist als
Abhyasa Yoga bekannt, das Schlucken von Luft und das Leben ausschließlich von
dieser Luft als Vayubhakshana.
34. Der Autor der Shivayoga Dipika beschreibt
drei Arten von Pranayama: Prakrita (Atem wird bewusst beobachtet), Vaikrita (bewusster
Regelung von Einatmung, Ausatmung und Anhalten des Atems)
und Kevala Kumbhaka (natürlicher Atemstillstand - an den Umkehrpunkten). Wenn das Prana
in der Gestalt des Atems bewußt so ein- und ausgeatmet wird, wie dies von
selbst geschieht, wird dieses Pranayama Prakrita genannt. Wenn das Prana durch
Einatmen, Ausatmen und Anhalten entsprechend der in den Shastras
vorgeschriebenen Regeln beherrscht wird, wird es Vaikrita (künstlich) genannt.
Bei großartigen Menschen, die über diese beiden Arten der Zurückhaltung des
Atems hinausgewachsen sind, erfolgt die plötzliche Beherrschung der vitalen
Ströme direkt (ohne Einatmung und Ausatmung) und wird Kevala Kumbhaka genannt.
Prakrita Pranayama gehört zum Mantra Yoga. Vaikrita zum Laya Yoga.
35. Wenn weder Ein- noch Ausatmung vorhanden
sind und der Körper bewegungslos in einem Zustand verharrt, wird das Kevala
Kumbhaka (natürliches Aufhören des Atems) genannt. Dann sieht man Gestalten
wie der Blinde, hört Klänge wie der Taube und sieht den Körper als Holz. Dies
sind die Eigenschaften von jemandem der Stille erlangt hat.
36. Patanjali legte keine besondere Betonung
auf die Ausübung verschiedener Arten von Pranayama. Er erwähnte: “Atme
langsam aus, atme dann ein und halte den Atem an. Du wirst einen festen und
ruhigen Geist erlangen”. Nur die Hatha Yogis haben das Pranayama zu einer
Wissenschaft entwickelt und diverse Übungen erwähnt, die sich für
verschiedene Personen eignen.
37. “Breite ein Tiger- oder Antilopenfell
oder eine vierfach gefaltete Decke aus. Über dies lege ein weißes Tuch. Setze
Dich dann für die Pranayamaübung mit dem Gesicht nach Norden”.
38. Einige praktizieren die Abfolge als
Ausatmen, Einatmen und Anhalten, andere als Einatmen, Anhalten und Ausatmen. Die
letztere Version ist üblicher. Im Yajnavalkya (Teil der Smriti-Literatur -
Versuche, die Wahrheiten der Offenbarung zu verstehen), finden wir verschiedene Arten
der Atemkontrolle in der Reihenfolge von Puraka (Einatmen), Kumbhaka (Anhalten)
und Rechaka (Ausatmen); während wir sie im Naradiya Text in der Abfolge von
Rechaka (Ausatmen), Puraka (Einatmen) und Kumbhaka (Anhalten) haben. Diese
beiden können als Alternativen aufgefaßt werden.
39. Ein Yogi sollte stets Furcht, Zorn,
Faulheit, zuviel Schlaf oder Wachen und zuviel Nahrung oder zuviel Fasten
vermeiden. Wenn diese Regel jeden Tag streng eingehalten wird, wird ohne Zweifel
innerhalb von drei Monaten spirituelle Weisheit von selbst entstehen, nach
vier Monaten sieht er Devas (unsichtbare Wesen, Lichtwesen), in fünf Monaten wird er zu einem Brahmanishta
(spiritueller Lehrer), und
wahrhaftig in sechs Monaten ist er in der Lage, willentlich Kaivalya (wahre
Befreiung) zu
erreichen. Hieran besteht kein Zweifel.
40. Ein Anfänger sollte für einige Tage nur
Puraka (Einatmen) und Rechaka (Ausatmen) ohne jegliches Kumbhaka ausführen.
Nimm Dir viel Zeit für Rechaka (Ausatmen). Das Verhältnis von Puraka
(Einatmen) zu Rechaka (Ausatmen) ist 1:2.
41. Pranayama in seiner einfachen und
vorbereitenden Form kann von jedem in jeder Körperhaltung, sitzend oder gehend,
praktiziert werden. Für diejenigen, die entsprechend den vorgeschriebenen
speziellen Methoden praktizieren, werden die Übungen rasch Früchte bringen.
42. Steigere allmählich die Dauer des
Kumbhakas (Atemanhalten). Halte in der ersten Woche für 4 Sekunden den Atem an, in der zweiten
für 8 Sekunden, in der dritten Woche für 12 Sekunden und so weiter, bis Du die
Grenze Deiner Fähigkeit den Atem anzuhalten erreicht hast.
43. Gesunder Menschenverstand (Yukti) sollte
Dich in Deiner Praxis leiten. Wenn eine Art von Übung für Dich nicht
bekömmlich ist, ändere sie nach gebührender Betrachtung oder Beratung mit
Deinem Guru. Dies ist Yukti. Wo Yukti ist, da ist Siddhi, Bhukti und Mukti
(Vollendung, Freude, und Befreiung).
44. Du mußt Puraka (Einatmen), Kumbhaka und
Rechaka (Ausatmen) so ausführen, daß Du in keiner Phase des Pranayamas ein
Gefühl von Erstickung oder Unbehaglichkeit erfährst. Du solltest niemals die
Notwendigkeit fühlen, zwischen zwei aufeinanderfolgenden Runden ein paar
normale Atemzüge zu nehmen. Die Dauer von Puraka (Einatmen), Kumbhaka
(Anhalten) und Rechaka (Ausatmen) muß richtig angepaßt werden. Sei sorgfältig
und achtsam. Du wirst Erfolg haben.
45. Du mußt die Phase der Ausatmung nicht
unnötig verlängern. Wenn Du die Zeit für Rechaka (Ausatmen) zu sehr
verlängerst, wird die folgende Einatmung in einer eiligen Art ausgeführt und
der Rhythmus wird gestört. Du mußt Puraka (Einatmen), Rechaka (Ausatmen) und
Kumbhaka (Anhalten) sorgfältig regulieren, es muß absolut bequem sein, die
gesamte Folge des Pranayamas sollte so ausgeführt werden. Erfahrung und Praxis
werden Dich voranbringen. Übung macht den Meister. Sei beständig. Ein weiterer
wichtiger Faktor ist, daß Du am Ende von Kumbhaka eine wirksame Kontrolle über
die Lungen haben mußt, um Rechaka (Ausatmen) langsam, fließend und im
richtigen Verhältnis zu Puraka (Einatmen) ausführen zu können.
46. Surya Bheda (Sonnenatmung) und Ujjayi (Kehlatmung)
erzeugen Wärme.
Sitkari (zischende
Atmung)
und Sitali (Kühlungsatem) sind kühlend. Bhastrika
(Blasebalg) bewahrt die normale Temperatur.
Surya Bheda vernichtet ein Übermaß an Vata (Wind), Ujjayi Kapha (Schleim), Sitkari und Sitali
Pitta (Wutausbrüche, Hautausschläge oder großem Hunger- und Durstgefühle) und Bhastrika alle drei.
47. Surya Bheda und Ujjayi können während
des Winters praktiziert werden. Sitkari und Sitali können im Sommer praktiziert
werden. Bhastrika kann zu allen Jahreszeiten ausgeführt werden. Solche
Personen, deren Körper selbst im Winter heiß ist, können Sitali und Sitkari
auch während des Winters praktizieren.
48. Ziel des Lebens ist die
Selbstverwirklichung. Dies wird herbeigeführt “durch Beherrschung des Körpers
und der Sinne, Dienst an einen guten Guru, Hören der Vedantischen Lehren und
anhaltende Meditation hierüber” (Niralamba Upanishad). Wenn Du wirklich
ernsthaft bist und einen raschen und sicheren Erfolg haben willst, solltest Du
regelmäßig und systematisch Asana, Pranayama, Japa (Mantrawiederholung), Meditation, Svadhyaya
(Studium der (heiligen) Schriften) etc.. üben. Du solltest sehr sorgsam in der Aufrechterhaltung von Brahmacharya
(Keuschheit) sein. “Wirksame Mittel zur Kontrolle des Geistes sind das Erwerben von
spirituellem Wissen, Gesellschaft mit Weisen, der völlige Verzicht auf alle
VAsanas (Wünsche) und die Kontrolle des Pranas” (Muktikopanishad).
49. Ich möchte nochmals betonen, daß Asanas,
Pranayama, Japa, Dhyana (Meditation), Brahmacharya, Satsanga (Gesellschaft mit
Heiligen), Einsamkeit, Mauna (Schweigen), Nishkama
Karma (uneigennütziges, selbstloses Dienen) für den spirituellen Fortschritt alle absolut notwendig sind. Ohne Hatha
Yoga wird man im Raja Yoga nur schwerlich Vollendung erlangen. Am Ende von
Kumbhaka (Anhalten) solltest Du Deinen Geist von allen Objekten zurückziehen.
Durch allmähliche Übung wirst Du im Raja Yoga gefestigt sein.
50. Einige Schüler, die vedantische Schriften
studieren, denken, sie seien Jnanis und ignorieren Asanas, Pranayama etc. Sie
sollten diese auch praktizieren, bis sie in Shat-Shampat (sechs noble Tugenden)
des Sadhana-Chatushtaya (vier Qualifikationen des Jnana Yogaschülers) - Sama,
Dama, etc..- und allen anderen vorbereitenden Fähigkeiten des Jnana Yoga
vollendet sind.
51. Zögere nicht. Warte nicht darauf, einen
Guru zu finden, der an Deiner Seite sitzt und nach Dir schaut. Wenn Du
ernsthaft, regelmäßig und systematisch bist und den Regeln und Anweisungen
dieses Buches sehr sorgfältig folgst, wird es keinerlei Schwierigkeiten geben.
Du wirst unzweifelhaft Erfolg erzielen. Leichte Fehler werden am Anfang
auftauchen, aber das macht nichts. Sei nicht unnötig besorgt. Gib die Praxis
nicht auf. Du wirst selbst lernen, die Praxis richtig anzupassen. Gesunder
Menschenverstand, Instinkt und die innere Stimme der Seele wird Dir auf dem Weg
helfen. Alle Hindernisse werden sich am Ende glätten. Beginne die Übung noch
in dieser Sekunde im richtigen Ernst und werde ein wahrer Yogi. Om Shantih,
Shantih, Shantih!
Verschiedene Mantras und ihre Wirkungen sind
in meinem Buch “Japa Yoga”
beschrieben.
Kapitel 4: Konzentration
Zum
Inhaltsverzeichnis
Konzentration auf das Sonnengeflecht
Das Sonnengeflecht wird auch als das Gehirn des Unterleibs bezeichnet. Es ist
ein wichtiges Zentrum, das mit dem Sympathikus verknüpft ist. Es befindet sich
in der epigastrischen Region (im Oberbauch), hinter der Magengrube auf beiden Seiten der
Wirbelsäule. Das Sonnengeflecht (Auch Solar-Plexus genannt) hat die Kontrolle
über die wichtigen inneren Organe des Menschen und spielt eine weitaus
größere Rolle, als allgemein erkannt wird. Der Solar-Plexus - bestehend aus
weißer und grauer Gehirnsubstanz - spielt eine wichtige Rolle in der Steuerung
der Emotionen und verschiedener körperlicher Funktionen. Er ist einer der
vitalsten Teile des Körpers. Ein Schlag auf den Solar-Plexus ist Boxern gut
bekannt als eine schnelle Methode, um den Gegner bewußtlos oder auf jeden Fall
wehrlos zu machen. Der Solar-Plexus ist ein Kraftwerk, der Speicher des Pranas.
Er ist die wichtigste aller Adharas (Stützen) des Körpers, von denen es
insgesamt 16 gibt. Es ist eine bekannte Tatsache, daß Menschen auf der Stelle
durch einen schweren Schlag auf den Solar-Plexus getötet worden sind. Der
Solar-Plexus ist buchstäblich die Sonne des Nervensystems. Wenn die Sonne
harmonisch scheint, ist das gesamte physische System harmonisch, Stärke und
Energie wird nach allen Teilen des Körpers ausgestrahlt. Gedanken und Prana
werden, wenn sie mittels Pranayama zu diesem Zentrum gelenkt werden, den darin
gebundenen Sonnenschein stimulieren und erwecken.
Sitze aufrecht in Padmasana oder Siddhasana.
Schließe Deine Augen. Zieh die Luft, solange Du bequem kannst, langsam durch
das linke Nasenloch ein. Halte das rechte mit Deinem rechten Daumen
verschlossen. Wiederhole geistig OM. Halte dann den Atem an. Halte die
Konzentration gut auf den Solar-Plexus gerichtet. Konzentriere dort Deinen
Geist. Habe Deine Gedanken darauf zentriert. Mach keine übermäßige
Anstrengung des Geistes oder übermäßige Anstrengung irgendeiner Art. Lenke
durch den angehaltenen Atem bewußt das Prana in die Region des Solar-Plexus.
Stell Dir vor: “Ich atme Prana, Glück, Freude, Stärke, Kraft,
Liebe.” Atme dann langsam durch das rechte Nasenloch aus. Atme dann durch das
rechte Nasenloch ein, halte den Atem an wie zuvor und atme durch das linke
Nasenloch aus. Wiederhole diesen Vorgang am Morgen 12 Mal. Furcht, Depression,
Schwäche und andere unerwünschte Emotionen, die dem spirituellen Fortschritt
im Wege stehen, werden verschwinden. Du wirst immer zuversichtlicher werden
über den Erfolg in der Selbstverwirklichung.
Pancha Dharana
(Die Konzentration auf die 5 Elemente) (Dharana = Konzentration)
Prithivi Dharana
(Konzentration auf die Region von den Füssen bis zum Knie)
Es gibt fünf Elemente, nämlich, Prithivi, Apas, Agni, Vayu und Akasha (Erde,
Wasser, Feuer, Luft und Äther). Im Körper gibt es entsprechend den fünf
Elementen das fünffache Dharana (Konzentration). Es heißt, daß von den
Füßen bis zu den Knien die Region des Prithivi sei. Von der Form her ist es
ein Viereck, Gelb in der Farbe und sein Varna (Buchstabe) ist der Sanskrit
Buchstabe Lam entlang der Region der Erde, d.h. von den Füßen bis zu den
Knien. Mit Kontemplation hierüber sollte man täglich für eine Dauer von 2
Stunden Dharana ausführen. Damit kann man Herrschaft über die Erde erreichen.
Der Tod gibt einem keinen Anlaß zur Beunruhigung mehr, da man Herrschaft über
das Erdelement erhalten hat.
Ambhasi Dharana
(Konzentration auf die Region von den Knien bis zum Anus)
Die Region des Apas (das Wasserelememt) dehnt sich von den Knien bis zum Anus
aus. Apas ist halbmondförmig und von weißer Farbe. Es hat den Buchstaben
“Vam” als sein Bijakshara (Samen-Buchstaben). Den Atem mit dem Buchstaben
“Vam” entlang der Region des Apas nach oben ziehend, soll man Gott Vishnu
visualisieren. Er ist makellos, hat vier Arme, ein gekröntes Haupt und ist in
orange-rote Kleider gehüllt. Durch tägliches, zweistündiges Üben von Dharana
(Konzentration, sechste Stufe des Raja Yoga) hierüber, wird man von allen
Sünden befreit. Dann gibt es keine Furcht vor dem Wasser mehr.
Agneyi Dharana
(Konzentration auf die Region vom Anus bis zum Herzen)
Der Bereich vom Anus bis zum Herzen ist die Region von Agni (das Feuerelement).
Agni ist dreieckig in der Form, von roter Farbe und hat den Buchstaben Ram als
sein Bija (Mantra). Beim Hochziehen des Pranas (universelle Lebensenergie) mit dem Buchstaben Ram entlang der Region
des Feuers sollte man seine Kontemplation (Meditation) auf Rudra (Beiname Shiva's) richten.
Er hat drei Augen, gewährt alle Wünsche und ist von der Farbe der
Mittagssonne. Durch tägliches, zweistündiges Üben von Dharana (Konzentration)
hierüber wird
der Körper durch Feuer nicht verbrannt, selbst wenn der Körper die Feuergrube
betritt.
Vayavya Dharana
(Konzentration auf die Region vom Herzen bis zur Mitte der Augenbrauen)
Vom Herzen bis zur Mitte der Augenbrauen ist die Region des Vayu (das
Luftelement). Es ist von schwarzer Farbe und scheint mit dem Buchstaben ‘Ya’.
Beim Vorbeiziehen des Pranas entlang dieser Region des Vayus (Luftelemement) sollte man seine
Kontemplation auf Ishwara (persönliche Gottheit), die Allgegenwärtige,
richten. Durch Vayu begegnet der Yogi keinem Tod.
Akasha Dharana
(Konzentration auf die Region vom Zentrum der Augenbrauen bis zur Schädeldecke)
Vom Zentrum der Augenbrauen bis zur Schädeldecke ist die Region von Akasha (das
Ätherelement). Es ist kreisförmig, hat eine rauchige Farbe und scheint mit dem
Buchstaben ‘Ha’. Beim Hochziehen des Pranas entlang der Region des Akashas
(Ätherraumes),
sollte man seine Kontemplation auf Sadashiva (Beiname Shivas) richten. Durch Übung dieses
Dharana erhält man die Fähigkeit zu schweben. Der Yogi erlangt alle Siddhis
(höheren Kräfte).
Geschichte des Yogi Bhusunda
Bhusunda ist einer der Chiranjivis (ewig Lebenden) unter den Yogis. Er war der
Lehrer der Wissenschaft des Pranayamas. Man sagt, daß von ihm ein Nest von der
Größe eines Berges errichtet wurde, auf dem südlichen Ast des Kalpa Vriksha,
am nördlichen Gipfel des Mahamerus. In diesem Nest lebte die Krähe Bhusunda.
Es heißt, diese Krähe sei der Yogi mit dem höchsten Alter gewesen. Er war ein
Trikala Jnani. Er konnte alle drei Bereiche der Zeit (Vergangenheit, Gegenwart,
Zukunft) erkennen. Er konnte in Yoga (Samadhi) für jede beliebige Zeitdauer
sitzen. Er war wunschlos und erreichte höchsten Shanti (Frieden) und Jnana
(Weisheit). Die Wonne seines eigenen Selbst genießend war er dort und dort ist
er noch, ein Chiranjivi. Eine lange Zeit war er mit der Verehrung von
Brahmashakti Alambus befaßt. Zu diesem Zeitpunkt des Kalpa Vriksha lebte er
schon seit vielen Yugas, nein vielmehr schon seit vielen Kalpas.
Yogische Ernährung
Eine Ernährung, die der Praxis des Yogas und dem spirituellen Fortschritt
förderlich ist, kann zu Recht als ‘Yogische Ernährung’ bezeichnet werden.
Die Ernährung hat eine enge Beziehung zum Geist. Der Geist wird durch den
subtilsten Teil der Nahrung geformt. In der Sage von Uddalaka unterweist dieser
seinen Sohn Svetaketu wie folgt: “Wenn Nahrung aufgenommen wird, wird sie zu
drei Dingen: die groben Teile werden zu Ausscheidungen, die mittleren zu Fleisch
und die feinen zu Geist”. In der Chandogya Upanishad wiederum finden wir:
“Durch die Reinheit der Nahrung wird man in seiner Natur gereinigt, durch die
Reinigung seiner Natur erhält man wahrhaftig Erinnerung an das Selbst und durch
die Erinnerung an das Selbst werden alle Bindungen und Verhaftungen
aufgelöst.”
Die Ernährung kann in drei Arten eingeteilt
werden, nämlich in sattvige (reine), rajasige (anregende) und tamasige (träge)
Ernährung. Milch, Früchte,
Getreide, Butter, Tomaten, Käse, Spinat sind
sattvige Nahrungsmittel. Sie machen den Geist rein. Fisch, Eier etc. sind
rajasige Nahrungsmittel. Sie erregen die leidenschaftliche (sexuelle) Natur des Menschen.
Rindfleisch, Zwiebeln, Knoblauch etc. sind tamasige Nahrungsmittel. Sie
erfüllen den Geist mit Trägheit und Zorn. Gott Krishna sagt in der Bhagavad
Gita zu Arjuna (XVIII:8-10):
Die von den Menschen bevorzugte Nahrung ist
von dreifacher Art. Darum höre von dieser dreifachen Unterscheidung:
Die Nahrung, die Vitalität, Energie, Stärke, Gesundheit und Freude mehrt und
die köstlich, sanft, nahrhaft und bekömmlich ist, wird von sattwigen (reinen)
Menschen bevorzugt.
Der rajasige (leidenschaftliche) Mensch bevorzugt Nahrung, die bitter, sauer,
salzig, übermäßig scharf, stechend, trocken und brennend ist und die Schmerz,
Gram und Krankheit hervorruft. Die Nahrung, die abgestanden, geschmacklos,
verdorben, verfault und unrein ist, wird vom Tamasigen (Trägen, Faulen,
Depressiven) bevorzugt.
Nahrung ist von vierfacher Art. Es gibt
Flüssigkeiten, die getrunken werden; feste Nahrung, die von den Zähnen
zermahlen und gegessen wird; Nahrung die durch Lecken aufgenommen wird und
weiche Dinge, die ohne Kauen geschluckt werden. Jede Nahrung sollte im Mund
sorgfältig gekaut werden. Nur dann kann sie ordentlich verdaut, leicht
absorbiert und vom Körpersystem assimiliert (aufgenommen) werden.
Die Ernährung sollte so sein, daß die
physische Leistungsfähigkeit erhalten bleibt und man bei guter Gesundheit ist.
Das Wohlbefinden eines Menschen ist abhängiger von perfekter Ernährung als von
irgend etwas anderem. Verschiedene Arten von Darmkrankheiten, erhöhte
Empfänglichkeit für Infektionskrankheiten, ein Mangel an hoher Vitalität und
Abwehrkraft, Rachitis, Skorbut, Anämie oder Blutarmut, Beriberi etc. sind alle
auf eine fehlerhafte Ernährung zurückzuführen. Es sollte daran erinnert
werden, daß es nicht so sehr das Klima ist, sondern die Nahrung, die eine
wesentliche Rolle spielt bei der Heranbildung eines starken und gesunden
Menschens oder eines Schwächlings, der an einer Unzahl von Krankheiten leidet.
Die Kenntnis um die Wissenschaft der Ernährung ist essentiell für jeden
Menschen, wenn er seine physische Leistungsfähigkeit und eine gute Gesundheit
aufrecht erhalten möchte. Er sollte in der Lage sein, eine preiswerte und
ausgeglichene Ernährung aus bestimmten Artikeln zusammenzustellen. Nur dann
werden alle Mitglieder seiner Familie gesund und kräftig sein. Was erstrebt
wird, ist eine wohl ausgewogene, leichte Ernährung. Eine schwere Ernährung
ruft Krankheiten der Leber, Niere und der Bauchspeicheldrüse hervor. Eine wohl
ausgewogene Ernährung hilft einem Menschen zu wachsen, er erhält
Leistungsfähigkeit, Kraft und Vitalität. Der Mensch ist, was er ißt. Dies ist
in der Tat mehr als eine Binsenweisheit.
Nahrung ist erforderlich für zwei Zwecke: 1)
um die Körperwärme aufrechtzuerhalten und 2) um neue Zellen zu produzieren und
den Verschleiß an unseren Körpern wieder gutzumachen. Nahrung enthält
Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralien, Wasser, Vitamine etc. Proteine sind
stickstoffhaltig. Sie bilden die Gewebe des Körpers. Sie sind im Überfluß
enthalten in Dhal (Hülsenfrüchte), Milch etc. Sie werden als Gewebebildner
bezeichnet. Proteine sind komplexe organische Verbindungen, die Kohlenstoff,
Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und manchmal Schwefel, Phosphor und Eisen
enthalten. Stärken sind Kohlenhydrate. Sie sind im Überfluß in Reis und allen
Getreidearten enthalten. Kohlehydrate sind “Energielieferanten” und
Wärmespender. Kohlenhydrate sind Substanzen wie Stärke und Zucker und
enthalten Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Fette sind in Ghee (Butter) und
pflanzlichen Ölen enthalten. Fette sind Verbindungen von Glyzerin und
Fettsäuren.
Eine ausgewogene Ernährung enthält alle
Ernährungsbestandteile im richtigen Verhältnis, so daß Körper und Geist in
vollendeter Gesundheit und Harmonie sind. Milch ist ein vollkommenes
Nahrungsmittel, da sie alle Nahrungsbestandteile in einem ausgewogenen
Verhältnis enthält. Eiweiß, Fette und Kohlenhydrate sollten im richtigen
Verhältnis sein. Sie sollten auch von der richtigen Art sein. Wenn eine
Ernährung von dem einem Bestandteil zu viel und von einem anderen zu wenig
enthält, dann wird sie als unausgewogen oder fehlerhaft bezeichnet. Dies wird
zu einer Fehlernährung führen, verkümmertem Wachstum, physischer
Unzulänglichkeit etc. Viele Krankheiten haben ihren Ursprung in der
Fehlernährung. Wenn die Nahrung nahrhaft, bekömmlich und wohl ausgewogen ist,
hat man eine gute Ausdauer und physische Leistungsfähigkeit. Wenn man physische
Leistungsfähigkeit besitzt, kann man mehr Arbeit leisten. Einige betrachten
Milch als eine tierische Nahrung, während andere Eier als eine pflanzliche
Nahrung betrachten. All diese Menschen unterliegen einem Wahn. Milch ist auch
für Vegetarier geeignet, während Eier dies nicht sind. Dies ist die
nachdrückliche Erklärung gelehrter Weiser. Yogaschüler sollten Eier aufgeben.
Alle erforderlichen Nährstoffe sind auch in Milch, Butter, Käse, Früchten,
Mandeln, Tomaten, Karotten und Rüben enthalten.
Die wichtigen Verdauungssäfte sind der
Speichel im Mund, Gallensaft im Magen, Pankreassaft (aus der
Bauchspeicheldrüse), Galle und Darmsaft (succus entericus) im Zwölffingerdarm
und Dünndarm. Speichel ist basisch. Er wird durch die Speicheldrüsen
sekretiert und verdaut Stärken. Magensaft reagiert sauer. Er enthält
Salzsäure und wird von den Magendrüsen abgesondert. Er verdaut Proteine. Der
Saft der Bauchspeicheldrüse verdaut Stärken, Proteine und Fette. Er enthält
drei Sorten von Verdauungsenzymen. Er wird von der Bauchspeicheldrüse
produziert. Galle wird von der Leber sekretiert. Sie verdaut Fette. Die Nahrung
wird durch die Wirkung dieser verschiedenen Säfte in einen Milchsaft
umgewandelt, der von den Lactilen der kleinen Gedärme absorbiert wird.
Menschen, die schlemmen und Epikureer (Lebemann,
Liebhaber sinnlicher Genüsse) können
nicht einmal davon träumen, Erfolg im Yoga zu bekommen. Wer mäßig ißt, wer
seine Ernährung beherrscht, der kann ein Yogi werden. Dies ist der Grund
weshalb Gott Krishna zu Arjuna sagt:
“Wahrhaftig, Yoga ist weder für den,
der zu viel ißt, noch für den, der gar nichts ißt, der Schlafen oder Wachen
übertreibt, Arjuna. Für den, der in Essen und Vergnügen, im Ausführen von
Handlungen und in Schlafen und Wachen maßvoll ist, der siegt mit Yoga übers
Leid.” (Gita, VI: 16,17)
Fülle die Hälfte des Magens mit angenehmer,
bekömmlicher und gesunder Nahrung, fülle ein Viertel des Magens mit reinem
Wasser und laß das verbleibende Viertel frei für die Ausdehnung von Gas. Dies
ist eine maßvolle Ernährung.
Alles, was verdorben, schal, zersetzt,
gegoren, unrein, aufgewärmt oder über Nacht aufbewahrt ist, sollte verbannt
werden. Die Ernährung sollte einfach, leicht, bekömmlich, mild, leicht
verdaulich und nahrhaft sein. Wer lebt, um zu essen, ist ein Sünder, wer ißt,
um zu leben, ist ein Heiliger. Der letztere sollte verehrt werden. Wenn man
Hunger hat, kann die Nahrung gut verdaut werden. Wenn Du keinen Appetit hast,
nimm nichts zu Dir, gib dem Magen eine Pause.
Eine große Menge von Nahrung überanstrengt
den Magen, ruft einen launischen Appetit hervor und verwöhnt die Zunge. Es wird
dann sehr schwierig, die Zunge zu befriedigen. Der Mensch hat viele Arten von
Gerichten erfunden, um seinen Gaumen zufrieden zu stellen und hat sein Leben
kompliziert und elend gemacht. Er nennt sich selbst einen zivilisierten und
kultivierten Menschen, während er tatsächlich ignorant und durch seine Sinne
getäuscht ist. Sein Geist wird verärgert, wenn er an einem neuen Ort nicht
seine gewohnten Gerichte bekommen kann. Er ist zu einem absoluten Sklaven seiner
Zunge geworden. Dies ist schlecht. Sei einfach und natürlich im Essen. Esse, um
zu leben, und lebe nicht, um zu essen. Dann kannst Du wirklich glücklich sein
und den Yogaübungen viel Zeit widmen.
Ein Yogaschüler, der seine Zeit
ausschließlich in reiner Meditation verbringt, wünscht nur sehr wenig Nahrung.
Ein oder anderthalb Becher Milch und einige Früchte werden ausreichen. Wenn er
jedoch auf die Ebene der Arbeit kommt, braucht er reichliche und nahrhafte
Nahrung. Ein Mensch, der sehr viel Arbeit (physische Arbeit) verrichtet, braucht
mehr Nahrung.
Fleisch ist für die Erhaltung der Gesundheit
absolut nicht erforderlich. Fleischessen ist schädlich. Es bringt eine Unzahl
von Krankheiten wie Bandwürmer, Albuminuria (Diabetis) und andere Krankheiten der Nieren
hervor. Das Töten von Tieren als Nahrung ist eine große Sünde. Anstatt den
Egoismus und den Besitzanspruch zu töten, töten unwissende Menschen
unschuldige Tiere. Dies geschieht manchmal sogar unter dem Vorwand, das Tier
einer Gottheit zu opfern, aber in Wirklichkeit ist es, um ihren Zungen und
Gaumen zu befriedigen. Schrecklich! Höchst unmenschlich! Ahimsa Paramo Dharmah:
“Ahimsa (Nichttöten) ist die höchste Tugend”, die ein spiritueller Anwärter besitzen
sollte. Wir sollten Ehrfurcht vor dem Leben haben. Jesus sagte: Gesegnet sind
die Barmherzigen, sie mögen Barmherzigkeit erfahren. Jesus und Mahavira riefen
mit voller Stimme: Betrachte jedes Lebewesen als Dich selbst und füge ihm kein
Leid zu. Das Gesetz vom Karma ist unerbittlich, erbarmungslos und
unveränderlich. Den Schmerz den Ihr einander zufügt, wird zu Euch zurückkehren und das Glück, das Ihr zueinander ausstrahlt, wird zu Euch
zurückkehren und sich Eurem Glück hinzufügen.
Dr. J. Oldfield, Chefarzt am Lady Margaret
Hospital, schreibt: “Heutzutage ist die chemische Tatsache in den Händen von
allen, dem niemand widersprechen kann, daß die Erzeugnisse des Pflanzenreichs
alles enthalten, was notwendig ist für den völligen Unterhalt menschlichen
Lebens. Fleisch ist eine unnatürliche Nahrung und neigt daher dazu,
funktionelle Störungen zu erzeugen. So wie es in der modernen Zivilisation
gegessen wird, ist es infiziert mit so furchtbaren Krankheiten (leicht
übertragbar auf den Menschen) wie Krebs, Schwindsucht (Tbc), Fieber, Darmwürmer etc.
Es braucht daher nicht zu verwundern, daß Fleischverzehr eine der
schwerwiegendsten Ursachen von Krankheiten ist, die 99 von 100 geborenen
Menschen hinwegraffen.”
Fleischverzehr und Alkoholismus sind eng
miteinander verbunden. Die Begierde nach Alkohol stirbt einen natürlichen Tod,
wenn die fleischliche Ernährung abgestellt wird. Die Frage der Geburtenregelung
wird für jene, die eine fleischliche Ernährung nehmen, sehr schwer. Für sie
ist eine Kontrolle des Geistes absolut unmöglich. Beachte, wie grausam der
fleischfressende Tiger ist, und wie sanft und friedlich Kühe und Elefanten
sind, die von Pflanzen leben. Fleisch hat einen direkten, üblen Einfluß auf
bestimmte Abschnitte des Gehirns. Die erste Stufe im spirituellen Voranschreiten
ist das Aufgeben der fleischlichen Ernährung. Das göttliche Licht wird nicht
herabsteigen, wenn der Magen mit fleischlicher Nahrung gefüllt ist. In großen
fleischverzehrenden Ländern ist die Krebssterblichkeit sehr hoch. Vegetarier
sind bis ins hohe Alter bei guter Gesundheit. Auch im Westen
verordnen immer mehr Krankenhausärzte ihren Patienten eine vegetarische
Ernährung, damit sie sehr rasch genesen. Pythagoras, der griechische Weise,
verdammte Fleischverzehr als sündhafte Nahrung. Hört einfach, was er sagt:
“Hütet Euch, O Sterbliche, davor, Eure Körper mit sündhafter Nahrung zu
beschmutzen. Es gibt Getreide, die Zweige biegen sich von den Früchten, es gibt
edle Trauben an den Reben. Es gibt süße Gemüse und Kräuter, welche die
Flamme, das Verdauungsfeuer, schmackhaft und weich macht. Weder Milch noch der
Duft des Aromas der Thymianblume seien Dir versagt, die freigebige Erde bietet
Dir einen Überfluß an reiner Nahrung und sorgt für Mahlzeiten ohne Schlachten
und Blutvergießen.”
Wenn Du aufhören möchtest, Hammelfleisch,
Fisch etc. zu essen, sieh einfach nur mit Deinen Augen die bedauernswerten,
qualvollen Umstände beim Töten von Schafen. Nun wird sich Mitleid und
Sympathie in unserem Herzen erheben. Dann wirst Du beschließen, den
Fleischverzehr aufzugeben. Wenn Du bei diesem Versuch versagst, ändere einfach
Deine Umgebung und lebe in einem vegetarischen Hotel, wo Du keinen Hammel oder
Fisch bekommen kannst. Begib Dich in Gesellschaft, wo es nur vegetarische
Ernährung gibt. Denke an die Übel des Fleischverzehrs und an den Nutzen einer
vegetarischen Ernährung. Wenn auch dies Dir nicht genügend Stärke gibt, diese
Gewohnheit zu stoppen, gehe in ein Schlachthaus und eine Fleischerei und schaue
auf die ekelhaften verrotteten Muskeln, Gedärme, Nieren und andere widerlichen
Teile des Tieres, die einen üblen Geruch ausströmen. Dies wird Vairagya
(Leidenschaftslosigkeit) in Dir hervorrufen und einen starken Ekel und Abneigung
gegenüber dem Fleisch-Essen erzeugen.
Es ist nicht nur ein abscheuliches, sondern
ein grausames Verbrechen, eine Kuh oder eine Ziege zu töten, die unschätzbare
Milch, Butter etc. geben. Oh selbsttäuschender, ignoranter, grausamer Mensch!
Töte nicht diese unschuldigen Wesen. Furchtbare Folter erwartet Dich am Tag des
Gerichts. Du bist moralisch verantwortlich für all Deine Taten. Das Gesetz des
Karma ist unfehlbar. Das Töten von Kühen ist gleichbedeutend mit dem Töten
der eigenen Mutter, da sie Dir wie früher Deine Mutter Milch gibt. Was für ein
Recht hast Du erhalten, diese unschuldigen Tiere zu töten, die Dir Milch geben,
um Deinen Körper zu nähren? Dies ist eine höchst brutale, unmenschliche,
herzzerreißende Tat. Das Schlachten von Kühen, Ziegen und anderen Tieren
sollte sofort per Gesetz verboten werden. Das Tier, das zum Schlachten
fortgenommen wird, hat in seinem Blut wegen seiner Furcht und seiner Erregung
verschiedene Arten von Giften. Die vegetarische Ernährung kann die
Ernährungsbedürfnisse des Körpers voll befriedigen. Daher sind solche
Grausamkeiten unberechtigt.
Ich werde nun noch ein paar Worte zu Vitaminen
sagen. Vitamine sind in der Ernährung ebenfalls erforderlich. Sie bauen den
Körper auf. Wenn sie fehlen oder nur in unzureichenden Mengen vorhanden sind, kann der Körper nicht wachsen
und Mangelkrankheiten wie Rachitis, Skorbut etc. sind die Folge. Vitamine sind
in der Nahrung in sehr geringen Mengen enthalten. Sie sind wie ein Funke, der
das Feuer der Nahrung zündet. Es gibt vier wichtige Vitamine. Vitamin A,
Vitamin B, Vitamin C und Vitamin D. Vitamin A ist in Milch enthalten. Vitamin B
gibt es in braunem Reis, Hülsenfrüchten, Milch und Tomatensaft. Ein Mangel an
Vitamin B ruft Beriberi (Störung der Nervenfunktion, Herzschwäche,
Muskelschwund, Müdigkeit und Schwäche) hervor. Diejenigen, die nur weißen Reis essen, bekommen
diese Krankheiten. Vitamin C ist in Gemüsen, Früchten und grünen Blättern.
Dieses Vitamin wird durch Kochen und Einmachen zerstört. Seeleute leiden an
Skorbut, da sie während langer Reisen keine frischen Gemüse und Früchte
bekommen können. Sie nehmen deshalb Zitronensaft mit, dadurch wird die
Entwicklung von Skorbut verhindert. Vitamin D ist in Milch, Butter etc.
enthalten. Das Fehlen oder ein Mangel an Vitamin D verursacht bei Kindern
Rachitis (Knochenerkrankung).
Nahrung ist nichts anderes als eine Menge von
Energie. Nahrung versorgt Körper und Geist mit Energie. Wenn Du diese Energie
aus Deinem Willen beziehen kannst, falls Du die Technik der Aufnahme von Energie
direkt von der Sonne oder kosmischem Prana beherrschst, kannst Du den Körper
mit dieser Energie erhalten und Nahrung völlig unnötig machen. Der Yogi
erhält Kayasiddhi (Vollendung des Körpers).
Wenn Nahrung vollständig verdaulich ist, verursacht sie Verstopfung. Nahrung
sollte einige Ballaststoffe, Fasern oder Schalen enthalten, welche die
Ausscheidungen formen. Wenn die Verdauung im Magen abläuft, sollte kein Wasser
getrunken werden. Es verdünnt den Verdauungssaft und beeinträchtigt die
Verdauung. Du kannst ein Glas Wasser trinken, wenn Du Deine Mahlzeiten beendet
hast.
Wie können Sannyasins (Mönche), die von
Almosen leben, eine ausgeglichene Ernährung erhalten? An einigen Tagen bekommen
sie nur scharfe Speisen, an anderen Tagen nur Süßigkeiten und wieder an
anderen Tagen nur saure Dinge. Sie ziehen die erforderliche Energie jedoch aus
der Kraft der Meditation. Diese einzigartige yogische Methode ist dem
medizinischen Beruf und Wissenschaftlern unbekannt. Wenn der Geist konzentriert
ist, badet eine göttliche Welle alle Stoffe mit dem göttlichen Elixier. Alle
Zellen werden erneuert und belebt. Langes Fasten ist für Übende des Hatha Yogas
verboten, da es Schwäche bewirkt. Gelegentliches sanftes Fasten ist jedoch
höchst zuträglich. Es wird das System gründlich überholen, dem Magen und den
Gedärmen eine Pause geben und Harnsäure beseitigen. Yogaschüler können eine
komplette Mahlzeit um 11 Uhr nehmen, eine Tasse Milch am Morgen und eine halbe
Tasse Milch und 2 Bananen oder 2 Orangen oder 2 Äpfel am Abend. Die
Abendmahlzeiten sollten sehr leicht sein. Wenn der Magen überladen ist,
wird der Schlaf unregelmäßig eintreten. Eine Ernährung nur aus Milch und
Früchten ist ein prächtiges Menü für einige Yogaschüler.
Einfache, natürliche, nicht erregende, Gewebe aufbauende, Energie erzeugende
Nahrung und nicht alkoholische Getränke halten den Geist ruhig und rein und
helfen einem in den yogischen Praktiken und beim Erreichen des Lebensziels.
Sivanandas Pranayama
Technik: Setze Dich bequem auf einen Stuhl, Sofa oder einen Sessel. Zieh die
Luft solange, wie es angenehm ist, durch beide Nasenöffnungen ein. Halte die
Luft an, solange es bequem ist. Wiederhole während des Atemanhaltens Dein Ishta
Mantra (persönliches Mantra) oder OM. Atme dann so lange aus, wie es angenehm
ist. Du brauchst kein bestimmtes Verhältnis zwischen Einatmung, Ausatmung und
Anhalten zu beachten. Laß jedoch Ein- und Ausatmung tief und vollständig sein.
Nutzen: Die Wohltaten dieses Pranayamas sind
unermeßlich. Alle Muskeln werden entspannt. Alle Nerven werden eingestimmt.
Rhythmus und Harmonie werden im gesamten Wesen gefestigt. Der Geist wird
beruhigt. Ein unbeschreiblicher Frieden und Wonne regieren in Dir.
Du kannst diese Übung morgens, während Du noch im Bett liegst, praktizieren.
Dein Geist wird wachsam, um mit Japa (Wiederholung des Mantras) oder Dhyana
(Meditation) zu beginnen. Du kannst üben, wenn der Geist sein Gleichgewicht
verliert, hervorgerufen durch das Erwachen von sinnlicher Begierde, Zorn oder
anderen üblen Vrittis (Gedankenimpulsen). Der Geist wird von einer großartigen Kraft erfüllt
sein, welche die schlechten Vrittis daran hindert, sie zu stören. Du kannst
üben, bevor Du mit Deinem Studium beginnst. Der Geist wird sich leicht
konzentrieren, und was Du lernst, wird sich unauslöschlich in Deinen Geist
einprägen. Du kannst während Deiner Büroarbeit üben, Du wirst jedes mal neue
Stärke bekommen und niemals müde werden. Wenn Du vom Büro nach Hause
zurückkehrst, kannst Du dieses Pranayama praktizieren und Du wirst wieder mit
neuer Energie aufgeladen sein.
Der größte Vorteil ist, daß - wenn Du einmal begonnen hast, sehr oft zu üben
- Dein Geist niemals eine Entschuldigung finden kann, weshalb Du dieses (Ati-Sukha-Purvaka) Pranayama, welches ein sehr leichtes und angenehmes Pranayama
ist, mit all den Vorzügen von Pranayama, jedoch ohne seine Regeln und
Vorschriften, nicht praktizierst. Übe ab jetzt regelmäßig.
Kundalini Pranayama
Bei diesem Pranayama ist das Bhavana (innere Einstellung) wichtiger als das
Verhältnis zwischen Puraka, Kumbhaka und Rechaka (Einatmen, anhalten,
ausatmen). Sitze in Padma (Lotussitz) oder Siddha Asana (halber Lotussitz) mit
dem Gesicht nach Osten oder Norden.
Nach dem geistigen Niederwerfen vor den Lotusfüßen des Satgurus
(Wahrheitslehrers) und dem Rezitieren der Stotras (Sanskrittexte in poetischer
Form mit besonders heilender Wirkung) zur Preisung von Gott und Guru,
beginne dieses Pranayama, das leicht zum Erwecken der Kundalini führt. Atme
tief ein, ohne dabei irgendein Geräusch zu machen.
Wenn Du einatmest, fühle, daß die im Muladhara Chakra (Wurzelchakra) schlafende Kundalini
erweckt wird und von Chakra zu Chakra nach oben steigt. Am Ende von Puraka
(Einatmen) hat
die Kundalini das Sahasrara Chakra (Kronenchakra) erreicht. Je lebendiger die Visualisierung
von Chakra um Chakra ist, desto rascher wird Dein Fortschritt in diesem Sadhana
(spirituelle Übung) sein.
Halte den Atem für eine kurze Zeit an. Wiederhole das Pranava (Mantra OM) oder
Dein Ishta Mantra (persönliches Mantra). Konzentriere Dich auf das Sahasrara
Chakra. Spüre die Gnade der Mutter Kundalini. Die Dunkelheit der Unkenntnis,
die Deine Seele umgibt, ist vertrieben worden. Spüre daß Dein gesamtes Wesen
von Licht, Stärke und Weisheit durchdrungen ist.
Atme nun langsam aus. Und wenn Du ausatmest,
fühle daß die Kundalini Shakti allmählich vom Sahasrara Chakra von Chakra zu
Chakra zum Muladhara Chakra hinuntersteigt. Beginne den Prozeß nun wieder von
vorne. Es ist unmöglich, dieses wunderbare Pranayama angemessen zu preisen. Es
ist der magische Zauberstaub, um sehr rasch die Vollendung zu erreichen. Schon
nach einigen Tagen Übung wirst Du von seiner bemerkenswerten Herrlichkeit
überzeugt sein. Beginne heute, genau in diesem Augenblick.
Möge Gott Dich segnen mit Freude, Wonne und
Unsterblichkeit.
5. Kapitel: Fragen und Antworten
Zum
Inhaltsverzeichnis
Frage. Ist es richtig zu sagen, daß Pranayama in
der Praxis des Raja Yogas unnötig ist?
Antwort. Nein; Pranayama bildet eines der acht
Glieder des Raja Yogas.
F. Ist es gefährlich Pranayama ohne die Hilfe
eines Gurus zu praktizieren?
A. Viele Leute sind unnötig besorgt. Du
kannst einfache Pranayama-Übungen ohne die Hilfe eines Gurus ausführen. Ein
Guru ist nötig, wenn Du sehr langes Kumbhaka (Luftanhalten) praktizieren willst und Apana mit
Prana vereinigen willst. Die von verwirklichten Yogis geschriebenen Bücher
können Dich leiten, wenn Du keinen Guru finden kannst. Es ist jedoch besser,
einen Guru an Deiner Seite zu haben. Oder Du kannst Übungsempfehlungen von ihm
erhalten und diese dann zu Hause praktizieren. Du kannst einen regelmäßigen
Kontakt mit ihm pflegen. Ohne jede Schwierigkeit oder Gefahr kannst Du den Atem
für 1/2, 1 oder 2 Minuten anhalten. Falls Du keinen selbstverwirklichten Yogi
finden kannst, kannst Du Dich auch an fortgeschrittene Schüler des Yogas
wenden. Auch sie können Dir helfen.
F. Wird die Ausübung des Pranayamas alleine
die schlafende Kundalini Shakti erwecken?
A. Ja. Asanas, Bandhas (Verschlüsse), Mudras
(Fingerstellungen), Japa (Mantrawiederholungen),
Meditation, ein starker und reiner unwiderstehlicher analytischer Wille, die
Gunst des Gurus, Hingabe, all dies wird die Kundalini Shakti erwecken.
F. Was sind die Wirkungen der Ausübung von
Khechari Mudra (hierbei wird die Zunge ganz weit nach hinten in die Kehle
gegeben)?
A. Es wird dem Schüler helfen, den Atem
anzuhalten. Er kann so eine gute Konzentration und Meditation haben. Er wird
frei von Hunger und Durst sein. Er kann die Atmung sehr leicht von einem zum
anderen Nasenloch wechseln. Er kann auch sehr leicht Kevala Kumbhaka
praktizieren.
Ein
Hatha Yogi zieht seine Pranas
mittels Khechari Mudra im
Sahasrar Chakra, dem Sitz des >jiva atma< oder der Seele,
zusammen und kann in diesem Zustand der Leere monate- oder jahrelang in
einer Berghöhle oder einem unterirdischen Gemäuer verbleiben. Es handelt
sich hierbei um eine Art >Yoga Nidra< oder Yogaschlaf, der weder ein
übersinnliches Wissen noch eine spirituelle Erfahrung mit sich bringt.
Dagegen befindet man sich im >chaitanya
samadhi< in einem Zustand völliger Bewußtheit und kann ihn nach
Belieben mit einer neuen übersinnlichen Erfahrung und spirituellen Weisheit
beenden. Den >Jar samadhi<
kann man nicht selbst abbrechen; man braucht andere, die es mittels einer
komplizierten Massage usw. machen. Ein Raja-, ein Bhakta- oder ein Jnana
Yogi erwachen leicht, wenn man ihren Körper schüttelt und indem man ein
Muschelhorn bläst oder einen Gong anschlägt. Dieser
>Chaitanya samadhi< wird erreicht, wenn die 3 Gunas (rein,
anregend, träge), aller Bewegung bar, unwirksam werden und die Bewußtseinskraft
in ihrem Wesen gefestigt ist; er wird deswegen vielfach
>Kaivalya samadhi< genannt oder der ganz leichte und unabhängige
>samadhi<. (aus santmat-diewahrheit.de)
(Frösche halten ihren Winterschlaf unter
Wasser, indem sie ihre Zunge aufrichten wie Khechari Mudra. (von kriyayogalahiri.com))
F. Was sind die Anzeichen, wenn Prana und
Apana vereinigt sind und das Prana in die Sushumna fließt?
A. Wenn Prana und Apana vereinigt sind, wird
das vereinigte Prana-Apana die Sushumna durchfließen und der Übende wird für
die Welt wie tot, d.h. er verliert das Bewußtsein seines Körpers, der Umgebung
und der Welt und wird sich dennoch in einem Zustand der höchsten Aufmerksamkeit
befinden. Er wird einen göttlichen Schauer spüren, göttliche Ekstase und die
Erfahrungen der niedrigeren Stufen von Samadhi. Wenn das Prana weiter in der
Sushumna voranschreitet, verspürt der Übende verschiedene Arten von
Erfahrungen an verschiedenen Chakren (die nicht beschrieben werden können
sondern erfahren werden müssen). Wenn das Prana Sahasrara erreicht, erlangt der
Yogi das Samadhi.
F. Sollte man bei der Übung von Pranayama
während des Maha Bandhas (Bandhas sind Energieverschlüsse. Alle Bandhas
zusammen werden auch Maha Bandha, Großes Bandha, genannt. Jalandhara Bandha,
Kinnverschluss, Mulabandha=der Wurzelverschluss, Uddiyana Bandha= Höhenflug,
wird unterhalb des Nabels im Bauch ausgeführt), auch die Proportion von 1:4:2 einhalten.
A. Ja, beim Maha Bandha ist das Verhältnis
von Einatmung, Anhalten und Ausatmung 1:4:2.
F. Wenn man Bandhatraya (Bandhatraya
= drei Verschlüsse für das Pranayama: Mula, Jalandhara, Uddhiyana) Pranayama ausführt
und beim Puraka (Einatmung) 10 Matras (Matra=Zeiteinheit, 1 Matra=1 Sekunde), beim Kumbhaka
(Atemanhalten) 40 Matras und Rechaka (Ausatmen) 20 Matras
ausführt, wie lange muß das reine Kumbhaka sein und wie lange die Pause nach
dem Ausatmen mit Uddiyana Bandha?
A. Beim Bandhatraya brauchen Anfänger keine
Pause nach dem Ausatmen. Fortgeschrittene Schüler können eine Pause von 5 oder
6 Sekunden haben. Beim Bandhatraya ist das Verhältnis (1:4:2) völlig
ausreichend für die Vereinigung von Prana und Apana.
F. Was ist der Unterschied zwischen Tadana
Kriya und Maha Vedha?
A. Beim Tadana Kriya kann man auf irgendeine
Weise atmen. Maha Vedha Pranayama sollte jedoch ausgeführt werden, wie für das
Bandhatraya beschrieben.
F. Ist Pranayama notwendig, um von Gott
Darshana (Vision Gottes) zu erhalten?
A. Nein.
F. Wenn das Prana hochgeführt wurde zur
zehnten Pforte (Brahmarandhra), zur Krone des Kopfes, wird der Übende einen
Nadelstich spüren?
A. Nein.
F. Was ist Uradhvaretah (bewußtes Hochziehen
von Virya (sexuelle Energie)) Pranayama?
A. Während man Sukha-Purvaka oder
Anuloma-Viloma Pranayama ausführt wird man spüren, daß das Virya in Form von
Ojas hoch zum Sahasrara an der Krone des Kopfes fließt. Dies ist Urdhvaretah
Pranayama.
F. Wenn ich versuche, bei der Übung von
Pranayama das Verhältnis 1:4:2 einzuhalten, bin ich nicht in der Lage, mich auf
meine Ishta Devata (persönliches Mantra) zu konzentrieren. Wenn ich versuche, mich zu konzentrieren
kann ich nicht das Verhältnis von 1:4:2 einhalten. Bitte gib mir einen Rat, was
ich tun kann.
A. Versuche für zwei oder drei Monate die
Proportionen einzuhalten. Es wird sich eine starke Gewohnheit heranbilden und
das Verhältnis wird automatisch eingehalten werden. Dann kannst Du Dich auf
Deine Schutzgottheit konzentrieren. Der Geist kann nur eine Sache auf einmal
tun.
F. Was ist der Zweck durch das linke Nasenloch
einzuatmen, durch das rechte auszuatmen und umgekehrt?
A. Dies wird den Atem rhythmisch machen, die
Nerven und den Geist beruhigen und es dem Prana in der Sushumna Nadi gestatten
zu fließen, was der Meditation zuträglich sein wird. Es wird eine völlige
Harmonie im System herbeigeführt. Die fünf Koshas (physische, vitale, mentale,
intellektuelle und glückselige Hülle) werden rhythmisch
schwingen.
F. Kann irgendein gefährliches Ergebnis aus
der Übung von Pranayama entstehen?
A. Es besteht keine Gefahr in der Übung von
Pranayama, Asanas usw., wenn Du sorgsam bist und Deinen gesunden
Menschenverstand benutzt. Leute sind unnötigerweise besorgt. Wenn Du unachtsam
bist, ist eine Gefahr in allem.
F. Ich bin in meinem Sadhana regelmäßig. Die
Zuckungen halten nach wie vor an, auch wenn sie nicht mehr so häufig sind wie
zuvor. Bitte gib mir zu dieser Sache einen Rat.
A. Durch die Übung von Pranayama und
Meditation werden Zellen und Gewebe belebt. Sie werden mit neuem Prana
aufgeladen. Neue Pranaströme werden erzeugt. Dies verursacht am Anfang
plötzliche Zuckungen. Sie werden bald verschwinden.
F. Könntest Du bitte das Apana Vayu etwas
erläutern. Wir atmen Luft ein, wodurch Sauerstoff von Blutzellen und Plasma
absorbiert wird. Wie wird jedoch aus diesem Sauerstoff Prana gebildet. In
welchem Teil ruht es? Was ist seine Natur? Wie und wo vereinigen sich Prana und
Apana? Bitte erläutere auch wissenschaftlich, welche Teile hierdurch
beeinflußt werden.
A. Apana wird nicht aus Sauerstoff gebildet.
Apana befindet sich in dem unteren Teil des Bauchs, im Muladhara, im unteren
Teil von Wirbelsäule, Rectum und Anus. Seine Natur ist eine
abwärtsgerichtetete Bewegung. Seine Funktion ist die Ausscheidung von Urin, Gas
und Exkrementen. Prana und Apana werden vereinigt durch Kevala Kumbhaka,
Kumbhaka, Mula Bandha, Jalandhara Bandha und Uddiyana Bandha. Sie werden im
Nabel bzw. dem Manipura Chakra vereint.
F. Wie wird Nadi-Shuddhi ausgeführt?
A. Die Reinigung der Nadis (Nadi-Shuddhi) ist
entweder Samanu oder Nirmanu - d.h. mit oder ohne die Verwendung von
Bija-Mantras. Bei der ersten Art bringt der Yogi in Padmasana oder Siddhasana
seine Gebete seinem Guru dar und meditiert über ihn. Bei der Meditation von Yam
wiederholt er das Bija 16 Mal durch Ida, Kumbhaka mit Japa des Bija 64 Mal, und
dann Ausatmung durch den Solarnadi und Japa des Bijas 32 Mal. Feuer wird vom
Manipura hochgeführt mit Prithivi vereinigt. Wenn Du beim Herabsteigen einer
Treppe unachtsam bist, wirst Du fallen und Dir die Knochen brechen. Wenn Du
unachtsam in den geschäftigen Vierteln einer Stadt umhergehst, wirst Du von
einem Auto erfaßt. Wenn Du unachtsam bist beim Kauf eines Fahrscheins am
Bahnhof, wirst Du Deine Geldbörse verlieren. Wenn Du achtlos bist bei der
Zubereitung von Arzneien, wirst Du die Patienten töten, indem Du ihnen ein Gift
oder die falsche Arznei gibst oder eine Arznei in Überdosis verabreichst.
Genauso mußt Du bei der Ausübung von Pranayama und anderen yogischen Übungen
sorgsam im Hinblick auf Deine Ernährung sein. Du solltest Überessen vermeiden;
Du solltest eine leichte, gut verdauliche und nahrhafte Nahrung zu Dir nehmen.
Du solltest Dich nicht beim Anhalten des Atems überanstrengen. Du solltest
zunächst für ein oder zwei Monate nur Einatmung und Ausatmung üben (ohne
Anhalten des Atems). Du solltest allmählich die Proportionen von 1:4:2 auf
16:64:32 erhöhen. Du solltest sehr, sehr langsam ausatmen. Wenn diese Regeln
beachtet werden, besteht in der Ausübung von Pranayama und anderen Yogaübungen
keinerlei Gefahr.
6. Kapitel: Glossar
Zum
Inhaltsverzeichnis
- Abhyasa Übung
- Adhama Der geringste
- Adhama Adhikari Weniger geeigneter Schüler
- Adhara Stütze, Fundament
- Adhikari Qualifizierter Schüler
- Agneyi Zu Agni gehörig; feurig
- Agni Feuer
- Agnitattva Element Feuer
- Ahamkara Ego
- Ahara Nahrung
- Ahimsa Nichtverletzen; wichtigste Yama
(ethisches Gebot)
- Ajna Chakra Augenbrauenzentrum;
Stirnzentrum; drittes Auge
- Akasha Äther; Raum; subtilstes der fünf
Elemente
- Akbar Moghul Kaiser im 17. Jahrhundert
- Akhanda Ununterbrochen
- Alambu Stütze, Halt, insbesondere für die
Meditation
- Alasya Lethargie, Faulheit, Trägheit
- Allopathie Westliche, klinische Medizin
- Alveolen Luftbläschen in den Lungen
- Ambhasi Dharana Konzentration auf das
Wasserelement
- Amla Ölsorte
- Amrita Nektar
- Anahata Chakra Herz-Chakra; Energiezentrum
im Herzen bzw. in der Brustwirbelsäule
- Anahata Klänge Innere Klänge, die in
tiefer Meditation oder in vollkommener Stille gehört werden können
- Ananda Wonne; Freude
- Anga Teil; Glied
- Anima Verkleinerung des Körpers; eine der
Siddhis (übernatürliche Kräfte) der Yogis
- Antahkarana “inneres Instrument”;
Geist; Psyche
- Antaryamin Innerer Zeuge; Beobachter; das
Selbst
- Anubhav Selbstverwirklichung
- Anuloma Viloma Wechselatmung
- Apana Eines der fünf Prana Vayus;
beherrscht Ausscheidung, Sexualität und Menstruation
- Aparokshanubhuti “Direkte Erkenntnis”;
Titel eines Werkes von Shankaracharya
- Apas Wasser
- Arambha Ein durch Pranayama erreichter
Zustand
- Arjuna Heerführer der Pandhavas; Schüler
von Krishna
- Asafoetida Indisches Gewürz
- Asana “Stellung”; Sitzhaltung für die
Meditation; Körperstellung
- Ashtanga “Acht Stufen” des Raja Yoga:
Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana, Samadhi
- Asura Dämon
- Asuri Dämonisch
- Ati Sehr; zuviel; übermäßig
- Atman Selbst
- Avadhani Aufmerksam, konzentriert
- Avastha Zustand
- Ayodhya Pilgerstadt in Indien; Hauptstadt
des Königreichs vom Rama
- Ayurveda Indische Naturheilkunde
- Bahya Außen; äußerlich
- Bandha Verschluß
- Bandhatraya Drei Verschlüsse für das
Pranayama: Mula, Jalandhara, Uddhiyana
- Basti Enddarmspülung; eine der sechs
Kriyas (Shatkarmas) des Hatha Yoga
- Bhagavad Gita Wichtigste indische Heilige
Schrift
- Bhagavan Göttlicher
- Bhagavatam Wichtige indische Heilige
Schrift zur Verehrung von Vishnu bzw. Krishna
- Bhakta Verehrer; Gläubiger; Devotee
- Bhastrika Atemübung zur Erweckung der
Kundalini
- Bhati Scheinen; strahlen; glänzen
- Bhava Gefühl; Einstellung; Emotion
- Bhavana Innere Einstellung; Konzentration;
Imagination
- Bhindi Indische Gemüsesorte
- Bhramara Biene
- Bhramari Atemübungen, welche das Summen
einer Biene imitiert
- Bhuchara Siddhi Übernatürliche Kraft,
welche dem Yogi ermöglicht, wilde Tiere zu beherrschen
- Bhujanga Kobra
- Bhujangasana Kobra; eine Yoga-Stellung
- Bhukti Vergnügen
- Bhusunda Name eines Yogi, dessen
Lebensgeschichte in der Yoga Vashishtha erzählt wird
- Bija Same
- Bija Mantra Samen-Mantra; Mantra, das nur
aus einer Silbe besteht
- Bijakshara Bija Mantra (s.o.)
- Brahma Schöpfer; Teil der hinduistischen
Trinität, welche aus Brahma (Schöpfer), Vishnu (Erhalter) und Shiva
(Zerstörer) besteht
- Brahmachari Jemand, der Brahmacharya
beachtet; jemand, der das Keuschheitsgelübde abgelegt hat
- Brahmacharya Wörtlich “Verhalten, das zu
Brahman führt”; sexuelle Enthaltsamkeit; Selbstbeherrschung
- Brahmagranthi Unterster der drei Knoten
(Energieblockaden) in der Sushumna (feinstoffliche Wirbelsäule); steht für
Mala (Selbstsucht) und die Schwierigkeit, die physische Welt zu
transzendieren
- Brahmakara Vritti Der ständige Gedanke an
Brahman
- Brahman Das Absolute
- Brahmanadi Energiekanal in der Sushumna
(feinstoffliche Wirbelsäule)
- Brahmanda “Ei Brahmas”; Makrokosmos
- Brahmanishta Guru Spiritueller Lehrer,
welcher Brahman verwirklicht hat
- Brahmarandhra Fontanelle an der
Schädeldecke
- Brahmashakti Kraft der Schöpfung
- Brindavan Indischer Pilgerort; Ort, an dem
Krishna lange Zeit verbracht hat
- Brinjal Indisches Gemüse
- Buddhi Intellekt; Unterscheidungskraft
- Chakra Wörtlich “Rad”; Energiezentrum
im Astralkörper
- Chandra Mond
- Chang Dev Indischer Heiliger
- Charu Indische Speise: Mischung aus Reis,
Ghee, brauner Zucker und Milch
- Chatushtaya Vier Eigenschaften eines
Schülers, die notwendig ind auf dem spirituellen Weg: Vairagya
(Leidenschaftslosigkeit), Viveka (Unterscheidungskraft), Shatsampat
(sechsfache Tugenden), Mumukshutwa (intensives Verlangen nach Befreiung)
- Chhandogya Upanishad Eine der wichtigsten
Upanishaden (alte indische Heilige Schriften)
- Chidatma Bewußtsein des Selbst
- Chikkus Indische Obstsorte
- Chinmudra Handhaltung, bei der Daumen und
Zeigefinger zusammengehalten werden; Symbol für die Selbstverwirklichung.
- Chiranjivi Ewig Lebender; immer jung
Bleibender
- Chitta 1. Unterbewußtsein; 2. Geist,
Psyche
- Chutney Scharfe indische Sauce
- Curry Scharfes indisches Gericht
- Daivi Shatsampat Die sechs göttlichen
Tugenden
- Dama Kontrolle der Sinne
- Darjeeling Indischer Ort an den Vorbergen
des Himalaya; bekannt für sein mildes Klima im Sommer
- Darshana Wörtlich “Sicht”; 1.
Philosophiesystem; 2. Vision Gottes; 3. Anblick einer Statue im Tempel oder
eines selbstverwirklichten Meisters
- Deva 1. Gott; 2. Gottheit; 3. Engelswesen
- Devadatta “Von Gott gegeben”; 1. Name
des Muschelhorns von Arjuna; 2. Name eines der fünf Nebenpranas;
verantwortlich für das Gähnen
- Devi Göttin
- Dhal Hülsenfrucht
- Dhananjaya “Reichtum gewinnend”;
Beiname Arjunas; Name eines der fünf Nebenpranas, verantwortlich für die
Zersetzung des Körpers nach dem Tod
- Dhanura Bogen
- Dhanurasana Bogen; eine Yoga-Stellung
- Dharana Konzentration; eine der Ashtangas
(acht Stufen) im Raja Yoga System
- Dharma Pflicht; Gesetz; Religion; rechtes
Handeln; eine der vier Hauptbestrebungen des Menschen
- Dhatu Essentieller Teil
- Dhauti Magenreinigung; eine der Shatkriyas
- Dhyana Meditation; siebter der Ashtangas
(acht Stufen des Raja Yoga)
- Dipika Licht; Leuchte; Lampe
- Dirgha Lang
- Dosha 1. Konstitutionstyp in der Ayurveda;
2. Unreinheit, Fehler
- Dridhata Beständigkeit
- Eka Eins
- Gandhi Name eines indischen Heiligen,
Weisen und Politikers, der Indien in die Unabhängigkeit führte
- Ganesha Hinduistischer Gott; Sohn Shivas;
steht für die Überwindung aller Hindernisse und die Kraft anzufangen
- Garuda Adler; Reittier Vishnus
- Gatha Gesang, Lied, Vers
- Gayatri 1. Heiliger Spruch aus den Veden;
2. Hinduistische Göttin, Gemahlin Brahmas (des Schöpfers)
- Ghata Ein durch Pranayama erreichter
Bewußtseinszustand
- Ghatikas Zeitmaß; Etwa 90 Minuten
- Ghee Gereinigte, geschmolzene Butter
- Gheranda Großer Hatha Yoga Meister
- Gherandha Samhita eines der grundlegenden
Werke des Hatha Yoga; verfaßt von Gherandha
- Gita Wörtlich “Gesang”; Abkürzung
für Bhagavad Gita
- Godavari Indischer Heiliger Fluß
- Granthi Knoten, Energieblockade
- Grihastha Haushalter; Mensch, der im
Berufs- und Familienleben steht
- Guda 1. Dumpfheit, Trägheit; 2. Anus
- Guru Lehrer; spiritueller Führer
- Hamsa Schwan; Symbol für Brahman und den
lebend Befreiten (Jivanmukta)
- Hastijihva Eines der zehn wichtigsten Nadis
(Energiekanäle)
- Hatha 1. “Bemühung”; 2. “Ha” =
Sonne; “Tha” = Mond
- Hatha Yoga Yoga der Körperbeherrschung
- Hiranyagarbha Kosmischer Geist
- Ida Eines der drei wichtigsten Nadis
(Energiekanäle). Befindet sich auf der linken Seite und steht in Verbindung
mit der Mondenergie
- Indra König der Götter; beherrscht das
Wetter
- Indriyas Sinnesorgane und Handlungsorgane
- Ishta Geliebt, verehrt, respektiert
- Ishta Devata Schutzgottheit; persönlicher
Gott; Aspekt Gottes, den man besonders verehrt
- Ishwara Gott
- Jala Wasser
- Jalandhara Bandha Kinnverschluß
- Jalastambha Auf dem Wasser liegen (“Toter
Mann”)
- Jamuna Indischer Fluß (auch “Yamuna”
geschrieben)
- Japa Wiederholung des Mantras
- Jatharagni Verdauungsfeuer
- Jiva Individuelle Seele
- Jivanmukta Lebend Befreiter
- Jivatman Individuelle Seele
- Jnana Wissen, Weisheit
- Jnana Yoga Yoga des Wissens
- Jnanadeva Indischer Heiliger
- Jnani Weiser; einer der durch Jnana Yoga
die Verwirklichung gefunden hat
- Jyeshtha Das Älteste
- Kaivalya Befreiung
- Kalpa Zeitalter
- Kamala Lotus
- Kamalasana Lotussitz, auch Padmasana
genannt
- Kanda 1. Kapitel, Abschnitt; 2. Ort, an dem
die meisten Nadis (Energiekanäle) zusammenlaufen (zwischen
Geschlechtsorganen und Anus); ungefähr am Perineum
- Kapala Schädel
- Kapalabhati Wörtlich “scheinender
Schädel”; Atemübung mit schneller Folge von Aus- und Einatmungen
- Kapha Wörtlich “Schleim”; eine der
drei Doshas (Konstitutionen) der Ayurveda
- Kapillaren Haargefäße
- Karma 1. Handlung; 2. Gesetz von Ursache
und Wirkung
- Karuna Mitleid
- Kaupina Lendenschurz
- Kaushitaki Eine Upanishade
- Kaveri Fluß in Indien
- Kaya Körper
- Kaya Vyuha Fähigkeit, den Körper neu zu
schaffen bzw. verschiedene Körper bewohnen zu können
- Kayasiddhi Vollendung des Körpers
- Kevala Natürlich
- Kevala Kumbhaka wörtlich “natürliches
Atemanhalten”; Eine Atemtechnik, bei der der Atem fast vollständig zur
Ruhe kommt
- Khechari Mudra Eine der Mudras; hierbei
wird die Zunge ganz weit nach hinten in die Kehle gegeben
- Khichdi Indisches Gericht aus Mungbohnen
- Kosha Wörtlich “Hülle”; Aspekte des
menschlichen Wesens, welche das Selbst verhüllen; Bestandteile der drei
Körper
- Krikara Eines der fünf Nebenpranas
- Krishna Manifestation Gottes; achter Avatar
von Vishnu; lebte laut klassischer Chronologie ca. 3000 v.Chr.; verkündete
die Bhagavad Gita
- Kriya Wörtlich “Handlung”; 1.
Handlung; 2. Reinigungsübung (im Hatha Yoga); 3. Jede Hatha Yoga Praxis
- Kriya Yoga Wörtlich “Yoga der Tat”; 1.
Im Raja Yoga Tapas (Askese), Swadhyaya (Selbststudium) und Ishwara
Pranidhana (Hingabe an Gott); 2. Im Kundalini Yoga: Bestimmte Übungen,
welche Körperstellungen, Atemtechnik und Visualisierungstechniken verbinden
- Kuhuh Eine der Nadis (Energiekanäle)
- Kumbha Person in der Yoga Vashishtha
- Kumbhaka Luft Anhalten
- Kundalini Wörtlich “die Aufgerollte”;
Bezeichnung für die schöpferische Kraft im Menschen, auch als schlafende
Schlangenkraft bezeichnet
- Kunjar Kriya Eine der Reinigungsübungen:
Der Übende schluckt 1-2 Liter Salzwasser und übergibt sich dann
- Kurma 1. Schildkröte; 2. Eines der
Nebenpranas
- Kusha-Gras Indische Gras-Sorte, die sich
besonders als Unterlage für den Meditationssitz eignet
- Kutir Hütte, Haus
- Lahiri Indischer Yoga Meister
- Lam Bija-Mantra der Erde und des Muladhara
Chakras
- Laya Wörtlich “Auflösung”
- Laya Yoga Teil des Kundalini Yoga, bei dem
alle Manifestationen der Energie in die Urenergie zurückgeführt wird
- Linga 1. “Subtil”; 2. Phallus; 3.
Symbol für Shiva
- Linga Sharira Astralkörper (auch Sukshma
Sharira genannt)
- Lota Gefäß
- Madhyama “Mittel”
- Madhyama Adhikari Mittelmäßig geeigneter
Schüler
- Maha Groß
- Maha Mudra “Großartiges Mudra”; eine
der Mudras im Hatha Yoga
- Maha Vedha Eine der Mudras
- Mahameru Mystischer Berg, welcher der
Mittelpunkt der Welt sein soll
- Maharaj Wörtlich “großer König”;
respektvolle Anrede des Yoga-Meisters
- Mahatma Wörtlich “Große Seele”;
respektvolle Anrede des Yoga-Meisters
- Mahavira Einer der Tirthankas (großen
Meister) des Jainismus
- Mahima 1. Herrlichkeit, Wunder; 2. eine der
Siddhis (übernatürlichen Kräfte): die Fähigkeit, sich groß zu machen
- Mala 1. Unreinheit (mit kurzem “a”) ;
2. Gebetskette (mit langem “a”)
- Manas Geist
- Manipura Chakra 3. Chakra (Energiezentrum);
befindet sich in der Lendenwirbelsäule bzw. in der Nabelgegend
- Mantra Klangenergie; Mystische Formel zur
Meditation
- Manu Mythologischer erster Mensch;
Gesetzgeber
- Manusmriti Indische Heilige Schrift, die
dem Manu zugeschrieben wird
- Matra Versmaß; Maß, Distanz, Entfernung
- Mauna Stille; Schweigegelübde
- Mitahara Rechte Ernährung
- Moksha Befreiung
- Mudra 1. im Hatha Yoga: Körperstellung,
verbunden mit bestimmter Atemtechnik, Visualisierung und Mantra; 2. Im
indischen Tanz und in der indischen Kunst: Handhaltung
- Mukhya Prana Hauptprana
- Muktasana Eine der Meditationsstellungen
- Mukti Befreiung
- Muktikopanishad Eine der Upanishaden
- Mula Wurzel
- Muladhara Chakra Wurzelchakra; unterstes
der sieben Haupt-Chakras, an der untersten Wirbelsäule gelegen
- Murchha Eine der Pranayama Übungen, bei
der die Luft sehr lange angehalten wird und der Übende in ein anderes
Bewußtsein fällt
- Mussoorie Region in Indien
- Nadi Energiekanal
- Naga 1. Schlange; 2. Halbgott; 3. Indische
Ureinwohner; 4. Eines der 5 Nebenpranas
- Namah Verehrung
- Namaste Indische Grußformel; wörtlich
“Verehrung sei Dir”
- Naradiya Indische Heilige Schrift
- Narayana Anderer Name für Vishnu
- Narmada Indischer Fluß
- Nasik Ort in Indien
- Nauli Eine der sechs Hauptkriyas im Hatha
Yoga, bei welcher der Darm durch eine gezielte Bauchmuskelbewegung massiert
wird
- Neti 1. Nasenreinigungsmethode; 2. “Nicht
dies”, Formel im Jnana Yoga
- Niralamba Upanishad Eine der Upanishaden
- Nirmanu Wechselatmung ohne Mantra
- Nirvana Wörtlich “nichts”; Zustand der
Selbstverwirklichung, durch nichts mehr beschränkt
- Nirvikalpa Samadhi Samadhi ohne Dualität;
Verwirklichung der Einheit; höchster überbewußter Zustand
- Nishkama Karma Yoga Selbstloser Dienst ohne
irgendwelche Wünsche und Erwartungen
- Nishpatthi Avastha Höchste Stufe des
Pranayama; Zustand der Vollendung
- Nisvasa Einatmen
- Niyama Gebote; ethische Regeln
- Ojas Spirituelle Energie; umgewandlete
Sexualenergie
- OM Wichtigstes Mantra
- Padma Lotus
- Padmasana Lotussitz
- Pancha Fünf
- Pancha Dharana Konzentration auf die fünf
Elemente
- Parakaya Pravesa Fähigkeit, in den Körper
eines anderen einzutreten
- Parama Höchster
- Parama Utsaha Höchster Eifer (wichtige
Eigenschaft in einem geistigen Schüler)
- Paramahamsa Wörtlich “höchster
Schwan”, Symbol für Befreiung; verwirklichter Meister
- Paramahamsa Sannyasin Angehöriger eines
bestimmten von Shankaracharya gegründeten Mönchsordens
- Paramatman Höchstes Selbst
- Parichaya Avastha Dritter, durch Pranayama
erreichter Zustand: Die Kundalini wird erweckt und steigt in der Sushumna
hoch
- Paschimottanasana Eine der Asanas (Hatha
Yoga Stellungen): Vorwärtsbeuge
- Patanjali Autor der Raja Yoga Sutras und
eines grundlegenden Werkes über Sanskrit Grammatik
- Pindanda Mikrokomos
- Pingala Eine der drei Haupt-Nadis; befindet
sich auf der rechten Körperhälfte; ist mit der Sonnenenergie verbunden
- Pitta Feuer; eine der drei Doshas
(Konstitutionstypen) in der Ayurveda
- Plavini Eine der Pranayama-Übungen, bei
welcher der Bauch mit Luft gefüllt wird
- Prakrita Form von Pranayama, bei welcher
der Atem bewußt beobachtet wird, der Atem jedoch frei fließt
- Pralaya Auflösung des Universums
- Prana Lebensenergie
- Pranapana Die vereinigten Lebensenergien
Prana und Apana
- Pranava Die Heilige Silbe OM
- Pranavadins Herrscher über Prana; anderer
Name für Hatha Yogi
- Pranayama “Herrschaft über die
Lebens-energie”; Atemübung
- Pratyahara Zurückziehen der Sinne;
fünftes Glied des Ashtanga (Raja) Yoga Systems
- Prayag Ort in Indien
- Prithivi Erde; eines der fünf Elemente
- Puja Verehrungsritual
- Puraka Einatmung
- Purana Indische Heilige Schrift
- Pusa Eins der Hauptnadis
- Raja König
- Raja Yoga Königlicher Yoga; Yoga der
Geistesbeherrschung
- Rajas Unruhe; eins der drei Gunas
- Ram Bija-Mantra des Feuers und des Manipura
Chakras
- Rama Hindu-Gott; Inkarnation Vishnus
- Ramalinga Indischer Heiliger
- Ramayana Heilige Schrift, die das Leben von
Rama beschreibt
- Rechaka Ausatmung
- Rishi Seher, Heiliger
- Rishikesh Ort in Indien; Ort, an dem Swami
Sivananda sich niederließ
- Rudra Beiname von Shiva
- Rudragranthi Knoten bzw. Energieblockade im
Ajna-Chakra
- Sadachara Richtiges Verhalten
- Sadashiva Beiname von Shiva
- Sadhaka Übender; Schüler
- Sadhana Spirituelle Praktiken; geistige
Übung
- Sagarbha Pranayama Pranayama mit
Wiederholung des Mantras
- Sahasrara Chakra Höchstes der sieben
Hauptchakras (Energiezentren); befindet sich an der Schädeldecke
- Sahita Pranayama Pranayama mit bewußter
Steuerung von Einatmung, Anhalten und Ausatmung
- Sama Gleichmut
- Samadhi Überbewußter Zustand
- Samana Verdauungsfeuer; eines der fünf
Hauptpranas
- Samanu Wechselatmung mit Mantra und
Konzentration auf die vier Elemente
- Samasana Meditationsstellung
- Samashti Prana Kosmisches Prana
- Sambandha Verbindung
- Samhita Hymne; Schrift
- Samsara Kreislauf von Geburt und Tod
- Samyama Aufeinanderfolge von Dharana,
Dhyana und Samadhi; Übung im Raja Yoga zur Erlangung höherer Kräfte und
Erkenntnisse
- Sandhi Verbindung
- Sandhya Dämmerung; Zeit um Sonnenaufgang
und Sonnenuntergang; gilt als besonders günstige Zeit für spirituelle
Übungen
- Sandilya Yoga-Meister
- Sankalpa Gedanke
- Sankhini Eines der Nadis (Energiekanäle)
- Sannyasa Gelübde der Entsagung
- Sannyasi, Sannyasin Entsagter; Mönch
- Sanskrit Älteste indische Sprache
- Sarasvati Göttin der Weisheit, der
Kreativität und der Künste
- Satavadhana Fähigkeit der Konzentration
auf hundert Dinge gleichzeitig
- Satavadhani Jemand, der sich auf hundert
Dinge gleichzeitig konzentrieren kann
- Satguru Wahrheitslehrer
- Sati Inkarnation von Parvati, Shivas
Gemahlin
- Satsang “Zusammensein mit der
Wahrheit”; Gruppenmeditation; Treffen mit einem Weisen
- Sattwa Reinheit
- Savitri Göttin
- Shakta Verehrer der Göttin (Shakti)
- Shakti “Kraft”; kosmische Energie;
Göttin
- Shalaba Heuschrecke
- Shalabhasana Heuschrecke (Yogastellung)
- Shankaracharya Großer Yoga-Meister des
8./9. Jahrhunderts n.Chr.
- Shanti Frieden
- Sharira Körper
- Shastra Heilige Schrift
- Shat Sechs
- Shatkarmas Sechs Reinigungsübungen im
Hatha Yoga, auch Kriyas genannt
- Shatsampat Sechs edle Tugenden
- Shavasana “Leichenstellung”;
Entspannungslage auf dem Rücken
- Shiva Teil der Hindu-Trinität; Gott der
Zerstörung und der Transformation; Ur-Yogi; Kosmisches Bewußtsein
- Shiva Samhita Eines der vier Hauptwerke im
Hatha Yoga
- Shivananda Andere Schreibweise für
Sivananda
- Shivayoga Dipika Yoga-Schrift
- Shreshtha Das Beste
- Shri Beiname von Lakshmi; wird oft als
Zeichen der Hochachtung vor Eigennamen gesetzt
- Shrutis Indische Heilige Schriften auch
“Veden” genannt
- Shuddhi Reinheit
- Siddha 1. Vollkommener; 2. Meister mit
übernatürlichen Fähigkeiten
- Siddhasana Meditationsstellung
- Siddhi Übernatürliche Kraft
- Siras Kopf, Haupt
- Sitali Eine der Hauptpranayamas, bei der
die Luft mit einem zischenden Laut über die längs gerollte Zunge
eingeatmet wird
- Sitkari Eine der Hauptpranayamas, bei der
die Luft mit einem zischenden Laut über die quer gerollte Zunge eingeatmet
wird
- Sivananda Indischer Yoga-Meister; lebte
1887-1963
- Skanda Name für Subramanya (indischer
Gott)
- Skandha Körperteil
- Smritis Indische Heilige Schriften, auch
“Gesetzesbücher” genannt
- Sthula Grobstofflich
- sthula Sharira Grobstofflicher (physischer)
Körper
- Stotras Hymne
- Sukadev Mythologischer Yoga-Meister;
wörtlich “Engel der Wonne”
- Sukasana Eine der Meditationshaltungen;
Schneidersitz
- Sukha Angenehm, freudevoll
- Sukhasana Andere Schreibweise für Sukasana
- Sukshma Feinstofflich
- Sukshma Sharira Feinstofflicher Körper;
Astralkörper
- Surya Sonnengott; Sonne
- Surya Bheda Eine Atemübung, bei der durch
das rechte Nasenloch ein- und durch das linke Nasenloch ausgeatmet wird;
Atemübung zur Erhöhung der Sonnenenergie im Menschen
- Suryanadi Sonnen-Nadi; anderer Name für
Pingala
- Sushumna Wichtigstes Nadi; Energiekanal in
der Mitte der Wirbelsäule
- Sutra 1. Schnur; 2. Leitfaden, Aphorismus
- Swadhyaya Selbststudium
- Swetaketu Indischer Yoga-Meister; Sohn des
Uddalaka
- Swetashvatara Upanishad Indische Heilige
Schrift
- Swadhisthana Chakra Zweites der sieben
Hauptchakras; in der Höhe des Steißbeines gelegen
- Swami 1. Mönch; 2. Gott; 3. respektvolle
Anrede für einen Yoga-Meister
- Swamiji Respektvolle Anrede eines Swamis
- Swastika Wörtlich: “das
Glückbringende”, “das Verheißungsvolle”; Hakenkreuz im Uhrzeigersinn
- Swastikasana Eine der Meditationsstellungen
- Sympathikus Teil des autonomen
Nervensystems; wirkt aktivierend
- Tadana Kriya Wörtlich “Stock-Kriya”;
Technik aus dem Kundalini Yoga zur Erweckung der Kundalini
- Tamas Eine der drei Gunas; Trägheit;
Dunkelheit
- Tana Nadi; Energiekanal im oberen Teil des
Bauches
- Tandri Schläfrigkeit
- Tapas 1. Askese, Kasteiung; 2. Feuer; 3.
Hatha Yoga Übung
- Tattwa 1. Element; 2. Essenz; 3. Existenz,
sein
- Tejas 1. Feuer; 2. Glanz, inneres Feuer
- Tham Bija-Mantra des Mondes
- Toorkidal Linsengericht
- Trataka Augenreingungsübung; eine der
Kriyas; Vorübung der Konzentration
- Trikala Jnani Einer, der alle drei Bereiche
der Zeit kennt
- Trikuti Drittes Auge; Punkt zwischen den
Augenbrauen
- Uchvasa Ausatmen
- Udana Eines der fünf Hauptpranas;
Hauptsitz in der Kehle
- Uddalaka Großer Yoga-Meister
- Uddiyana Bandha Bauchverschluß; Hochziehen
des Bauches nach der Ausatmung
- Udgatha Versuch
- Ujjayi Atemübung, bei der die Stimmritze
leicht verschlossen wird und so sehr kontrolliert ein- und ausgeatmet wird
- Upanishad Indische Heilige Schrift; letzter
und philosophischer Teil der Veden
- Urad Linsenart
- Uradhvaretah Pranayama Bewußtes Hochziehen
von Virya (sexuelle Energie) in der Form von Ojas (spirituelle, sublimierte
Energie) während einer Atemübung
- Utsaha Eifer, Anstrengung
- Uttama Adhikari Vorzüglicher Schüler
- Uttarkashi Ort in Indien
- Vachaspati Yoga-Meister
- Vaikrita Pranayama mit bewußter Regelung
von Einatmung, Ausatmung und Anhalten des Atems
- Vairagya Leidenschaftslosigkeit,
Verhaftungslosigkeit, Wunschlosigkeit
- Vajra Donnerkeil; Diamant
- Vajrasana Fersensitz
- Varanasi Heiliger Ort in Indien
- Varna 1. Buchstabe; 2. Farbe; 3. Kaste
- Vasana Wunsch
- Vashishta Großer Yoga-Meister, dessen
Lehren besonders in der Yoga Vashishta dargestellt werden
- Vata Eines der Doshas (Konstitutionen) in
der Ayurveda; wörtlich “Wind”
- Vayavya Dharana Konzentration auf die Luft
(Meditationstechnik)
- Vayu Luftelement
- Vayubhakshana Leben allein von Luft
- Veda Wörtlich “Wissen”
- Vedanta “Ende der Veden”; Philosophie
des Absoluten
- Vedantin Einer, der die Vedanta Philosophie
praktiziert
- Vedas Indische Heilige Schriften; älteste
Schriften der Menschheit
- Vichara Unterscheidung
- Vikshepa Unruhe
- Virya Sexuelle Energie
- Vishnu Erhalter; Teil der hinduistischen
Trinität
- Vishnugranthi Energieblockade (Knoten) im
Anahata Chakra
- Vishuddha Chakra Energiezentrum in der
Kehle; fünftes der Hauptchakras
- Vrindavan Indischer Pilgerort; Ort, an dem
Krishna lange Zeit verbracht hat
- Vritti Gedanke
- Vyana Eines der fünf Hauptpranas;
verantwortlich für den Blutkreislauf
- Vyashti Erscheinung Gottes im Individuum
- Yajna Opfer
- Yajnavalkya Großer indischer Heiliger
- Yam Bija-Mantra des Anahata Chakras
- Yama 1. Totengott; 2. Ethische Regeln
- Yoga Wörtlich “Einheit, Vereinigung”;
1. Mystischer Zustand der Einheit mit Gott bzw. dem Kosmischen; 2. Übungen,
welche das Individuum zur Einheit mit dem Kosmos führen; 3. Eines der sechs
klassischen Philosophiesysteme
- Yoga Sutras Hauptschrift des Raja Yoga,
geschrieben von Patanjali
- Yogagni Feuer des Yoga
- Yogananda Yoga-Meister
- Yogatattva Essenz des Yoga
- Yogi 1. Einer, der die Einheit mit dem
Kosmischen erreicht hat; 2. Einer, der Yogaübungen praktiziert
- Yuga Zeitalter
- Yukti Gesunder Menschenverstand
- Yusavini Eines der zehn wichtigsten Nadis
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